Neues Portal

Achim erhält ein digitales Branchenbuch

Noch gibt es keinen Starttermin, aber aus „achimgehtimmer.de“ wird „achim24.de“: Auf dem Portal der Stadt können sich alle Achimer Unternehmen kostenlos darstellen und die Nutzer über sich informieren.
28.10.2020, 16:20
Lesedauer: 3 Min
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Achim erhält ein digitales Branchenbuch
Von Kai Purschke

Ob später ein Stellenmarkt, eine Immobilienbörse oder der Onlinehandel den Weg ins neue Internetportal der Stadt Achim finden werden, steht noch nicht fest. Technisch möglich wäre es. Das sagt Ingo Freitag, Geschäftsführer der Achimer Internetagentur Webad und Vorsitzender der Unternehmergemeinschaft Achim. Zunächst aber soll das Portal www.achim24.de, von dem seit März eine Testversion unter www.achimgehtimmer.de online erreichbar ist (wir berichteten), ein interaktives Branchenbuch darstellen. Ein Starttermin steht noch nicht fest, aber im Idealfall tauchen später darin alle 2000 Achimer Unternehmen auf – derzeit sind es auf achimgehtimmer.de 106 Betriebe, die vom neuen Portal übernommen werden. Über genau diese Diskrepanz entbrannte nun in der Sitzung des Wirtschaftsausschusses eine Diskussion, die sich um die Frage drehte, wie die Zahl der Einträge drastisch erhöht werden kann.

Internet-Experte Freitag und Wirtschaftsförderer Martin Balkausky – die Stadt wird das Portal betreiben – erklärten, dass sie zunächst mal die Zahl von Tausend Unternehmen anpeilen, die sich und ihre Dienstleistungen auf dem Portal vorstellen sollen. „Über eine generelle Ansprache wollen wir die jetzige Zahl erhöhen“, sagte Balkausky, ohne ins Detail zu gehen. Wolfgang Mindermann, der mit der SPD eine Gruppe bildet, wollte Bürgermeister Rainer Ditzfeld ermächtigen, mit Verwaltungskräften auf Datenfang zu gehen und sich aktiv in die Gestaltung der Homepage einzubringen. Auch vom Aufsuchen etwa der Einzelhändler war die Rede. „Das können wir nicht leisten, dafür reichen die personellen Ressourcen nicht“, warf Vize-Verwaltungschef Bernd Kettenburg ein.

Karl-Heinz Lichter (CDU) bat Mindermann um eine Größenordnung des zusätzlichen personellen Aufwands, ehe er über einen etwaigen Antrag abstimmen könne. Hans Baum (FDP) stellte klar, dass Klinkenputzen nicht Aufgabe der Wirtschaftsförderung sein dürfe. „Das sind Unternehmer und keine Kinder, die an die Hand genommen werden müssen, um sich auf einer Homepage darzustellen.“ Peter Bartram (Grüne) sprang ihm bei: Wenn etwa Einzelhändler von sich aus nicht in der Lage seien, dieses kostenlose Angebot zu nutzen, müssten sie es eben lassen.

Das neue Portal soll eine Gesamtübersicht ausschließlich über die Achimer Unternehmenswelt bieten und Einzelhandel, Dienstleister, Industrie, Hotels, Gastronomen und Vereine abbilden. Der Nutzer kann direkt nach Betrieben einer bestimmten Branche suchen und sich durch Listen klicken oder das Suchfeld mit einem Begriff füttern, der auch ein Herstellername oder ein Produkt sein kann. Kartenausschnitte zeigen dann die Lage des jeweiligen Unternehmens im Stadtgebiet. Die Firmen können eine eigene Beschreibung, Fotos, Stichwörter und Kontaktdaten kostenlos im Portal hochladen und diese Angaben selbst stetig aktualisieren. Betriebe, die von sich aus auf die Stadt zugehen und sich auf achim24.de registrieren lassen möchten, können dies jederzeit tun. Von diversen Firmen werden aber auch im Vorhinein die vorliegenden Grunddaten eingetragen und dann haben die Unternehmen die Chance, ihren Eintrag aktiv zu bestätigen, um ihn mit Leben füllen zu können.

„Es geht darum, dass die Achimer entdecken können, was es hier alles gibt, bevor sie ins Umland ausweichen“, erläuterte Freitag den Ratsfraktionen die Intention des Portals, das auf jedem Endgerät funktioniert. Bei Wolfgang Heckel (WGA) machte sich allerdings Enttäuschung breit: „Wir haben mal darüber geredet, dass unsere Unternehmen auf dem Portal zeigen können, was man bei Ihnen online bestellen kann – das war doch der Plan.“ So weit seien viele Unternehmen in Achim noch längst nicht, manche hätten noch nicht mal eine E-Mail-Adresse, entgegnete ihm die Verwaltung. Daher habe erstmal eine Darstellung der überhaupt in der Stadt vorhandenen Betriebe Priorität.

Ingo Freitag präsentierte schließlich noch Erkenntnisse, die sich nach der Freischaltung von achimgehtimmer.de ergeben hatten. So habe es bisher etwa 10 300 Seitenaufrufe gegeben – ergibt einen monatlichen Schnitt von rund 1400. 57 Prozent der Nutzer hätten das Portal via Smartphone oder Tablet genutzt, 43 Prozent über einen PC. 70 Prozent der Nutzer haben über die Listen gesucht, 30 Prozent über das Suchfeld.

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