Karneval

Bierden Helau!

Die Bierdener Karnevalisten haben mit einem Sturm auf das Achimer Rathaus die närrische Zeit eingeläutet. Bereitwillig gab Bürgermeister Rainer Ditzfeld den Jecken den geforderten Rathaus-Schlüssel heraus.
11.11.2018, 16:30
Lesedauer: 3 Min
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Von Gisela Enders

Humor, ein wenig Blödsinn und ganz viel gute Laune. Attribute, die ebenso zum Karneval gehören wie der Spaß am Feiern und Verkleiden während der „fünften Jahreszeit“. Ein paar Kostproben einfallsreicher Kostümierungen gab es bereits am Sonntagvormittag zu bestaunen, als große und kleine Mitglieder des TSV Bierden am Amtssitz des Bürgermeisters erschienen waren, um die Herausgabe des Rathaus-Schlüssels zu fordern.

Bis zum Aschermittwoch zu regieren, das ist das nicht ganz ernst gemeinte Ziel der jungen Leute, die die Sparte mit immer wieder neuen Ideen und Einfällen am Leben erhalten. Am 2. und 3. März des kommenden Jahres bilden die Prunksitzung und der Kinderkarneval im Kulturhaus Alter Schützenhof die Höhepunkte des tollen Treibens, bevor am Aschermittwoch dann alles vorbei ist.

Überstunden für Ditzfeld

Pünktlich um 11.11 Uhr trat Volli Clausen in Aktion. Als Sprachrohr der Karnevalisten dankte er dem Stadtoberhaupt für die an diesem Sonntag geleisteten Überstunden und empfahl ihm einen langen Winterschlaf bis zum Ende der Saison. Nur allzu gerne ließ sich Rainer Ditzfeld zur Herausgabe des großen Türöffners überreden. Das eine oder andere Bierchen und auch ein paar „Saure“ wurden in der Halle des Verwaltungssitzes gekippt, als der Rathauschef das hohe Traditionsbewusstsein der Karnevalisten lobte und angesichts der zahlreichen verkleideten Kinder einen Wunsch äußerte, der ihm besonders am Herzen liegt. „Ich hoffe, dass wir bald soweit sein werden, jedem unserer kleinen Bürger einen seinen Bedürfnissen entsprechenden Betreuungsplatz zur Verfügung stellen zu können“, sprach er und überreichte den Schlüssel an das neue Prinzenpaar.

Während sich Prinzessin Lavinia Keller bereitwillig zu ihrer Identität äußerte, hüllte sich der Prinz in Schweigen. Das Gesicht des hochgewachsenen jungen Mannes „zierte“ eine Frankenstein-Maske, die grün-schwarz und äußerst gruselig daherkam. Wer sich dahinter verbarg, blieb ein Geheimnis, das erst zur Prunksitzung gelüftet werden soll. Natürlich gäbe es bereits Spekulationen, war aus dem Umfeld des Maskierten zu hören. Man hoffe jedoch, die Spannung noch ein Weilchen halten oder sogar noch etwas steigern zu können.

Aktiv schon in der Kindergarde

Mit Leib und Seele dem Verein verbunden ist auch Rieke Borm. Bereitwillig erzählte die junge Mutter von ihrer nicht nachlassenden Begeisterung für die närrische Zeit, mit der sie inzwischen auch Ehemann Tim infiziert habe. Schon in der Kindergarde sei sie aktiv gewesen, habe Spaß daran, sich immer wieder neu zu erfinden und beziehe inzwischen auch die knapp eineinhalbjährige Tochter in das Spektakel mit ein. Während Papa Tim als Popcorn auf sich aufmerksam machte, rutschte die kleine Lotte als Koala-Bärchen auf dem Fußboden umher. Nicht weniger attraktiv: das Elefanten-Kostüm der zehn Monate alten Enie Hoppe, deren Mutter Amelie vor vier Jahren das Training der Erwachsenen in der Prinzengarde übernommen hat.

Nicht unbedingt ans Alter gebunden ist die Teilnahme an den Aktivitäten der zahlreichen Bierdener Närrinnen und Narren. Jörn Focke zum Beispiel ist seit 1986 dabei und überrascht in jedem Jahr mit neuen Einfällen und Kostümen. Als Troll sei er schon gegangen, als Schneemann, Bierfass und als Bazi, berichtete der 60-Jährige. Spaß habe er immer noch und „Sitzungspräsident im Frack bin ich auch schon gewesen“.

Prunksitzung am 2. März

Bis zur Übernahme eines Spitzenamtes haben die Mitglieder der Kinder-Prinzengarde noch ein wenig Zeit. Seit den Herbstferien trainieren die elf Schülerinnen einmal pro Woche unter der Leitung von Kirsten Allenbach und halten auch nach dem Übergang an verschiedene weiterführende Schulen immer noch fest zusammen. Wo immer es gelingt, animieren sie Freunde zur Teilnahme, so dass gelegentlich auch neue Mitstreiter die Truppe bereichern.

Dem Höhepunkt der Saison, der mit der Prunksitzung am 2. und dem Kinderkarneval am 3. März erreicht sein wird, sehen alle Beteiligten mit Freude entgegen. „Nachdem wir viele Jahre im Gasthaus zur Linde gefeiert haben, haben wir im vergangenen Jahr das von den Räumlichkeiten besser passende Kasch als Austragungsort gewählt“, informierte Rieke Borm. „Den Wechsel haben wir nicht bereut und freuen uns auf eine Wiederholung des ausgelassenen Festes“. Zeitgleich zum Karnevals-Auftakt in Achim haben derweil auch die Rieder Narren das Rathaus erobert.

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