Achim-West

Ohne Bremen geht es nicht

Weil sich unter anderem die Größe der geplanten Gewerbefläche für das Projekt Achim-West geändert hatten, musste ein neues Gutachten her. Das liegt nun vor und es verdeutlicht die Wichtigkeit der Zusammenarbeit
22.10.2020, 17:44
Lesedauer: 3 Min
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Ohne Bremen geht es nicht
Von Elina Hoepken
Ohne Bremen geht es nicht

Das neue Prognos-Gutachten für das geplante Großprojekt Achim-West liegt jetzt vor.

Björn Hake

Sehnsüchtig wurde es erwartet – sowohl in Achim als auch beim großen Nachbarn Bremen: Das neue Prognos-Gutachten, das unter anderem Auskunft über die zu erwartenden Erträge des Mammutprojektes Achim-West gibt. Nun liegt der knapp 100 Seiten umfassende Bericht vor und er sagt voraus, dass eine gemeinsame Entwicklung des Industrie- und Gewerbegebietes nach wie vor sinnvoll und machbar ist. Die Betonung liegt allerdings auf dem Wort „gemeinsam“. Denn ohne eine Beteiligung Dritter sei das 140-Millionen-Euro-Projekt für Achim mit einem sehr hohen Risiko verbunden und daher nach derzeitigem Planungsstand nicht umsetzbar.

Bereits im Frühjahr 2018 hatte das Gutachterbüro Prognos eine Machbarkeitsstudie erstellt, diese musste nun aber aus verschiedenen Gründen noch einmal angepasst werden. So hat sich unter anderem die Größe der geplanten Gewerbefläche von 75 auf 90 Hektar erhöht und auch der Kostenrahmen ist von knapp 100 Millionen auf nun 140 Millionen Euro gestiegen. Darüber hinaus gebe es eine stark veränderte Marktnachfrage sowie veränderte Einnahmeerwartungen. In dem jetzt vorliegenden Bericht hat die Prognos AG diesen Veränderungen Rechnung getragen und die entsprechenden Daten aktualisiert. Mit dem Ergebnis wird sich die Achimer Politik in der kommenden Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr am Dienstag, 27. Oktober, ab 17 Uhr im Ratssaal auseinandersetzen.

Hohe Steuereinnahmen zu erwarten

In ihrer Mitteilungsvorlage kommt die Achimer Verwaltung auf Grundlage des Gutachtens schon einmal zu dem Schluss, dass das Projekt „unter der Prämisse einer Beteiligung beider Projektpartner zu gleichen Teilen an der Finanzierung weiterhin für die Projektpartner überregional betrachtet rentierlich ist“. Achim dürfte demnach im Jahr 2040 Steuereinnahmen von rund 2,3 bis 3,8 Millionen Euro (nach Umlage) erwarten – sowie im gesamten Betrachtungszeitraum 2021 bis 2040 „fiskalische Effekte von 21,5 bis 39,7 Millionen Euro“ generieren, wie es in der Studie heißt.

„Doch auch Bremen profitiert langfristig von der Realisierung des Gewerbegebiets, obwohl dieses außerhalb der Landesgrenzen liegt“, so die Verwaltung. Gründe hierfür seien etwa die Arbeitsplätze, die von in Bremen wohnhaften Personen eingenommen werden. „Die durch das Gewerbegebiet entstehenden Arbeitsplätze mit Wohnsitz in Bremen führen zu konstanten beziehungsweise steigenden Einwohnerzahlen, die im bundesstaatlichen Finanzausgleich für Bremen von hoher Bedeutung sind“, erklärt die Verwaltung.

„Positive Beschäftigungseffekte“

Insgesamt ist durch das Projekt im Jahr 2040 mit zusätzlichen Arbeitsplätzen in einer Größenordnung von rund 2700 Erwerbstätigen im Worst-Case und 4300 im Best-Case zu rechnen – davon rund 800 bis 1200 mit Wohnsitz in Achim und rund 500 bis 800 mit Wohnsitz in Bremen. „Eine Umsetzung des Projektes Achim-West wird eindeutig positive Beschäftigungseffekte für Bremen, Achim und die gesamte Region haben“, heißt es daher auch in dem Gutachten. Finanziell könnte Bremen laut Gutachten im Jahr 2040 mit Steuereinnahmen in Höhe von 1,9 bis drei Millionen Euro rechnen – im gesamten Betrachtungszeitraum liegen die zu erwartenden Steuereinnahmen im Worst-Case bei 18,1 Millionen und im Best-Case bei 34 Millionen Euro.

Doch diesen Einnahmen stehen natürlich auch erhebliche Kosten gegenüber. Und deshalb geht es aus Sicht der Achimer nur zusammen mit Bremen. „Aufgrund der sehr hohen Projektkosten für die Verkehrsinfrastruktur (Brückenbauwerk über die BAB 1, Trogbauwerk unter der Eisenbahnlinie Bremen-Hannover und Straßenbauwerk zur Verlängerung der Theodor-Barth-Straße mit Anbindung an die L 158), ist die Stadt Achim nicht in der Lage, das Projekt allein finanziell zu tragen. Nur unter Beteiligung mindestens eines weiteren Projektpartners, hier der Freien Hansestadt Bremen, der das finanzielle Risiko und die Chancen aus dem Projekt teilt, wird das Projekt auch für Achim monetär rentierlich.“ Gemeinsam sei es jedoch hochrentabel.

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