Doris Gall ist Achims neue Politesse / 220 Knöllchen werden in der Stadt im Monat durchschnittlich verteilt Auf der Jagd nach Parksündern

Sie ist das neue Gesicht im "Verkehrsaußendienst", wie es in der Stadtverwaltung heißt. Doris Gall ist seit dem 1. Mai in Achim unterwegs, um Parksündern die unliebsamen Tickets auszustellen. Die Politesse ersetzt Jeannette Landwehr, die sich im Mutterschutz befindet.
18.05.2013, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Stephen Kraut

Sie ist das neue Gesicht im "Verkehrsaußendienst", wie es in der Stadtverwaltung heißt. Doris Gall ist seit dem 1. Mai in Achim unterwegs, um Parksündern die unliebsamen Tickets auszustellen. Die Politesse ersetzt Jeannette Landwehr, die sich im Mutterschutz befindet.

Achim. Seit dem 1. Mai ist Doris Gall Politesse in Achim. Gestern wurde sie im Achimer Rathaus vorgestellt. Sie lege großen Wert auf den richtigen Umgang mit den Bürgern, betonte Gall. "Für mich ist Freundlichkeit das Wichtigste." Die Arbeit funktioniere viel besser, wenn man offen auf die Menschen zugehe. Bislang sei sie mit diesem Motto gut gefahren: "Ich war in der ersten Zeit mit einem Kollegen zusammen unterwegs, habe aber nur positive Erfahrungen gemacht", freute sich die Politesse, die zuvor in einem Bremer Autohaus gearbeitet hat.

Bei der Jagd nach Parksündern legt Gall auch mal Nachsicht an den Tag. So spricht sie Autofahrer auch schon mal auf fehlende Parkscheiben an. Voraussetzung dafür ist, dass sie die Fahrer auch antrifft. "Die Menschen sind dankbar, wenn man sie auf eine fehlende Parkscheibe aufmerksam macht. Oft vergessen die Leute schlichtweg, sie ins Auto zu legen." Wenn allerdings kein Fahrer mehr zu sehen sei, müsse sie ein Knöllchen ausstellen, erklärt Doris Gall.

Als Politesse muss Gall durchaus auch mit negativen Erfahrungen rechnen, zum Beispiel mit Anfeindungen. "Deshalb wird sie noch weitere Schulungen erhalten in den Bereichen Straßenverkehrsrecht und Umgang mit Bürgern. Denn kritische Situationen können immer auftreten", bestätigte Heinz Föllenbach, Leiter des Bereichs Rechtsberatung und Bürgerservice in Achim.

Ihre Tour legt Doris Gall selbst fest. "Das geschieht nach eigenem Ermessen." Auf Anrufe von Bürgern werde jedoch direkt reagiert. "Bei entsprechenden Hinweisen gehe ich dort sofort hin." Ansonsten sei ein Einsatz in der Innenstadt aber ebenso möglich wie in den Außengebieten. Föllenbach ergänzt: "Beispielsweise haben wir eine Zeit lang verstärkt am Krankenhaus kontrolliert. Auch am Gewerbegebiet sind wir unterwegs." Nach den Erfahrungen der Stadt gibt es in Achim kein Schwerpunkgebiet, in denen besonders viele Parksünder anzutreffen sind. Am ehesten sei so ein Gebiet rund um die Innenstadt auszumachen. Die meisten Tickets werden für Parken ohne Parkscheibe oder -schein verteilt. "Rund zehn Prozent macht aber auch das Parken im Fußgängerbereich aus", informierte Iris Minne, stellvertretende Leiterin des Bereichs Rechtsberatung und Bürgerservice. In den vergangenen zwei Jahren schrieb der Verkehrsaußendienst pro Monat im Schnitt 220 Knöllchen. "Das macht etwa 2000 Euro pro Monat", so Minne. Ein Posten, der im Haushalt fest eingeplant sei, ergänzt Föllenbach. Durch die Parkautomaten kommen im Durchschnitt noch mal rund 2000 Euro pro Monat in die städtische Kasse.

Ein Knöllchen kostet in Achim inzwischen zehn Euro. Je nachdem, wie lange ein Parkschein abgelaufen ist, können die Kosten auf bis zu 30 Euro steigen. Parken im Fußgängerbereich kostet 35 Euro. Parksünder sollten sich übrigens nicht darauf verlassen, Doris Gall frühzeitig zu erkennen. Denn eine Uniform für Politessen gibt es nicht mehr.

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