Achimer Innenstadt Eine neue Hoffnung

Der Wirtschaftsbeirat Achim hofft wie die Unternehmergemeinschaft Achim auf den großen Wurf für die Innenstadt, wenn die Sparkasse umgezogen ist. Auch hoffen beide Institutionen auf einen großen Laden.
10.02.2021, 15:52
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Eine neue Hoffnung
Von Kai Purschke

Viel haben Adolf Brockmann und Rudi Knapp gesehen und mitgemacht. „Wir waren Unternehmer, keine Unterlasser“, begründen die beiden Männer ihre Erfahrungen mit und in der Wirtschaft. Die geben sie wie ihre Kollegen vom Wirtschaftsbeirat Achim und von der Unternehmergemeinschaft Achim (Uga) gerne weiter – wenn sie gefragt werden. Im Falle des nun von der Kreissparkasse Verden verkündeten Umzugs von der Fußgängerzone aufs Lieken-Gelände und den damit einhergehenden Veränderungen im jetzigen Sparkassenhaus (wir berichteten), haben sie etwas mitzuteilen, wie Knapp es zusammenfasst: „Wir sind froh, dass nun endlich etwas passiert“.

Der Uga-Ehrenvorsitzende ist zugleich der 2. Vorsitzende des Wirtschaftsbeirats und damit Stellvertreter von Beiratschef Adolf Brockmann. Auch dieser freut sich, „dass jetzt Bewegung drin ist“ und noch mehr begeistert es die beiden Männer, dass mit Kai Amir-Sehhi und Thomas Puvogel zwei ihnen bestens bekannte Achimer, die sich mit Florian Lücke zusammengetan haben, um die Neuentwicklung des Sparkassengebäudes kümmern werden. „Sie sind sehr verbunden mit uns und interessieren sich sehr für Achim“, weiß Brockmann. Er hofft, dass sich nun auch weitere Immobilienbesitzer „aus ihrem Dornröschenschlaf wecken lassen“ und Veränderungen zulassen.

Dazu passt, dass die Stadtverwaltung offenbar bemüht ist, mit allen Eigentümern zu sprechen. Denn „ohne Investition durch die Eigentümerseite bestehen aus heutiger Sicht nur eingeschränkte Vermarktungschancen im Handelsbereich“ heißt es dazu aus dem Rathaus. Und so seien die Gespräche mit den Eigentümern bis hin zum Eingang der Fußgängerzone ausgeweitet worden, um möglicherweise eine Gesamtlösung zu finden. „Konkrete Ergebnisse gibt es noch nicht, aber natürlich liegt dies in unserem Interesse“, sagt Wirtschaftsförderer Martin Balkausky.

Die Leerstände in der Innenstadt sind auch ihm bestens bekannt, es lässt sich aber an Aushängen in den Schaufenstern ablesen, dass die Gewerbeflächen nun deutlicher beworben werden. Und von zwei Veränderungen in der Achimer City weiß Balkausky: So eröffne neben dem Spielzeuggeschäft an der Heilbronnstraße in Kürze ein kleiner Feinkostladen, der Bio- und Naturprodukte anbietet und Optik Richter ziehe an die Obernstraße in das ehemalig Kosmetikstudio gegenüber der Parfümerie.

Das sind kleine Veränderungen, die Herren Brockmann und Knapp hoffen allerdings noch auf die großen sowie auf einen großen Laden, von dessen Anziehungskraft auch die ansässigen Einzelhändler profitieren könnten. Adolf Brockmann geht davon aus, dass sich dies auch in Verbindung mit dem Nientkewitzhaus realisieren lässt, das Investor Müller & Bremermann zusammen mit weiteren Nachbargebäuden als "Markthöfe" umgestalten will. "Und schräg gegenüber dann neue Entwicklungen im Sparkassengebäude", sagt der frühere Textilhändler Knapp mit glänzenden Augen. Er weiß schon lange, dass neue, größere Geschäfte für die etablierten Kleinen keine Konkurrenz darstellen, sondern ihnen sogar helfen würden.

Für sehr wichtig aber halten Adolf Brockmann und Rudi Knapp die Abstimmung zwischen beiden Vorhaben, bei der sowohl der Wirtschaftsbeirat als auch die Uga mit ihrem Know-how gerne behilflich wären, wie sie betonen. „Es wäre ja unglücklich, wenn auf beiden Seiten eine neue Bäckerei einzieht“, nennt Knapp ein Beispiel. Was in seinen Augen aber gar wünschenswert ist, wären zwei Bekleidungsläden, zwischen denen die Kunden pendeln könnten. „Was der eine nicht hat, hat vielleicht der andere“, sagt Knapp. Bisher weichen die Kunden etwa nach Bremen aus, wenn sie in Achim nicht gleich fündig werden oder unentschlossen sind.

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