Stadt plant Sperrung der Straße Am Bollwerk für Kraftfahrzeuge, nur der Zeítpunkt ist noch offen Autos sollen draußen bleiben

Verden. Wer die Straße Am Bollwerk zwischen der Fischerpforte und dem Fischergang mit dem Auto befährt, muss sich auf einen schmalen Fahrstreifen mit wenig Fahrkomfort einstellen.
13.08.2016, 00:00
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Autos sollen draußen bleiben
Von Andreas Becker

Verden. Wer die Straße Am Bollwerk zwischen der Fischerpforte und dem Fischergang mit dem Auto befährt, muss sich auf einen schmalen Fahrstreifen mit wenig Fahrkomfort einstellen. Sowieso wird die Straße, auf der seit 1971 öffentlicher Verkehr zugelassen ist, hauptsächlich von Fußgängern und Radfahrern genutzt. In Zukunft werden die nicht-motorisierten Nutzer die Wegeverbindung ganz für sich haben.

Wann das sein wird, ist nach der jüngsten Sitzung des Fachausschusses für Straßen und Stadtgrün aber offen. Sechs Anwohner hatten die Sitzung aufgesucht, nachdem am Montag bereits eine Anwohnerversammlung stattgefunden hatte. Sie sprachen sich gegen eine Sperrung in der nahen Zukunft aus und argumentierten, dass es keinen aktuellen Anlass dafür gebe. Die Anwohner forderten weiter, dass die Zufahrt zu ihren Grundstücken zumindest kurzzeitig zum Be- und Entladen erlaubt bleiben müsse.

Nach einiger Diskussion schlossen sich die Politiker der Ansicht an, dass eine aktuelle Sperrung nicht notwendig sei. „Der Ausschuss hielt es schließlich für fraglich, ob das der richtige Zeitpunkt ist und hat die Entscheidung erstmal vertagt“, fasst Rainer Kamermann vom Fachbereich Straßen und Stadtgrün den Ausgang der Diskussion zusammen.

Hintergrund der geplanten Änderung ist ein Votum des Stadtrats Verden. Nach den Beratungen des Zukunftskonzeptes hatte der Stadtrat beschlossen, den Alleruferweg ohne Autoverkehr weiterzuführen. Dafür müsste die Widmung für den Kraftfahrzeugverkehr aufgehoben werden, wie es offiziell heißt. Laut Kamermann ist geplant, den Alleruferweg von Eitze unter der neuen Eisenbahnbrücke weiterzubauen und an das bestehende Teilstück anzuschließen. Dann würde der Weg entlang des neuen Allerparks weiterführen, unter der Nordbrücke durch bis zum Hafen des Wasser- und Schifffahrtsamts.

Rechtlich gibt es nach den Angaben der Verwaltung keine Bedenken gegen den Ausschluss des Autoverkehrs. Durch diesen sowie parkende und wendende Autos auf dem schmalen Fahrstreifen werde der Fußgänger- und Radverkehr beeinträchtigt, wie es in der Beschlussvorlage heißt. Besonders wegen des schmalen Weges und der unmittelbaren Lage an der Aller sei zudem die Sicherheit der Fußgänger und Radfahrer nicht ausreichend gegeben, lautet die aktuelle Einschätzung aus dem Rathaus.

Nachteile für die Anwohner seien damit nicht verbunden. Die angrenzenden Grundstücke hätten ihre postalische Anschrift und die Haupterschließung jeweils von den Straßen Mühlentor oder Kleine Fischerstraße. Die Straße Am Bollwerk stelle nur eine Zweiterschließung dar, argumentiert die Verwaltung. Zumal in dem betroffenen Abschnitt weder Zufahrten auf die Anliegergrundstücke noch Stellplätze genehmigt worden seien. Unter dem Strich würden „die Gründe des öffentlichen Wohls“ für die Sperrung für den Autoverkehr überwiegen.

Wann der Alleruferweg weitergebaut wird und eine Sperrung der Straße Am Bollwerk tatsächlich erforderlich wird, kann Rainer Kamermann noch nicht sagen. Die Sperrung war bislang zum Jahresbeginn 2017 vorgesehen. Ob es dabei bleibt, ist nach der Vertagung offen. Jedenfalls muss die Änderung drei Monate vorher im Amtsblatt bekanntgegeben werden.

Weiteres Thema im Fachausschuss war ein Antrag der CDU-Fraktion, bei der Straßenunterhaltung einen größeren Schwerpunkt auf die städtischen Straßen samt Seitenrändern zu legen, da diese teilweise in einem schlechten Zustand seien. Rainer Kamermann gab daraufhin einen Überblick über die Sanierungsprojekte in diesem Bereich. Danach wendet die Stadt im laufenden Jahr 2,9 Millionen Euro für den Straßenerhalt auf, einschließlich Beleuchtung, Entwässerung, Ampelanlagen, Grabenschau, Baumpflege und Straßenkontrolle. Nahezu 50 Prozent dieses Etats speisen sich laut Kamermann aus den Leistungen des städtischen Betriebshofs, deren Arbeitsleistungen als Stundensätze entsprechend verrechnet werden.

„Unser Konzept ist nach wie vor, durch präventive Sanierung zu verhindern, dass größere Schäden entstehen“, betont Rainer Kamermann. Nach dem einstimmigen Votum des Fachausschusses soll sich daran auch in Zukunft nichts ändern.

„Der Ausschuss hielt es für fraglich, ob der Zeitpunkt richtig ist.“ Rainer Kamermann
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