Terre des Hommes Achim Heimeliges an der Herbergstraße

Der traditionelle Weihnachtsbasar der Achimer Terre-des-Hommes-Gruppe im Ratssaal kann pandemiebedingt nicht stattfinden. Stattdessen öffnet sie sonnabends und mittwochs einen Weihnachtsladen in der Innenstadt.
18.11.2021, 16:25
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Heimeliges an der Herbergstraße
Von Kai Purschke

Die noch immer nicht ausgestandene Corona-Pandemie und die derzeit steigenden Infektionszahlen sorgen weiterhin dafür, dass traditionelle Veranstaltungen nicht in gewohnter Weise stattfinden können. Die Organisatoren müssen neue Wege gehen und alte Konzepte über den Haufen werfen, was auch die Achimer Gruppe von Terre des Hommes getan hat. Statt des üblichen Weihnachtsbasars im Rathaussaal eröffnet sie dieses Mal zeitweise ein Geschäft.

An der Herbergstraße 1a, dort befand sich früher das Café Chic, wird von diesem Sonnabend, 20. November, bis zum 22. Dezember immer sonnabends und mittwochs jeweils von 10 bis 13 Uhr der Weihnachtsladen seine Türen öffnen. "Wir hoffen darauf, dass die Wochenmarktbesucher dann einen Abstecher in die Herbergstraße machen", sagte Bärbel Richter stellvertretend für die Gruppe, deren aktive Mitglieder auch am Donnerstag noch fleißig waren, um im Erdgeschoss des Gebäudes alles für den Verkauf herzurichten.

Denn neben den unzähligen Dekorationsartikeln zur Weihnachtszeit mussten die Terre-des-Hommes-Helfer auch Tische und Regale ins frühere Café schaffen. Dieses steht schon länger leer, wurde aber bereits zum Jahresanfang 2019 von der Stiftung Waldheim angemietet. Sie hatte geplant, dort in der Achimer Innenstadt ein Angebot für psychisch erkrankte Menschen auf die Beine stellen, "aber Corona grätschte uns dazwischen", wie Sprecherin Katharina Englisch ausführt. Nun aber plane die Stiftung Waldheim, bis Mitte des nächsten Jahres dort eine Tagesstätte für Menschen mit psychischer Erkrankung zu eröffnen. Das Angebot richtet sich laut Katharina Englisch an etwa zwölf Personen, "die im Rahmen von betreuter Tagesstruktur ihre lebenspraktischen Fähigkeiten stärken, sinnvoller Beschäftigung nachgehen und einen Ort der Begegnung finden".

Vorübergehend hat die Waldheim-Gruppe nun aber zumindest Leben ins Haus gebracht, indem sie den Mitgliedern von Terre des Hommes die Räume kostenfrei zur Verfügung stellt. Diese mussten zunächst mal putzen und den schwarz-weiß gekachelten Boden wischen, ehe sie die mit gebastelten, getöpferten und genähten Waren aller Orte aus den Kartons räumen konnten. Auch gespendete Artikel werden nun für den guten Zweck verkauft, denn die Achimer Ortsgruppe unterstützt mit dem Erlös jedes Jahr Kinderhilfsprojekte in aller Welt. Im länglichen Verkaufsraum reihen sich Christbaumschmuck aller Art, Windlichter, Honigkerzen, Etageren, Meisenknödel, Marmeladen, kleine genähte Taschen für Pixi-Bücher und vieles mehr aneinander. 

Während etwa Bärbel Richter, Elisabeth Almgard und Angelika Begerow – neben all den anderen Helfern – damit beschäftigt sind, die Dekoartikel bestmöglich zu präsentieren, läuft im Obergeschoss die Keksabfüllung, denn vom feinen Gebäck hat die Terre-des-Hommes-Gruppe wieder jede Menge anzubieten. Darüber hinaus gibt es auch Grußkarten, Adventsgestecke, Schmuck, Strickwaren oder selbst gewebte Schals. Dabei haben die Frauen auch darauf geachtet, nachhaltig bereits gebrauchte Artikel zu verarbeiten und Neues daraus zu kreieren, was Upcycling genannt wird. Sie haben beispielsweise eine alte gehäkelte Tischdecke so zerschnitten, dass daraus einzelne Schneekristalle für den Weihnachtsbaum entstanden sind. "Wer nichts kaufen möchte, kann auch einfach so zum Spenden kommen", sagt Bärbel Richter, denn eine Spendendose stehe bereit. 

Maximal zehn Kunden gleichzeitig dürfen sich in dem Laden befinden, wo auch die Maskenpflicht und das Abstandsgebot gelten. Deutliche Schilder am Eingang, der sich links am Gebäude auf einem kleinen Vorhof befindet, weisen darauf hin.

Zur Sache

Terre des Hommes Achim

Die Ortsgruppe der Organisation Terre des Hommes (zu Deutsch: Erde der Menschlichkeit), die sich für die Rechte von Kindern einsetzt und Kindern in Not hilft, ist seit nunmehr 41 Jahren in Achim aktiv. Sie besteht nach eigenen Angaben insgesamt aus rund 30 engagierten Frauen und Männern zwischen 40 und 80 Jahren, organisiert regelmäßig Aktionen und informiert über die Arbeit von Terre des Hommes. Dauerhaft betreiben die Achimer Mitglieder den Verkauf von gebrauchter Kleidung und kleinen Haushaltsgegenständen in einem Geschäft an der Achimer Brückenstraße 5, darüber hinaus veranstalten sie etwa den Adventsbasar, um Erlöse für Kinder zu generieren. In Deutschland wurde Terre des Hommes auf Initiative des Schriftsetzers Lutz Beisel 1972 in Stuttgart gegründet.

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