Film über muslimischen Glauben Achimer erhalten bundesweiten Preis

Junge Muslime aus Achim haben Fragen zu ihrem Glauben in einem Film beantwortet und sind dafür mit einem bundesweiten Preis ausgezeichnet worden. Die Achimer Stadtbibliothek zeigt den Film am heutigen Dienstagabend.
18.10.2016, 00:00
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Von Tina Hayessen

Junge Muslime aus Achim haben Fragen zu ihrem Glauben in einem Film beantwortet und sind dafür mit einem bundesweiten Preis ausgezeichnet worden. Die Achimer Stadtbibliothek zeigt den Film am heutigen Dienstagabend.

Fantini hält einen Vortrag über den Umgang mit dem Islam. Der Vortrag setzt sich, entlang verschiedener Studien, mit der Haltung der Menschen in Deutschland zum Islam auseinander. Dabei soll konkret der Kontext Schule und das Thema Kopftuch tragen im Lehramt beleuchtet werden. Darüber werden Studien zur Vorstellung jugendlicher Muslime zu ihrem Glauben besprochen.

Film soll Vorurteile abbauen

Einen weniger wissenschaftlichen, aber umso direkteren Zugang zum Islam hat die Gruppe der jungen Filmemacher. Sie sind Mitglieder der KaMu-Gemeinde in Achim, ihr Film feierte bereits Ende Mai dieses Jahres seine Premiere im Kasch. Er soll vor allem Vorurteile abbauen und Gemeinsamkeiten aufzeigen. Für ihre Arbeit werden die Nachwuchs-Filmmacher nun belohnt. Ein Sieg bei einem bundesweiten Wettbewerb, veranstaltet von medien.rlp, ist ihnen zugesagt worden. Am 5. November reisen die Achimer nach Koblenz und erfahren dort bei der Preisverleihung, welchen Preis sie genau erhalten – und wie hoch er eventuell dotiert ist. Medien.rlp ist ein gemeinnütziger Verein und Freier Träger der Jugendarbeit. Er verleiht Medien für die Bildungs- und die Jugendarbeit und ist Fachstelle für Medienbildung und Medienpädagogik.

„Was ich an dem Projekt so besonders fand, was mich wirklich begeistert hat, war, wie eigenständig sie gearbeitet haben“, sagt Regula Selbmann, die Leiterin des Projektes Perspektivwechsel beim Weser-Aller-Bündnis über die Muslime. Sie organisierte die für die Produktion erforderlichen Gelder im hohen vierstelligen Bereich beim Bundesfamilienministerium – und meldete, ganz überzeugt von dem Ergebnis, den Film für den Wettbewerb an. „Ich freue mich“, versichert Selbmann, aber betont, dass die Amateure im Mittelpunkt der Betrachtung stehen sollten. „Das Team hat sie in diesem Fall nur begleitet, die haben schon sehr genau gewusst, was in den Film rein soll und was nicht. Sie hatten sehr konkrete Vorstellungen“, unterstreicht Selbmann die Eigenständigkeit der jungen Muslime. Gedreht wurden die Szenen des Films hauptsächlich in der Stadt Achim – in der Schule und bei den Darstellern in deren privatem Umfeld, aber auch in einer Bremer Moschee wurden Aufnahmen gesammelt. Produziert haben den Film die Bewegtbildexperten von Creaclic.

Sie hätten wegen ihres Glaubens viel Negatives in der Öffentlichkeit erfahren, verraten die in Achim geborenen Filmemacher Büsra Yoldas, Hilal Akan, Süheda Coban, Hümeyra Gündogan und Kübra Ozsoy sowie Halid und Hamza Yorgun. Das wollen sie ins Positive verkehren. Ein bundesweiter Preis, das sei nicht nur ein Erfolg für die jungen Muslime, sondern auch für die Stadt, ist sich Timo von den Berg von der Stadtverwaltung sicher. Es sei eine höchst positive Art „Achim mal wieder auf der Karte sichtbar zu machen“.

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