Fällung gefordert Bewohner beschweren sich über Bäume

Während Achimer Bürger oft genug den Erhalt von städtischen Bäumen fordern, möchten die Anwohner der Mühlenstraße ihre Straßenbäume lieber heute als morgen weg haben.
18.01.2018, 16:48
Lesedauer: 2 Min
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Von Elina Hoepken und Kai Purschke

Das hatte durchaus Seltenheitswert, was Achimer Bürger in der jüngsten öffentlichen Ausschusssitzung während der Einwohnerfragestunde angeprangert haben: Während sie bei dieser Gelegenheit ansonsten flammende Plädoyers für den Erhalt von Bäumen im Stadtgebiet halten, fordern Anwohner der Mühlenstraße, Bäume zu entfernen. Denn sie haben den Anblick langsam satt, der sich ihnen tagtäglich bietet: Die Gehwegplatten sind kaputt, einige Zäune heben sich schon an.

Grund für diesen Zustand sind die meterhohen Linden, die an die Straße gepflanzt wurden. Deren Wurzeln breiten sich immer weiter aus und drücken nach Angaben der Anwohner mittlerweile Gehwegplatten und Zäune nach oben. „Wir haben die Stadt schon mehrere Jahre auf diesen Zustand hingewiesen, aber passiert ist bislang nichts“, machten nun einige Anlieger um Ausschuss für Angelegenheiten des Ortsteiles Achim ihrem Ärger Luft. „Hier wird das Eigentum der Bürger zerstört“, kritisierte einer von ihnen.

Doch nicht nur die Wurzeln der Bäume bereiten den Bewohnern der Mühlenstraße Sorgen: Aufgrund der Größe der Bäume reiche das Licht der neuen LED-Straßenlaternen gar nicht mehr bis zum Boden. Einige der Anwohner sehen daher nur einen sinnvollen Ausweg: Die Bäume müssen weg. „Wenn die Stadt immer nur kommt und die Wurzeln abschneidet, leidet doch irgendwann die Standfestigkeit der Bäume“, kritisierte eine Anwohnerin das bisherige Vorgehen der Stadt. „Beim nächsten Sturm kippt der Baum dann um und landet schlimmstenfalls auf meinem Haus.“

Dass etwas getan werden muss, da stimmten auch die Vertreter der Stadtverwaltung zu. Über das Vorgehen selbst herrschte jedoch Uneinigkeit. „Der Baumbestand in Achim ist durch die Baumschutzsatzung geschützt“, erklärte Verkehrsplaner Stefan Schuster. Sie zu fällen, stehe daher nicht zur Debatte. „Neben den Beeinträchtigungen, die sie mitbringen, haben sie schließlich auch einen Sinn und Zweck.“

Nichtsdestotrotz sei die Verwaltung natürlich verpflichtet, die Schäden am Gehweg zu beseitigen. Ob für die Anwohner danach alles in Ordnung ist, bleibt jedoch fraglich. „Wir können die Unfallgefahr nicht bereits jetzt im Voraus für die nächsten 20 Jahre beseitigen“, sagte Schuster. „Es ist natürlich immer auch ein Kompromiss zwischen dem, was gerne getan werden würde und dem, was mit Blick auf die nötige Sparsamkeit getan werden kann.“

Für andere Bereiche in der Stadt sieht es da besser aus: Nachdem in den vergangenen drei Jahren die Geh- und Radwege der innerörtlichen Landesstraße 156 (Bremer Straße) erneuert worden sind, soll es auch in diesem Jahr in Absprache mit der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr mit Sitz in Verden Sanierungen geben. Die Stadt Achim und die Landesbehörde haben laut Verwaltung vereinbart, „sukzessive die innerhalb der geschlossenen Ortschaft des Stadtgebietes Achim verlaufenden Geh- und Radwege zu erneuern“. Dieses Gesamtprojekt soll nun im Bereich der Obernstraße fortgesetzt werden, wenn sich das Land Niedersachsen weiterhin an der Finanzierung beteiligt. Diese Zusage steht noch aus.

Die öffentliche Sitzung des Ausschusses für Bauunterhaltung, in der auch die Straßen-Prioritätenliste Thema sein soll, ist nun vom 13. Februar auf Montag, 5. Februar, vorgezogen worden. Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr im Achimer Rathaus. Außerdem stehen die Sanierungs- und Erweiterungsmaßnahmen an öffentlichen Gebäuden (wir berichteten) als Thema auf der Tagesordnung.

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