Beachvolleyball

Der Hitze getrotzt

Bei den Nordwestdeutschen Meisterschaften in Baden kam viel Wasser zum Einsatz. Zudem durften sich die Gastgeber über den Gewinn von zwei Bronzemedaillen freuen.
10.08.2020, 16:12
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Der Hitze getrotzt
Von Florian Cordes
Der Hitze getrotzt

Schatten gab es auf den Beachvolleyballfeldern in Baden nicht. Dafür bestanden abseits genügend Möglichkeiten sich abzukühlen.

Björn Hake

Das Thermometer steckte im Sand – ein wenig abseits des eigentlichen Geschehens, aber irgendwie doch im Mittelpunkt. Denn es zeigte besonders am Sonnabend an, dass die jungen Beachvolleyball-Teams, die sich am Badener Lahof bei den Nordwestdeutschen Meisterschaften gegenüberstanden, nicht nur menschliche Gegner hatten. Auch die enorme Hitze galt es zu bewältigen. Das Thermometer im Sand kratzte am ersten Turniertag an der 50-Grad-Marke. Doch die jungen Sportler besiegten die Hitze, auch dank des Einsatzes der Freiwilligen Feuerwehr aus Baden.

Den Einsatz, den die Feuerwehrmänner am Lahof hatten, werden sie gerne gemacht haben. Sie waren an den Beachplatz gekommen, um den Volleyballern eine willkommene Abkühlung zu verpassen – oder besser den Füßen der jungen Sportler. Mit einem dicken Schlauch brausten die Feuerwehrmänner die sandigen Felder ab. So mancher Volleyballer beugte der Hitze im Sand aber auch vor und trug bei den Spielen Socken. Ole Sagajewski – Badens Zweitliga-Volleyballer war bei den Nordwestdeutschen Meisterschaften als Coach aktiv – konnte die Sockenträger nur allzu gut verstehen: „Der Sand ist extrem heiß.“

Eine Schuttmulde als Pool

Socken und Feuerwehreinsatz waren aber nicht die einzigen Instrumente, um der Hitze zu trotzen: Peter-Michael Sagajewski und seine Mitorganisatoren hatten für die zweitägige Meisterschaft, die unter den Corona-Auflagen reibungslos ablief, kurzerhand eine große Bauschuttmulde besorgt. Diese wurde für die beiden Tage zu einem Pool umfunktioniert. Randvoll mit Wasser diente sie den Sportlern als eine weitere Abkühlung. Der Pool wurde von den Mannschaften – an beiden Turniertagen traten jeweils 16 Jungs- sowie elf Mädchenteams an – zwischen den Spielen nur allzu gerne aufgesucht. Sie tauchten ihre Füße und Beine ins Wasser, um sich von den Strapazen in der prallen Sonne kurz zu erholen.

Nordwestdeutsche Meisterschaft Beachvolleyball beim TV Baden

Johann Hünecke (vorne) und Niklas Burmeister kamen im Turnier der U16 bis ins Viertelfinale.

Foto: Björn Hake

Dass es nicht einfach auf dem Feld war, stand den Ballsportlern ins Gesicht geschrieben. Dicke Schweißperlen standen ihnen auf der Stirn. Auch abseits der Felder wurde mächtig geschwitzt. Viele Zuschauer – viele von ihnen Eltern und Verwandte der Hauptakteure – hatten sich Utensilien mitgebracht, die Schatten spendeten. Trotz der Temperaturen, die für so manchen Menschen besonders am Sonnabend jenseits des Erträglichen lagen, boten die jungen Volleyballer guten Sport – und zwar an beiden Tagen.

Der gastgebende TV Baden war bei den Jungs sowohl in der U16 als auch in der U17 breit vertreten. Mit den Leistungen war Peter-Michael Sagajewski insgesamt zufrieden. Insgeheim hatte sich Badens Volleyball-Chef aber noch mehr erhofft als die beiden dritten Plätze, die seine Schützlinge geholt hatten. „Sportlich gab es bei uns sicher noch Luft nach oben. Das hat aber seine Gründe“, bilanzierte Sagajewski. Diese lagen in der Corona-Krise. Durch die Pause, die alle Sportler einlegen mussten, hätten sich seine Jungs nicht wie erhofft vorbereiten können. Das traf zwar auch auf die Spieler des Oldenburger TB zu, von Sagajewski als „richtig gute Beacher“ bezeichnet. „Die Oldenburger sind aber dann auch ohne Training stabiler als wir. Dafür sind wir halt in der Halle besser“, sagte der Turnierorganisator und Trainer schmunzelnd.

Nordwestdeutsche Meisterschaft Beachvolleyball beim TV Baden

Wasser marsch – die Freiwillige Feuerwehr Baden durchnässte am Sonnabend die Felder am Lahof.

Foto: Björn Hake

Die Oldenburger Dominanz spiegelte sich in den Resultaten wider. Für Joke Johanning gab es sogar zwei Titel. In der U16 gewann der OTB-Beacher mit seinem Vereinskameraden Max Mollenhauer die Nordwestdeutsche Meisterschaft. An Tag zwei triumphierte er gemeinsam mit Jannis Freude, sodass beide Titel nach Oldenburg gingen. Aber auch der TV Baden sollte im eigenen Sand nicht leer ausgehen. In der U16 belegten Bennet Decker/Moritz Rosengart den dritten Platz. Für Sagajewski kam dieses Resultat ein wenig überraschend daher. „Denn Bennet war erst kurz vor dem Turnier aus dem Urlaub gekommen. Zudem hätte ich unser Duo Niklas Burmeister und Johann Hünecke weiter vorne erwartet.“ Die beiden U16-Jungs schieden allerdings im Viertelfinale aus.

DM-Teilnahme möglich

Eine Runde weiter schaffte es am Sonntag Badens Laurenz Meyer. Gemeinsam mit dem Braunschweiger Lenny Geburzky schaffte er den Sprung ins Halbfinale der U17. Dort war dann gegen die späteren Sieger Schluss. Das Spiel um Platz drei gewannen wiederum Meyer/Geburzky. Ein Sieg, der von großer Bedeutung sein könnte. „Denn eventuell reicht der dritte Platz für die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft“, erklärte Sagajewski.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+