Achimer Bahnhof

Runderneuerung der Radanlage

Abstellanlagen für Fahrräder gibt es in Achim bereits. Nur die am Badener Bahnhof entspricht allerdings den heutigen Ansprüchen. Das will die Stadt ändern und am Achimer Bahnhof eine moderne Anlage errichten.
04.06.2020, 16:27
Lesedauer: 3 Min
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Runderneuerung der Radanlage
Von Elina Hoepken
Runderneuerung der Radanlage

Die bestehende Anlage soll zurückgebaut werden und Platz machen für eine neue. Diese bietet auch mehr Sicherheit.

Björn Hake

Die Stadt Achim setzt mittel- bis langfristig darauf, eine Mobilitätswende herbeizuführen und möglichst viele Verkehrsteilnehmer zum Umstieg auf alternative und umweltfreundlichere Verkehrsmittel wie den ÖPNV oder das Fahrrad zu bewegen (wir berichteten). Das ist nicht erst seit der Veröffentlichung des Mobilitätskonzeptes Ende vergangenen Jahres klar. Und doch hat dieses Konzept die Prioritätensetzung noch einmal ganz deutlich gemacht. So wird im Rahmen der Umsetzung des Konzeptes dem Themenfeld „Ausbau und Qualitätsverbesserung des innerstädtischen Fahrradverkehrs“ größte Bedeutung beigemessen. Neben des Radwegen selber gehören dazu laut Verwaltung auch geeignete und zeitgemäße Abstellmöglichkeiten.

Die Stadt Achim hat laut Mobilitätskonzept an den Verkehrsknotenpunkten Bahnhof Achim, Bahnhof Baden und in der Innenstadt bereits zahlreiche Abstellanlagen errichtet. Lediglich die Abstellanlage am Bahnhof Baden entspricht in ihrer Beschaffenheit allerdings weitgehend den heutigen Ansprüchen. Doch das soll jetzt geändert werden. Denn noch in diesem Jahr soll an der Südseite des Achimer Bahnhofs unter der Eisenbahnbrücke der L 167 eine sogenannte Radsammelschließanlage mit rund 152 Radabstellplätzen gebaut werden. Die bestehende Anlage soll dazu abgerissen werden. Das geht aus einer Mitteilungsvorlage hervor, die auch in der Sitzung des Planungsausschusses am Dienstag, 9. Juni, auf der Tagesordnung steht.

Verkehrsuntersuchung gemacht

Eine dazu vom Büro PGT Umwelt und Verkehr GmbH im Auftrag der Stadt Achim ermittelte Verkehrsuntersuchung hat ergeben, dass derzeit auf beiden Seiten des Bahnhofs Achim insgesamt 447 Fahrradstellplätze angeboten werden. Davon entfallen auf die Nordseite des Bahnhofs 152 und auf die Südseite 295 Stellplätze – von den 295 Stellplätzen wiederum 143 auf die bestehende Anlage unter der Straßenbrücke. Im Untersuchungszeitraum (2016 bis 2019) schwankt deren Auslastung zwischen 45 und 27 Prozent. Gemäß dem Gutachten liegt dies zum einen an der ungünstigen Lage und zum anderen an der Qualität der vorhandenen Abstellmöglichkeiten.

Mit der neuen Anlage soll allerdings vieles besser werden. „Gegenüber dem heutigen Bestand wird neben der verbesserten Sicherheit eine Erhöhung um circa 24 Abstellplätze erreicht. Auch die optische Ansicht wird deutlich aufgewertet“, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. „Der untere Bereich der Einzäunung wird mit transparentem Lochblech sowohl Licht in das Innere bringen, als auch die soziale Kontrolle ermöglichen. Der obere Bereich wird aus grünem Sicherheitsglas den Anschluss an die Brücke ausbilden.“ Die Anlage werde zudem innen beleuchtet. Der Zugang erfolgt über zwei Schiebetüren, die mit einem Code geöffnet werden. Der Code ist zum Beispiel über eine in der Entwicklung befindliche Smartphone-App erhältlich.

Reservierung per App

Um sich einen Platz in der Anlage zu sichern, ist zunächst eine tagesaktuelle Reservierungsmöglichkeit über die App geplant. „Vorstellbar ist, das zukünftig individuell und stundengenau auch über einen längeren Zeitraum Abstellplätze reserviert werden können.“ Eine Nutzungsgebühr soll indes nicht erhoben werden, um den Radverkehr gegenüber dem Pkw-Verkehr nicht zu benachteiligen. „Je nach Reservierungssystem und Auslastung wird zukünftig aber zu überlegen sein, ob eine Gebühr bei Nichtnutzung der Reservierung anfällt“, kündigt die Achimer Verwaltung an.

In der Sammelschließanlage ist neben den Stellplätzen ein Schließfachschrank mit voraussichtlich zwölf Fächern vorgesehen. Dieser bietet den Nutzern die Möglichkeit, kleinere Utensilien wie Fahrradhelm, Regenjacke oder Ähnliches aufzubewahren. Die Schließung soll ebenfalls über einen Code erfolgen, eine Gebühr wird auch hier nicht erhoben. Gegenüber der Sammelschließanlage zwischen den Brückenpfeilern sei es zudem möglich, die vorhandenen acht Abstellbügel durch zehn Einzelschließanlagen zu ersetzen, um Fahrräder separat einschließen zu können. „Aufgrund der beschränkten Anzahl an Einschließmöglichkeiten und relativ hohen Investitionskosten pro Stellplatz ist vorgesehen, diese Einzelschließanlagen gegen Gebühr zu betreiben. Eine bisher durchgeführte Grobkostenkalkulation sieht eine Jahresgebühr von 100 Euro vor.“

Start wäre ab in Kürze möglich

Nach Schätzungen der Verwaltung könnte das Projekt bereits in der zweiten Jahreshälfte 2020 realisiert werden. Für die Errichtung wird mit Kosten in Höhe von 250 000 Euro gerechnet. Radabstellanlagen werden durch die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen gefördert. Der Stadt liegt nach eigenen Angaben ein vorläufiger positiver Förderbescheid vor. Den bisher veranschlagten 250 000 Euro Gesamtkosten stehen danach Einnahmen in Höhe von 170 000 Euro gegenüber. Der Eigenanteil der Stadt Achim beträgt entsprechend 80 000 Euro.

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