Baustelle Achim-Ost

Später als gehofft, früher als geplant

Etwa einen Monat eher als geplant sind die Bauarbeiten auf der L 156 und der A27-Ausfahrt Achim-Ost fertig geworden. Letztlich dann aber doch ein paar Stunden später, als die Stadt es gehofft hatte.
15.11.2020, 15:51
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Von Björn Hake (Fotos und Text)
Später als gehofft, früher als geplant

Das Logistikzentrum im Hintergrund, das Amazon beziehen wird, ist der Grund für den Straßenausbau im Bereich Achim-Ost, wo jetzt wieder alles im grünen Bereich ist.

Björn Hake

Montagmittag vor einer Woche, ein bisschen kühl ist es schon, aber die Sonne strahlt auf das Areal rund um die L 156 in Achim. In den Gesichtern von Nina Gerlach und Steffen Schuster ist auch ein Strahlen zu entdecken, als sie im Namen der Stadt Achim offiziell verkünden, dass sie bereits für Freitag die Freigabe der Verbindungsstraße planen – deutlich vor dem eigentlichen Eröffnungstermin im Dezember. Zu diesem Zeitpunkt ahnen die Beiden nicht, dass am Ende die Straße am Freitag doch später als geplant freigegeben werden kann und das Vorhaben für einen kurzen Moment sogar ganz in Gefahr gerät. Doch der Reihe nach.

Notwendig sind Straßenbauarbeiten wegen der Ansiedlung von Amazon auf dem Uesener Feld, wo der Versandhändler das Logistikzentrum beziehen wird, das die Firma Garbe gerade dort baut. Wegen Amazon wird es deutlich mehr Verkehr im Bereich Achim-Ost geben, daher werden die L 156 und die Autobahnanschlussstelle ausgebaut. Amazon bekommt eine eigene Auffahrt, die Straße wurde verbreitert, weitere Spuren geschaffen, der Mitfahrerparkplatz verlegt und ein breiter Rad- und Fußweg angelegt, der von einem Geländer flankiert ist.

Alles läuft planmäßig und besser, bis es am Dienstag plötzlich Unruhe auf der L 156 gibt: Ein Stromkabel, das die Ampeln versorgen soll, führt keinen Strom. Selbst der Polier Siegfried Hönemann, eigentlich die Ruhe selbst, wirkt aufgebracht. „Wenn wir hier keine Lösung finden, war es das mit der Eröffnung der Baustelle, dann klappt das nicht!“ Hektisch eilen Mitarbeiter der Stadtwerke herbei, es wird noch einmal ein großes Loch im eigentlich fertigen Boden freigelegt und fieberhaft nach Lösungen gesucht.

Marvin Betsch und Hans-Jürgen Klindworth arbeiten derweil weiter ruhig am Geländer, der den Rad-und Fußweg ziert. Klindworth rammt mit einem knatternden Baugerät Pfähle in den Boden. Betsch dreht eine der letzten von 1200 Schrauben in die Verstrebungen. „Bei uns läuft alles nach Plan“, sagt Klindworth, "die dahinten haben mehr Stress“. Damit meint er Hönemann und die Mitarbeiter der Stadtwerke. Das Loch, das ein Bagger schaufelt, hat schon eine beachtliche Tiefe, das Kabel ohne Strom ist zwar gefunden, eine Lösung aber noch nicht. Auch am Donnerstag noch nicht, dem Tag der baulichen Abnahme durch die Stadt Achim. Ihre Vertreter bemängeln eine Straßenlaterne am Übergang zur Autobahnbrücke, die den Fußweg verengt. Dort kann sie nicht bleiben – Polier Hönemann ruft den Bagger herbei. Kurzerhand wird die Lampe freigebuddelt und hinter das Geländer versetzt.

Freitag, Tag der geplanten Freigabe: Die Ampeln leuchten, bekommen ihren Strom aber immer noch über ein Notkabel. Nina Gerlach ist deshalb etwas nervös und wartet außerdem noch ungeduldig auf das Team der Verkehrssicherung. Das wollte eigentlich schon am Vormittag in Achim sein, um die Baken und Absperrungen zu entfernen. Wenigstens ist das Stromkabelproblem später behoben: Die Ampelanlage wird auf das Hauptkabel umgeklemmt und funktioniert auch nach dem Neustart einwandfrei. Letztlich ist es schon dunkel, als Tomasz Traut und Mirco Böttcher von der Verkehrssicherung die letzte Absperrung von der Abfahrt Achim-Ost entfernen.

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