Kreisleistungspflügen mit Präzision Beste Dreh- und Beetpflüger gekürt

Landkreis . Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen hatte gemeinsam mit den Berufsbildenden Schulen (BBS) Dauelsen und dem Landvolk zum Kreisleistungspflügen eingeladen, und 22 Landwirtschaftsschüler im zweiten und dritten Lehrjahr zogen am Mittwoch konzentriert ihre Furchen.
10.09.2010, 06:00
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Von Inka Sommerfeld

Landkreis . Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen hatte gemeinsam mit den Berufsbildenden Schulen (BBS) Dauelsen und dem Landvolk zum Kreisleistungspflügen eingeladen, und 22 Landwirtschaftsschüler im zweiten und dritten Lehrjahr zogen am Mittwoch konzentriert ihre Furchen.

Der Geruch von frischer feuchter Erde erfüllte die Luft, ebenso das Dröhnen von Traktor-Motoren. Junge Männer beackerten kleine Parzellen auf dem Feld gleich neben der Bundesstraße 215 in Walle. Das Land hatte der Kirchlintelner Landwirt Stefan Kruse zur Verfügung gestellt.

Zwei Wettbewerbe standen zur Auswahl. Je nachdem, mit welchem Gerät im Lehrbetrieb gearbeitet wird, erfüllten die Schüler ihre Aufgabe mit dem Beet- oder mit dem Drehpflug. Die BBS-Lehrer Hans-Joachim Krauße und Heinfried Krüger beobachteten ihre Schützlinge und rechneten die Ergebnisse aus. Die reichten ihnen 14 Landwirte aus dem Landkreis, die seit Jahren als Richter mit dabei sind.

Traktor-Modell als Sonderpreis

Bester Drehpflüger wurde Christoph Duden vor Christoph Bannasch und Hannes Heusmann. Bei den Beetpflügern bekam Johannes Steinberg die meisten Punkte, gefolgt von Alexander Bentz und Felix Hebbinghaus. Kreislandwirt Joost Meyerholz gratulierte. Die beiden Besten bekamen ein Fendt-Modell als Sonderpreis, dann durften sie sich als erste einen der Preise aussuchen, die der Landwirtschaft nahestehende Firmen gesponsert hatten.

Die drei besten Drehpflüger und der beste Beetpflüger haben sich für den Gebietsentscheid qualifiziert, der im August kommenden Jahres ausgetragen wird. Wo der stattfindet, steht noch nicht fest. Die Gewinner des Gebietsentscheids wiederum dürfen am Landesentscheid teilnehmen.

Doch alles beginnt auf Kreisebene: Drei Lehrlinge hatten einen Beetpflug an ihren Traktor gekoppelt, und 19 kamen mit dem Drehpflug. 'Viele Betriebe haben auf Drehpflug umgestellt, weil es zeitsparender ist und mit ihnen eine ebenmäßige Oberfläche erzielt wird', erklärte Ausbildungsberater Heiner Lindner von der Landwirtschaftskammer.

Was einfach aussieht, erfordert von den Prüflingen langes Üben, ein gutes Auge und das Beherrschen der Technik. 'Wer in der Lage ist, einen Pflug richtig einzustellen, kann auch andere Maschinen richtig einsetzen', heißt es im Informationsheft zum Leistungspflügen. Zwei Stunden Zeit waren vorgegeben, 24 Zentimeter tief sollten die Furchen sein, schnurgerade verlaufen und vom Bewuchs sollte nichts mehr zu sehen sein, um nur einige der Kriterien zu nennen. Ansonsten gab es Strafpunkte.

Die drei Beetpflüger waren weit vor der Zeit fertig. Ihre Aufgabe bestand darin, ein 70 Meter langes Feld nach den Regeln der Kunst zu pflügen. Die Breite richtet sich nach der Anzahl der Schare. So war das Beet für einen Zweischarpflug zwölf Meter breit, und für jede weitere Schar wurden sechs Meter dazugegeben. Das Besondere beim Beetpflügen: Es kann nur nach einer Seite gepflügt werden. 'Das bedeutet längere Wege, weil man nicht in derselben Furche zurückfahren kann", sagt Lindner.

Anders die Drehpflüger. Ihr Feld wies die Form eines Trapezes auf, das ebenfalls 70 Meter lang war, dessen Seiten jedoch im Verhältnis 2:3 standen. Wer mit einem Zweischarpflug antrat, hatte also ein Feld mit den Seitenbreiten von zwölf und 18 Metern zu bearbeiten. Für jede zusätzliche Schar kamen auf der kurzen Seite sechs Meter, auf der langen Seite neun Meter hinzu. Durch die Form bedingt, pflügten die Teilnehmer einen Keil in ihr Feld. Die Technik des Drehpflugs ermöglichte es ihnen, eine Furche neben die andere zu schneiden, denn das Gerät wird - der Name sagt es schon - am Ende einfach umgedreht.

Nach der Lehre ein Studium

Christoph Bannaschs Fendt zog einen Drehpflug. 'Die Technik ist weit verbreitet', sagte er. Gemeinsam mit seinem Chef hatte der Langwedeler in seinem Lehrbetrieb in Neddenaverbergen zwei Felder bearbeitet. 'Ich habe schon im vorigen Jahr mitgemacht, deshalb wusste ich, was auf mich zukommt', sagte der 22-Jährige, der im dritten Lehrjahr ist. Seine Eltern betreiben Landwirtschaft als Nebenerwerb. Den Betrieb möchte er weiterführen, deshalb machte er die Ausbildung. Doch nach Abschluss seiner Lehre will er erst einmal studieren.

Auch Christoph Steinberg nahm im vorigen Jahr am Leistungspflügen teil - mit dem Drehpflug. 'Dieses Mal wollte ich etwas anderes machen', begründete er, warum seine Wahl auf den Beetpflug fiel. Geübt hatte der Schneverdinger natürlich auch: 'Ich habe mit meinem Chef zusammen drei Beete gepflügt', sagte der 18-Jährige, der in einem Betrieb in Rethem-Moor lernt. Er ist mit der Landwirtschaft aufgewachsen, seine Eltern betreiben den Hof nebenbei. 'Den möchte ich weiterführen', kündigt er an.

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