Achimer Innenstadt Drei Fliegen mit einer Klappe

Mit dem angekündigten Umzug der Kreissparkasse in Achim geht ein Wunsch der Stadt in Erfüllung. Zufrieden ist darüber hinaus auch der Finanzdienstleister. Und seine Kunden sollten es auch sein, meint dieser.
05.02.2021, 15:31
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Drei Fliegen mit einer Klappe
Von Kai Purschke

Dass die Kreissparkasse (KSK) Verden in Achim, wie berichtet, in etwa zwei Jahren von der Fußgängerzone ins Lieken-Quartier zieht, hat – objektiv betrachtet – zwei Vorteile: Der Investor W & S hat für seinen neuen Riegelbau am Bahnhof neben der bereits feststehenden Drogerie und dem Backshop einen großen Ankermieter, der einen langfristigen Mietvertrag unterschreiben wird und in der Innenstadt wird das Erdgeschoss eines riesigen Gebäudes in 1A-Lage für neue Geschäfte frei.

Zwar fällt für die Stadt Achim mit dem Auszug der Sparkasse, der wohl Mitte 2023 über die Bühne gehen kann, künftig ein Veranstaltungsraum fürs Wirtschaftsforum weg, aber eine kleine Stadtfiliale samt fünfköpfigem Mitarbeiterteam soll im Gebäude verbleiben. Vor dem Hintergrund der von der Sparkasse angekündigten Umstellungen der Ortsteilfilialen in Baden und Bierden auf Automaten war dies Bürgermeister Rainer Ditzfeld sehr wichtig, wie er betont hatte. „Die Leute möchten gerne auf dem Baumplatz parken und gegenüber ihre Gelddienstleistungen erledigen oder direkt vom Wochenmarkt aus Geld abheben können“, sagte er. Zudem wisse er aus vielen Gesprächen, dass den Achimern selbst der Gang zum Gieschen-Kreisel, wo die KSK eigentlich neu bauen wollte, zu umständlich gewesen wäre.

Da auch Silke Korthals und Matthias Knak, die den Sparkassenvorstand bilden, dem Wunsch der Kunden entsprechen wollten, wird die Sparkasse also Mieter von rund 250 Quadratmetern in dem Haus, das ihr jetzt noch gehört und das sie an das Investorentrio Thomas Puvogel, Florian Lücke und Kai Amir-Sehhi verkaufen wird. Ihren derzeitigen zweiten Standort in der Fußgängerzone, das angemietete Immobilien-Center, werde dagegen aufgegeben. „Der Vermieter ist bereits darüber unterrichtet worden“, sagte Matthias Knak.

Denn auch die Immobilienberater werden ins neue Beratungshaus auf dem Lieken-Quartier wechseln, wo dann laut Silke Korthals rund 50 Vertriebsmitarbeiter aus allen Bereichen tätig sein werden – rund 1600 Quadratmeter Fläche (ohne Flure) wird die KSK in mehreren Etagen dafür anmieten. Im Erdgeschoss, direkt neben der Bäckerei, entsteht dann ein etwa 250 Quadratmeter großer Servicebereich, das Penthouse ganz oben soll den Mitarbeitern als Sozialraum dienen. Und ganz unten im Keller möchte die KSK ihren Kunden dann direkt erreichbare 3000 Schließfächer anbieten, die sie rund um die Uhr nutzen können. Derzeit sind es in Achim 1600 Fächer, die lediglich während der Öffnungszeiten zur Verfügung stehen.

„Im Hauptgebäude in Verden ist neben dem Vertrieb auch unsere Verwaltung untergebracht, insofern ist das Konzept für das Lieken-Quartier für uns etwas ganz Neues“, betonte die Vorstandsvorsitzende Silke Korthals. Sie erklärt ausdrücklich auch, dass der Standort Achim der KSK am Herzen läge und, dass die Gespräche über eine neue Geschäftsstelle und den Auszug aus der jetzigen nie geruht hätten.

Mit der Veränderung in der Geschäftsstellenstruktur, dem erfüllten Kundenanspruch mit der verbleibenden Stadtfiliale und der Erfüllung des Wunsches der Stadt Achim einer Neuentwicklung der Fußgängerzone werden laut Silke Korthals gleich drei Fliegen mit einer Klappe erschlagen, „indem wir das Gebäude freigeben“. Das heißt aber auch: Die KSK erhält das Geld vom Gebäudeverkauf, spart die Mieter fürs Immobiliencenter und die immensen Kosten für einen Neubau und muss im Gegenzug das Beratungshaus sowie die Mini-Filiale anmieten. Unterm Strich aus Sicht der KSK eine gute Lösung, „die uns auch die Flexibilität bringt, die wir als Finanzdienstleister brauchen“.

Wie flexibel das Käufer-Trio sein muss, wird es nun während seiner Umbauplanungen herausfinden. Und auch, ob eine Zusammenführung mit der Marktpassage gelingen kann. „Auf jeden Fall sind wir mit Eigentümer Michael Bürgers im Gespräch“, verriet Kai Amir-Sehhi. Schließlich steht immer noch ein anderer Zuschnitt sowie eine Vergrößerung der beiden Innenstadt-Magnete Rewe und Rossmann zur Diskussion.

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