Abstimmung der Mitglieder

Achimer ADFC hat sich aufgelöst

Keine Feierabendradtouren mehr, keine Fahrradcodierungen oder Flickkurse sowie andere ADFC-Aktionen in Achim: Die Organisationseinheit des Fahrrad-Clubs hat sich aus personellen Gründen aufgelöst.
06.10.2020, 15:56
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Achimer ADFC hat sich aufgelöst
Von Kai Purschke
Achimer ADFC hat sich aufgelöst

Das Führungsduo Peter Tonnemacher und Wilhelm von der Höhe (v. l.).

Björn Hake

Schweren Herzens haben der Vorsitzende Wilhelm von der Höhe und der übrige Vorstand der Achimer Organisationseinheit (OE) des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) selbige nun aufgelöst. Dass die personelle Unterstützung in den vergangenen Jahren immer mehr nachließ und keine jüngeren Ehrenamtler sich dem OE Achim anschlossen und Führungsaufgaben übernehmen wollten, war ein schleichender Prozess, wie Wilhelm von der Höhe auf Nachfrage sagte. Das Fass zum Überlaufen aber brachte nun die Jahreshauptversammlung, denn niemand war bereit, Vorstandsarbeit zu übernehmen. „Daraufhin habe ich die Auflösung des OE Achim beantragt“, erzählt von der Höhe. Die Mehrheit der anwesenden Mitglieder – 16 von 120 waren da – stimmte dem zu.

Das bedeutet, dass es keine Feierabendradtouren, keine Fahrradcodierungen, Begleitung von Radkursen für Migrantinnen oder Flickkurse sowie andere ADFC-Aktionen in Achim mehr geben wird. „Das dürfte ich alleine nicht, das untersagt der Landesverband“, sagt der 69-jährige Willi von der Höhe. Zuletzt habe der Vorstand aus vier aktiven Mitgliedern bestanden, alle jenseits der 60. Von der Höhe ist seit mittlerweile 25 Jahren für den ADFC in Achim aktiv und musste mit ansehen, wie im Laufe der Zeit immer mehr Arbeit auf immer weniger und ältere Schulter verteilt wurde. Zusammen mit seinem Stellvertreter Peter Tonnemacher bildete er seit 2017 das Führungsduo der OE, die davor eine Ortsgruppe war, die aus dem ehemaligen ADFC-Kreisverband hervorgegangen war.

„Das fällt mir nicht leicht und beschäftigt mich“, erzählt Wilhelm von der Höhe über den gefassten Beschluss zur Auflösung. Er selbst, der auch ein Streiter für den Radschnellweg ist, gibt aber nicht auf und wird sich nun mit Manfred Schmidt zusammen verstärkt im Arbeitskreis Verkehr engagieren, um weiterhin verkehrspolitisch für Radfahrer in Achim aktiv zu sein. „Das hatte sich in der OE leider etwas gedreht, denn eigentlich steht im ADFC das Verkehrspolitische an erster Stelle, dann erst kommt das Radfahren selbst“, schildert Wilhelm von der Höhe, der immer zur Führungsriege des ADFC in Achim gehört hat.

Kein Wunder also, dass er sich vom Verband auch bei seinen neuen Aktivitäten nicht trennen mag. „Ich habe schon meine Fühler ausgestreckt und werde als Vertreter des ADFC Achim nun eben im Arbeitskreis Verkehr aktiv sein“, erzählt er. Und auch der Fahrrad-Selbsthilfewerkstatt im Magdeburger Viertel möchte er weiter treu bleiben, ebenso übt er sein Amt als Kassenprüfer im Kasch weiter aus.

Ohne Ehrenamt geht es bei Wilhelm von der Höhe einfach nicht – und nur allzu gerne wäre er auch Vorsitzender der Achimer Vertretung des ADFC geblieben. „Das belastet mich ein wenig, ja“, gibt er unumwunden zu, denn stets habe er sich der Ortsgruppe und später der OE verbunden gefühlt und viel Freude verspürt. „Das kann man nicht einfach so abhaken, dafür war ich zu lange für den ADFC tätig“, sagt er. Und so hatte sich der Vorsitzende auf der jüngsten und letzten Jahreshauptversammlung bei allen bedankt, „die die OE Achim bis jetzt begleitet haben“ – etwa auch bei den Tourenleitern der Feierabendtouren, von denen es zunächst auch sechs gab und die im Laufe der Zeit immer weniger wurden, wie Wilhelm von der Höhe anmerkt.

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