Erziehermangel

Achim möchte mehr Anreize bieten

Der Stadt Achim fehlen Erzieher. Und das nicht erst seit gestern. Nun hat eine Arbeitsgruppe Ideen entwickelt, wie man Fachpersonal in die Weserstadt locken könnte.
12.12.2017, 15:19
Lesedauer: 2 Min
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Achim möchte mehr Anreize bieten
Von Elina Hoepken

Achim zieht. Das gilt aktuell zumindest für große Unternehmen wie Coca-Cola oder Amazon. Für andere Bereich sieht es da aber schon schlechter aus. Etwa bei den Erziehern. Noch immer sucht Achim händeringend nach neuem Fachpersonal für seine Kindertagesstätten, noch immer sind einige Stellen unbesetzt. Ein Problem, das wahrlich nicht nur die Stadt Achim alleine hat. Vielen anderen Kommunen fehlt ebenfalls das dringend benötigte pädagogische Personal. Doch die Achimer Verwaltung will nun aktiv Maßnahmen ergreifen, um für bestehende und zukünftige Erzieher attraktiver zu werden.

Dazu hatte sich zuletzt eine verwaltungsinterne Arbeitsgruppe – bestehend aus Mitarbeitern der Verwaltung, Kita-Leitungen und der zuständigen Fachberatung – gegründet. Die Ergebnisse der Gruppe sollen am Donnerstag, 14. Dezember, in der Sitzung des Ausschusses für Organisation, Finanzen und Personal genauer vorgestellt und diskutiert werden. Insgesamt sechs Vorschläge hat die Arbeitsgruppe erarbeitet.

Mehr Zeit für Organisatorisches

Ziel ist es, nicht nur neue Fachkräfte zu gewinnen, sondern auch die bestehenden Fachkräfte an die Stadt Achim zu binden, heißt es in der Beschlussvorlage der Verwaltung. Erreichen will die Stadt das beispielsweise durch die Erhöhung der Verfügungszeiten für die Beschäftigten. Im Kita-Gesetz vorgeschrieben sind demnach mindestens 7,5 Stunden pro Gruppe und Woche, die die pädagogischen Fachkräfte etwa für die Vor- und Nachbereitung von Elternabenden oder Festen und Ausflügen, die Dokumentation der Arbeit oder Dienstbesprechungen nutzen sollen.

Fest stehe jedoch, dass dieses Kontingent für die umfassenden Aufgaben nicht ausreiche. Daher will die Stadt diese Zeiten für alle Gruppen auf 10,5 Stunden erhöhen, für Krippen und Ganztagsgruppen sogar auf zwölf Stunden. „Mit einer Erhöhung dieser Zeiten ist eine deutliche Entlastung der Kollegen und eine Qualitätsverbesserung der Kita-Arbeit zu erreichen“, prophezeit die Verwaltung.

Zusätzliche Kosten von 420.000 Euro

An die zukünftigen Fachkräfte richtet sich indes der Vorschlag, Praktikanten zukünftig eine Vergütung zu zahlen. Angedacht sind aktuell 25 Euro pro Tag – allerdings nur für solche, die nachweislich eine Ausbildung zum Sozialassistenten absolvieren. Darüber hinaus sollen für Praktikanten, die eine Ausbildung zum Erzieher absolvieren, die Zeiten für Anleitungsgespräche von einer Stunde pro Woche um 45 Minuten erhöht werden. „Die Kollegen von morgen haben einen Anspruch auf eine gute Anleitung und können über positive Erfahrungen für die Stadt Achim als Arbeitgeber interessiert werden“, heißt es von der Verwaltung.

Weitere Ideen der Arbeitsgruppe sind Freistellungszeiten für stellvertretende Leitungen, Supervisionen sowie ein standardisiertes Einarbeitungskonzept sowie ein Infoblatt zum Gesundheitsmanagement. All diese Akquisemaßnahmen würde sich die Stadt durchaus einiges kosten lassen. Werden alle Vorschläge umgesetzt, bringe das jährlich zusätzliche Kosten von rund 420.000 Euro mit sich. Um zu belegen, ob die Bemühungen Früchte tragen, soll der Erfolg der Ideen nach einem Kita-Jahr laufend ausgewertet werden.

Die öffentliche Ausschusssitzung beginnt am Donnerstag, 14. Dezember, um 18 Uhr im Ratssaal. Neben der Akquise von Fachpersonal stehen die Kitabedarfsplanung sowie die Bereitsstellung zusätzlicher Haushaltsmittel für zwei Löschfahrzeuge für die Ortsfeuerwehr Bierden und Uphusen sowie einen Gerätewagen für die Feuerwehr Achim auf der Tagesordnung. Zu Beginn und am Ende der Sitzungen findet eine Einwohnerfragestunde statt.

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