Ausschuss befasst sich mit der Zuwegung zu Berkels-Ost, die nicht über die Mühlenstraße erfolgen soll Baugebiet, ja bitte – Verkehr, nein danke

Langwedel. Die Nachfrage nach Bauland im Flecken Langwedel ist groß. Laut der Verwaltung rufen täglich mehrere Interessenten an, die sich nach Baugrundstücken erkundigen.
31.05.2017, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Lieselotte Scheewe

Langwedel. Die Nachfrage nach Bauland im Flecken Langwedel ist groß. Laut der Verwaltung rufen täglich mehrere Interessenten an, die sich nach Baugrundstücken erkundigen. Wenn neue Baugebiete wie das in „Berkels-Ost“ in Etelsen geplant werden, gibt es nicht selten Diskussionsbedarf zwischen Gemeindeverwaltung, Investoren und Bürgern. Denn: Ein Neubaugebiet bringt nicht nur neue Bürger, sondern vergrößert auch das Verkehrsaufkommen. Das Thema der Verkehrsführung ist derzeit noch ein Haar in der Suppe des neuen Baugebiets und wurde am Montag im Bau-, Verkehrs- und Friedhofsausschuss diskutiert. Zu der Sitzung waren auch rund 30 interessierte Langwedeler gekommen.

Als die Verwaltung im Ortsrat Etelsen vor knapp zwei Wochen ihre Pläne für „Berkels-Ost“ vorgestellte, hatte sie sich eine herbe Abfuhr eingehandelt. Unzufrieden mit dem Erschließungskonzept, das eine Zuwegung über die Mühlenstraße, die Berkelstraße und über die Straße Zum Berkelsmoor vorsieht, stimmte kein Mitglied des Gremiums für den erarbeiteten Aufstellungsbeschluss (wir berichteten). Im Fachausschuss am Montag ging es dann erneut um das Thema.

Einig waren sich alle Mitglieder des Ausschusses darüber, dass sie das Neubaugebiet an sich befürworten. Bürgermeister Andreas Brandt (SPD) zeigte sich erfreut darüber, dass alle Fraktionen sich für „Berkels-Ost“ aussprachen, denn die Bauflächen würden dringend gebraucht im Flecken. Auch bei dem großen Aber waren sich die Fraktionen allerdings einig. Die Lösungsansätze dafür waren zwar unterschiedlich, aber das Grundproblem sahen alle in der Zuwegung zu dem Gebiet.

„Der Knackpunkt, der gegen das Bauvorhaben spricht, ist die Erschließung des Baugebiets. Es ist keine Lösung, das Gebiet über die Mühlenstraße zu erschließen“, sagte Wolfgang Ewert (SPD). Vor allem wegen der dort geplanten Kita müsste die Straßenführung anders verlaufen. Aus seiner Sicht solle zum Beispiel eine Anbindung an die nahegelegene Kreisstraße geprüft werden. Irmtraud Kutscher (SPD) machte darauf aufmerksam, dass die Mühlenstraße auch jetzt schon, ohne das Neubaugebiet, durch Kindergarten, Schülerverkehr und den Berufsverkehr zum Bahnhof stark belastet sei.

Marco Bachmann (CDU) schloss sich seinen Vorrednern an: „Wir als CDU/FDP-Gruppe sehen das auch so.“ Er sprach sich aber dafür aus, einen Kompromiss zu finden und schlug als Lösung eine Einbahnstraßenregelung für die Mühlenstraße vor. Diese Idee wurde sowohl von der Verwaltung als auch von den anderen Fraktionen abgelehnt. Die kurzfristige Umfahrung würde den Verkehr kaum reduzieren.

Andreas Brandt (SPD) sah die Situation realistisch: „Eins ist klar, es wird mehr Verkehr geben.“ Bei 90 neuen Wohneinheiten mit im Schnitt 1,5 Autos würden bald rund 135 neue Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs sein. Aus seiner Sichten ist damit die derzeit geplante Lösung über insgesamt drei Wege sinnvoll. Die Straße An der Lehmkuhle könne ebenfalls genutzt und die Berkelstraße im oberen Bereich ausgebaut werden. „Je mehr Wege es gibt, desto besser verteilt sich der Verkehr“, befand er. Andreas Noltemeyer (Grüne) ging es vor allem um den Schutz der Kita vor zu viel Verkehr. Er sprach sich dafür aus, das Gebiet dort, also rund um die Mühlenstraße, für eine Durchfahrt komplett zu sperren. „Direkt vor einen Kindergarten eine Kreuzung oder Einmündung zu bauen, halte ich für denkbar ungünstig“, sagte er.

Auf Anregung von Wolfgang Ewert (SPD) sprachen sich die Ausschussmitglieder einstimmig dafür aus, den Entwurf für den Bebauungsplan dahingehend zu ändern, dass eine direkte Anbindung von „Berkels-Ost“ über die Mühlenstraße nur für vier Grundstücke erfolgt. Für die restlichen Neubauten sollte die Straße nicht erreichbar sein.

Der bearbeitete Entwurf mit dieser Empfehlung ist dann die Grundlage für die frühzeitige Bürgerbeteiligung und der Beteiligung der Behörden und sonstigen Trägern der öffentlichen Belange. „Nun sei es an dem Investor, eine Lösung für die Erschließung des Baugebiets zu finden“, sagte Ewert (SPD). Mit dieser Empfehlung des Ausschusses könnte der Entwurf dann im Rat am 20. Juni beschlossen werden.

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