Randale in Achim Attacke auf Adventsschmuck

Umgekippte Blumenkübel und Mülltonnen, ihrer Tannenbäume beraubte Betonständer und durch die Straßen flatternde, zerfetzte Plakate – so sah es Sonntagmittag in Achims Innenstadt aus. Wer das Chaos verursacht hat, ist noch nicht bekannt.
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Von Tina Hayessen

Umgekippte Blumenkübel und Mülltonnen, ihrer Tannenbäume beraubte Betonständer und durch die Straßen flatternde, zerfetzte Plakate – so sah es Sonntagmittag in Achims Innenstadt aus. Wer das Chaos verursacht hat, ist noch nicht bekannt. Bürgermeister Rainer Ditzfeld stellte Strafantrag für die Stadt – und hofft, dass die Polizei nun häufiger konkret nach Veranstaltungen in der City Präsenz zeigt. Die Polizei wiederum fordert Bürger auf, sich sofort zu melden, wenn man Zeuge von Vandalismus wird.

Eine unschöne Bescherung war das, was Gerhild Schröder am Sonntag in der Fußgängerzone erlebte: Der adventliche Schmuck – zum großen Teil von ihr und ihren Kollegen der Gruppe „Achim blüht auf“ mühevoll arrangiert – war verwüstet. Offenbar hatten Vandalen sich zwischen Clüverhaus und Obernstraße in der Nacht zuvor gründlich ausgetobt. „Um 11 Uhr hat sie mich angerufen, da bin ich rausgefahren“, berichtet Bürgermeister Rainer Ditzfeld. „Vom Clüverhaus über die Hexentreppe durch die Fußgängerzone bis zur Litfaßsäule“, habe sich die Spur der Verwüstung gezogen

, erzählt der Verwaltungschef weiter.

Das Bild, das sich Gerhild Schröder und Renate Willhöft von „Achim blüht auf“ sowie Bürgermeister Ditzfeld bot: umgestoßene Blumenkübel, aus den Betonsockeln gerupfte Tannenbäume, denen die roten Schleifen und zahlreiche Äste fehlten und von der Litfaßsäule heruntergerissene Plakate, deren Überreste durch die Obernstraße flatterten. „Das mit den Betonfundamenten war gefährlich, im Dunkeln kann ein Radfahrer da leicht stürzen, wenn er nicht gut aufpasst“, betont Ditzfeld. Entsprechend zeigte er sich als anpackender Bürgermeister und räumte, mit Hilfe seines Sohnes, erst einmal selbst auf. Mit Freude habe er festgestellt, dass er mit dieser Einstellung nicht alleine blieb. „Da waren einige unterwegs. Einen habe ich gerade gesehen, als er einen Buchsbaum zurück in den Topf steckte und auch die Erde zurückschüttete.“

Auf engagierte Bürger wie diese sei er stolz, schlimm sei „dass einige Wenige das Aufgebaute kaputt machen. Das Engagement wird mit Füßen getreten“. Die Freiwilligen von „Achim blüht auf“ sind sauer – schließlich stecken viele Stunden Arbeit in der Weihnachtsdekoration. „Letztes Jahr haben sie uns die Kugeln weggenommen und jetzt das“, ärgert sich Renate Willhöft. „Wir bekommen allerdings auch positive Anerkennung“, ergänzt Gerhild Schröder. Deshalb lohne sich für sie die Arbeit dennoch: „Ich identifiziere mich mit der Stadt.“

Was Passanten nicht schon aufgeräumt hatten, übernahm gestern früh der Bauhof. Die Innenstadt sieht wieder einigermaßen manierlich aus. Nun geht es Ditzfeld darum, dass diese oder andere Vandalen nicht wiederkommen. Er habe in dieser Sache bereits mit der Polizei, bei der die Stadt auch Strafantrag stellte, gesprochen, unterstreicht der Verwaltungschef. Man wolle zukünftig die Veranstaltungen, die in der Innenstadt stattfinden, an die Beamten weitergeben. „In Zukunft will die Polizei dann dort Streife fahren – auch mal um ein oder zwei Uhr nachts.“

Polizei: Bei Verdacht 110 wählen

Wichtig ist Ditzfeld außerdem, dass potenzielle Zeugen nicht zögern – und die Polizei bei Bedarf rufen. Er habe von Anwohnern gehört, die sehr wohl mitbekommen haben, dass Betrunkene geräuschvoll durch die Innenstadt zogen – aber nicht wagten, 110 zu wählen. Das, so die Annahme der Anwohner, könne bedeuten, dass sie bei falschem Alarm einen Einsatz bezahlen müssen. Das sei grundfalsch, unterstreicht Achims Polizeichef Thorsten Strier auf Nachfrage. „Man wählt 110, wenn man verdächtige Geräusche hört.“ Diese Anrufe werden über die Oldenburger Leitstelle nach Achim weitergeleitet. „Natürlich entstehen dadurch keine Kosten“, versichert Strier. Bislang habe die Achimer Polizei sehr gute Erfahrung mit aufmerksamen Nachbarn gemacht – auch, wenn es etwa um Wohnungseinbrüche ging. Die Hinweise der Bürger seien wertvoll, Unannehmlichkeiten hätten sie auf keinen Fall zu befürchten.

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