Wegen geänderter Auflagen

Amtsgericht-Umbau verzögert sich

Die Mitarbeiter des Achimer Amtsgerichts müssen wohl noch eine ganze Weile auf neue Büroräume warten. Die Umbauarbeiten an der ehemaligen JVA beginnen nun nämlich doch erst im Frühjahr 2021.
16.10.2020, 16:03
Lesedauer: 2 Min
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Amtsgericht-Umbau verzögert sich
Von Elina Hoepken
Amtsgericht-Umbau verzögert sich

Momentan sieht an der ehemaligen JHV noch alles aus wie immer. Das soll sich ab Frühjahr 2021 aber endlich ändern.

Focke Strangmann

Still und friedlich steht der rote Backsteinbau des Amtsgerichts mit der angrenzenden ehemaligen Justizvollzugsanstalt (JVA) an der Obernstraße. So stellt man sich ein Gebäude eigentlich nicht vor, das sich schon seit über einem Jahr im Umbau befindet. Dabei hatten bereits im Sommer 2019 die Sanierungsarbeiten eigentlich offiziell begonnen.

Wie berichtet soll die ehemalige JVA zukünftig als Teil des Amtsgerichts mitgenutzt werden und für Büro- und Nebenräume umgebaut und technisch neu ausgestattet werden. Zuletzt dienten die Räumlichkeiten nämlich hauptsächlich als Aktenarchiv. Die Büroräume der Mitarbeiter sind derzeit noch auf drei verschiedene Gebäude aufgeteilt. Neben dem Hauptsitz an der Obernstraße ist das Amtsgericht zusätzlich noch im früheren Rathaus sowie im angrenzenden Gebäude (Nebenstelle II) an der Straße „Am Rathauspark“ untergebracht.

Zahlreiche Verzögerungen

Bereits vor dem offiziellen Beginn der Arbeiten hatte es immer wieder Verzögerungen gegeben. Mal war die Finanzierung des Umbaus, mal ein unerwarteter Asbestfund in den Räumlichkeiten der Grund dafür. Dem Asbest ging es nun aber im Sommer vergangenen Jahres an den Kragen und die Asbestsanierung ist nach Angaben der Leiterin den Amtsgerichts, Sabine Reinicke, mittlerweile auch vollständig abgeschlossen.

Viel mehr ist seitdem an dem Gebäude aber nicht passiert – zumindest wenig Sichtbares. Und das wird aller Voraussicht nach auch noch eine ganze Weile so bleiben. Denn wie eine Nachfrage beim zuständigen Staatlichen Baumanagement Weser-Leine ergeben hat, ist mit einem Baubeginn frühestens im kommenden Jahr zu rechnen. „Ein Start der Arbeiten im zweiten Quartal 2021 wird derzeit als realistisch angesehen“, erklärt Baudirektorin Sabine Hauptmeyer-Maruschke.

Arbeiten im Hintergrund

Untätig seien alle Beteiligten in den vergangenen Monaten aber dennoch nicht gewesen. So sei im vergangenen Jahr an das Gebäude beispielsweise eine außenliegende Treppe angebaut worden. Dies sei nötig geworden, um veränderten Brandschutz-Anforderungen Rechnung zu tragen. Die Treppe soll allerdings nur als Interimslösung dienen und perspektivisch auch wieder abgebaut werden. Auf lange Sicht soll das Gebäude nämlich einen eigenen Aufzug bekommen, um es barrierefrei zu machen. Dieser war, wie berichtet, nach einigem Hin und Her noch nachträglich in die Bauplanung mit aufgenommen worden.

Doch das war bisher nicht die einzige Anpassung. „Es gibt einige gesetzliche Auflagen, die sich geändert haben und aufgrund derer die Pläne entsprechend angepasst werden mussten“, erklärt Hauptmeyer-Maruschke. All das seien Arbeiten gewesen, die in den vergangenen Monaten im Hintergrund abgelaufen seien. Denn aufgrund dieser Anpassungen seien auch immer wieder Gespräche über die Finanzierung und die Übernahme der Kosten nötig gewesen. Die Finanzierung des Projektes sei nun aber gesichert. Das Land Niedersachsen investiert nach Angaben von Sabine Hauptmeyer-Maruschke rund eine Million Euro, um das Amtsgericht herzurichten. Der Umbau an dem denkmalgeschützten Gebäude sei eng mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege abgestimmt.

In den nächsten Wochen und Monaten sollen nun die Ausschreibungen und Vergabeverfahren laufen. „Das kann noch etwas Zeit dauern“, kündigt Hauptmeyer-Maruschke an. Im Frühjahr 2021 soll es am Amtsgericht dann aber endlich so richtig losgehen.

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