Grundschule am Paulsberg

Bereit für neue Herausforderungen

Viereinhalb Jahre war Charlotte Philine Myburgh Leiterin der Grundschule am Paulsberg. Nun verlässt sie Achim, um zukünftig in Schwanewede zu arbeiten. Eine Entscheidung, die ihr nicht leicht gefallen ist.
29.01.2020, 05:19
Lesedauer: 3 Min
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Bereit für neue Herausforderungen
Von Elina Hoepken
Bereit für neue Herausforderungen

Charlotte Philine Myburgh räumt ihr Büro an der Paulsberg-Schule. Zum neuen Schuljahr wird sie Leiterin einer Grundschule in Schwanewede.

FOCKE STRANGMANN

Mit dem Packen von Umzugskisten kennt sich Charlotte Philine Myburgh bestens aus. Schon viele Male hat sie die großen braunen Kisten befüllt und an einem anderen Ort wieder ausgepackt. „Ich kann kaum noch zählen, wie oft ich schon umgezogen bin und dafür Kisten packen musste“, sagt die Schulleiterin der Grundschule am Paulsberg. Und doch ist der Umzug, der ihr jetzt bevorsteht, ein besonderer. Denn dieses Mal wechselt Myburgh nicht wie so häufig in der Vergangenheit ihren Wohnort, sondern nur ihre Arbeitsstelle. Zum Ende des Halbjahres verlässt sie die Grundschule am Paulsberg und fängt danach als Leiterin der Dreienkampschule in Schwanewede an. Viereinhalb Jahre hat sie die kleine Achimer Schule geführt.

Grund für ihren Abschied ist nach eigenen Angaben hauptsächlich die Nähe der neuen Arbeitsstelle zu ihrem Wohnort. Denn die 37-Jährige lebt mit ihrem Mann und ihren beiden kleinen Kindern in Lesum. Die neue Schule liegt demnach deutlich näher an ihrem Wohnort. „Der Wechsel ist für mich daher mit der Hoffnung verbunden, den Spagat zwischen dem Familienleben und einer Leitungsfunktion etwas leichter zu schaffen“, sagt sie. „Außerdem ist es mir wichtig, mich als Leiterin einer Schule auch bildungspolitisch in der Kommune einzubringen.“ Das habe sie in Achim aufgrund der Entfernung in den vergangenen Jahren nicht immer so umsetzen können, wie sie es gerne getan hätte. „Ich habe aber versucht, überall wo es wichtig war, auch dabei zu sein“, sagt sie.

Verantwortung für 160 Schüler

Schließlich lag die Gesamtverantwortung für die rund 160 Schüler und 13 Kolleginnen vor Ort alleine bei ihr. „Als kleine Schule, wie wir es sind, bekommt man keinen Konrektor an die Seite gestellt“, erklärt Myburgh. Dementsprechend viel hatte sie neben dem Unterricht natürlich auch organisatorisch zu tun. „Aber all das liebe ich auch“, gibt die Schulleiterin zu. „Ich bin einfach ein echter Workaholic und finde es toll, in einem Moment Sekretärin, im nächsten Hausmeisterin und dann wieder Lehrerin zu sein.“

Aber, auch das macht Charlotte Philine Myburgh ganz deutlich, all das habe sie nur geschafft, weil sie ein tolles und engagiertes Team hinter sich hatte. „Paulsberg ist ein Teamprojekt. Hier lebt jeder den besonderen Paulsberg-Spirit.“ Was genau diesen „Spirit“ auszeichnet? „Wir sind eine bunte Schule für alle Kinder“, bringt es Myburgh auf den Punkt. Und das werde auch wirklich umgesetzt. So sei die Paulsberg-Schule hier vor Ort beispielsweise die erste gewesen, die Inklusion wirklich gelebt habe, lange bevor es öffentlich diskutiert wurde. Die Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe sei ihr in ihrer Zeit als Schulleiterin am Paulsberg daher auch immer besonders wichtig gewesen.

„Es wurde mir vor viereinhalb Jahren wirklich leicht gemacht, diese Schule zu übernehmen, weil vieles einfach schon vorhanden war und gut funktioniert hat“, berichtet sie. Eine große Aufgabe hatte Myburgh aber doch zu stemmen, nämlich die Abwicklung der Eingangsstufe. „Das war ein großer und auch nicht ganz leichter Prozess, weil ich von dem Konzept der Eingangsstufe eigentlich sehr überzeugt war“, erklärt sie das Dilemma. Es habe sich im allgemeinen Schulbetrieb jedoch in den vergangenen Jahren einiges geändert und ein solches Konzept sei heute kaum noch leistbar. Also wurde die Eingangsstufe mit Beginn des Schuljahres 2019 abgeschafft. „Im Rückblick war es absolut die richtige Entscheidung, aber jetzt muss der Prozess natürlich noch weiter entwickelt werden.“

Schlaflose Nächte

Eine Entwicklung, die Myburgh an der Paulsberg-Grundschule nicht mehr aktiv mit gestalten wird. „Ich hatte einige schlaflose Nächste wegen meiner Entscheidung, die Schule zu verlassen. Aber ich glaube auch hier, dass es der richtige Entschluss war, auch wenn ich die Schule natürlich sehr vermissen werde.“ Ihre Nachfolge als Schulleiterin tritt kommissarisch Babette Wöckener an, die bereits seit 26 Jahren an der Grundschule arbeitet. „Ich denke, das ist auch für die Eltern eine gute Lösung, weil die Schule so weiterhin in ihrem Sinne und von einem bekannten Gesicht geleitet wird“, sagt Myburgh. Allerdings sei die Stelle natürlich auch ausgeschrieben worden. „Und ich bin sehr optimistisch, dass für diese tolle Schule schnell jemand gefunden wird.“

Myburgh selbst hat nun die zwei Tage Halbjahresferien Zeit, um mit ihrem Hab und Gut in ihr neues Büro in Schwanewede zu ziehen. Wenn alles nach Plan läuft, könnte das vorerst ihr letzter Umzug werden. „Dieser Schritt fühlt sich für mich nun definitiv so an, als ob er von Dauer ist“, sagt sie. „Und es ist ein schönes Gefühl angekommen zu sein.“

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