Handball-Oberliga

Auf der Welle

Seit Wochen befindet sich die SG Achim/Baden im Aufwind. Jan Wolters ist ein Gesicht des Aufschwungs.
31.01.2020, 06:08
Lesedauer: 3 Min
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Auf der Welle
Von Florian Cordes

Anfang November war der Tiefpunkt erreicht. Die SG Achim/Baden hatte das Kellerduell beim SV Beckdorf mit 27:30 verloren. Der traditionsreiche Handball-Oberligist aus der Weserstadt hatte das achte Mal hintereinander verloren und stand noch immer ohne Sieg da. Die SG lag quasi am Boden. „Da gab es sicher schon Menschen, die über uns geunkt haben“, sagt SG-Trainer Tobias Naumann. Doch seit jenem Spiel in Beckdorf hat sich viel verändert: Die SG hat aus den sieben vergangenen Spielen elf Punkt geholt. Das Team, es schwimmt derzeit auf einer Welle des Erfolgs.

Die Serie gipfelte zuletzt mit dem 25:24-Heimsieg über den Titelkandidaten ATSV Habenhausen. Über weite Strecken zeigten die Achimer die beste Saisonleistung. Naumann konnte sich sogar den „Luxus“ erlauben, Tobias Freese ein weiteres Mal zu schonen. Nach seinem Kreuzbandriss stand Freese erstmals in dieser Saison im Kader. Neben dem Rückraumspieler wartet auch Fabian Balke (Achillessehnenriss) auf seinen Einsatz in der aktuellen Spielzeit. Nun ist es der SG Achim/Baden jedoch auch ohne die beiden erfahrenen Leistungsträger gelungen, die Wende im Abstiegskampf herbeizuführen. Wie kam es überhaupt dazu? Eine passende Antwort fällt Jan Wolters auf Anhieb nicht ein. Er ist eines der Gesichter des Aufschwungs. Dass bewies der Rückraumlinke zuletzt gegen Habenhausen endgültig: Mit seinen neun Toren und einer überzeugenden Abwehrleistung hatte er großen Anteil an dem Überraschungscoup.

Die Suche nach der Erklärung

„Irgendwie ist es uns gelungen, den Schalter umzulegen“, sagt Wolters. „Dabei haben wir eigentlich nicht viel anders gemacht, auch nicht im Training.“ Ein Grund dafür, dass die Achimer den Sprung auf die Welle geschafft haben, sei für Wolters jedoch, dass das Team nun breiter aufgestellt ist. „Wir hatten zu Anfang viele Ausfälle (neben Freese und Balke fehlten der SG immer wieder Leistungsträger, Anm. d. Red.). Dass wir jetzt wieder mehr Personal haben, kommt uns natürlich zugute“, findet Wolters. „Als wir zu Anfang immer verloren haben, kamen einem schon Zweifel auf. Jedem war bewusst, dass unsere Leistungen oft nicht gut waren. Aber jetzt schaut es ja endlich positiv aus. Vielleicht brauchten wir es einfach auch, dass wir die schwache Phase ohne so manchen Hauptakteur geschafft haben.“ So hätten vor allem die jungen Spieler reifen können. Zu diesen zählt auch Jan Wolters. „Mir persönlich kamen die Ausfälle entgegen, so durfte ich häufiger im linken Rückraum spielen“, freut sich Wolters, dass Naumann ihn vor allem auf seiner Lieblingsposition eingesetzt hat.

Für ihn spielen aber auch die Zuschauer eine große Rolle. „Der Rückhalt vom Publikum ist enorm wichtig. Obwohl wir mit 0:16 Punkten gestartet sind, war die Halle danach voller als in so manch anderem Spiel. Es ist einfach toll, dass uns die Menschen so unterstützen, trotz des schlechten Starts. Warum es jetzt so gut läuft, kann sich aber keiner so recht erklären“, sagt Wolters schmunzelnd, der in dieser Saison bislang 42 Tore erzielt hat.

Andererseits muss die Suche nach der Erklärung aber auch nicht erfolgreich beendet werden. Denn Fakt ist nun einmal: Nach dem Katastrophenstart sind die Achimer mittendrin im Abstiegskampf. Und der verspricht in dieser Saison ein äußerst spannender zu werden. Denn nicht nur der SG Achim/Baden sind in letzter Zeit Überraschungen gelungen: HSG Barnstorf/Diepholz und der SV Beckdorf haben beide den früheren Bundesligisten VfL Fredenbeck besiegt. Einen noch größeren Coup feierte der Tabellenletzte Elsflether TB, der gegen Drittliga-Absteiger SG VTB/Altjührden gewann.

Gastspiel beim Spitzenreiter

Die Chance auf eine ähnliche Überraschung hat auch die SG Achim/Baden in ihrem kommenden Spiel. Am 8. Februar geht es zum Tabellenführer TV Cloppenburg. Wolters macht schon einmal deutlich, dass er und sein Team die Reise voller Zuversicht angehen und auf der Welle des Erfolgs bleiben wollen: „Unmöglich ist in dieser Liga gar nichts. Cloppenburg wird natürlich schwer, aber spielen wir so wie gegen Habenhausen, ist auch dort alles drin.“

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