Radschnellweg in Achim

Alles eine Frage der Kosten

Ende 2019 hat sich die Achimer Politik mehrheitlich dafür ausgesprochen, die Planungen für einen Radschnellweg voranzutreiben. Im Zuge dessen werden jetzt auch Extras wie ein fluoreszierender Belag geprüft.
18.02.2020, 16:11
Lesedauer: 2 Min
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Alles eine Frage der Kosten
Von Elina Hoepken
Alles eine Frage der Kosten

Beispielsweise in der Stadt Duisburg gibt es bereits einen fluoreszierenden Radweg, dessen Grenzen bei Dunkelheit ohne Strom leuchten. Verantwortlich dafür sind spezielle Chemikalien, mit denen der Weg präpariert ist.

Roland Weihrauch/dpa

Dass die Achimer CDU nicht der allergrößte Fan des Radschnellweges ist, der in Achim entlang der Bahngleise entstehen und später so Bremen-Nord über Achim mit Verden verbinden soll, das haben die Fraktionsmitglieder in vielen Redebeiträgen in Ausschuss- und Ratssitzungen deutlich gemacht. Ende vergangenen Jahres sprach sich die Politik dann allerdings doch – mit überraschend wenigen Gegenstimmen aus den Reihen der CDU – mehrheitlich dafür aus, die Planungen für den Radschnellweg weiter voranzutreiben (wir berichteten). Es dauerte danach auch nicht lange, bis die CDU-Fraktion einen Antrag einbrachte, in dem sie aus ihrer Sicht wichtige Aspekte vorbrachte, die in eben diese Planungen mit einbezogen werden sollen.

Dazu gehörte beispielsweise der Bau einer intelligenten Radwegebeleuchtung, die nur bei Bedarf leuchtet und regenerative Energien nutzt. Doch eine Umsetzung dieser Idee ist offenbar gar nicht so einfach. Diesen Rückschluss lässt zumindest die Antwort der Verwaltung auf die entsprechende Anfrage der CDU-Fraktion zu. Denn der Radschnellweg soll bekanntlich überwiegend mit Fördermitteln des Bundes realisiert werden. Rund zehn Millionen Euro soll der zehn Kilometer lange Radschnellweg von der Landesgrenze zu Bremen bis zum Bahnhof Achim-Baden kosten, 1,5 Millionen Euro davon müsste die Stadt, aufgeteilt auf sieben Jahre, selbst tragen. „Der Fördermittelgeber schreibt eine durchgehende Beleuchtung vor, um neben Sicherheitsaspekten auch durch qualitative Kriterien einen Umstieg auf das Fahrrad zu fördern“, erklärt die Verwaltung.

Überwiegend adaptive Beleuchtung

Bei Radschnellwegen in Deutschland werde derzeit überwiegend eine adaptive Beleuchtung installiert, die bedarfsgerecht dann „hochgefahren“ werde, wenn sich Radfahrende nähern und im Anschluss wieder auf ein niedriges Lichtniveau gedimmt werde. „Beachtet werden muss aber auch, dass nicht die Beleuchtungsstärke der wichtigste Faktor dafür ist, dass sich Radfahrende auf einer Strecke gut zurechtfinden und sicher fühlen, sondern dass eine gleichmäßige Beleuchtung, wegen der trägen Anpassungsfähigkeit des Auges an wechselnde Lichtstärken, der dabei entscheidende Faktor ist.“

Darüber hinaus seien bei der Planung natürlich auch Umweltfaktoren zu berücksichtigen. Klar sei allerdings: „Eine künstliche Beleuchtung kann grundsätzlich nicht umweltfreundlich sein.“ Der negative Einfluss könne lediglich durch Lichtfarbe und Lichtstärke abgemildert werden. Einen ausgewogenen Kompromiss zwischen all diese Faktoren gelte es in den nun beginnenden konkreten Planungen des Radschnellweges zu finden.

Kostenfrage muss geklärt werden

Ebenso solle in diesem Zuge geprüft werden ob, wie von der CDU-Fraktion beantragt, fluoreszierende Beläge für den Radweg genutzt werden können. Dabei werden Chemikalien in den Asphalt gemischt, die tagsüber das Sonnenlicht absorbieren und nachts leuchten. Die CDU erhofft sich dadurch eine erhöhte Sicherheit. „Neben den technischen und Umweltaspekten muss auch die Frage der Finanzierung der dadurch gegebenenfalls zusätzlich entstehenden Kosten geklärt werden“, gibt die Verwaltung zu bedenken.

Eine Kostenfrage wäre sicherlich auch der Einbau von Induktionsschleifen, mit der die Anzahl der Nutzer erfasst werden könnte, die den Radweg befahren. Auch das hatte die CDU vorgeschlagen und die Verwaltung hält die Idee nach eigenen Angaben grundsätzlich auch für eine gute Möglichkeit, um die Ausnutzung des Radschnellweges zu evaluieren und dessen Bedeutung mit belastbaren Zahlen zu beurteilen. „Im Rahmen der Planung erfolgt auch hierfür eine tiefere Prüfung“, kündigt die Verwaltung an. Die Frage, ob Induktionsschleifen eingebaut werden, werde dann auch auf Basis der konkret zu ermittelnden Kosten sowie des Kosten-/Nutzenverhältnisses dieser Investition zu entscheiden sein.

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