Piktogrammbuch für die Apotheke Bisher kein „Ukapo“ in Achim

Ein neues Buch mit Piktogrammen, die Krankheitssymptome symbolisieren, soll Menschen mit geringen Deutschkenntnissen den Apothekenbesuch erleichtern. In Achim kommt man gut ohne "Ukapo" aus.
19.10.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Tina Hayessen

Ein neues Buch mit Piktogrammen, die Krankheitssymptome symbolisieren, soll Menschen mit geringen Deutschkenntnissen den Apothekenbesuch erleichtern. In Achim kommt man gut ohne "Ukapo" aus.

Krankheitssymptome, Einnahmezeitpunkt der Medikamente oder Informationen zu Neben- und Wechselwirkungen austauschen: Das kann mit Ukapo passieren. Entwickelt wurde es von Apotheken und der Universität Oldenburg. Seit Kurzem können Apotheken in ganz Niedersachsen es erwerben. Doch in der Achimer Innenstadt sucht man das Buch zunächst vergebens. Zwar haben die Mitarbeiter der hiesigen Apotheken oft schon von dem Buch gehört – doch entweder sei es nicht nötig oder man wisse sich anders zu helfen, heißt es hier.

„Ja, bei uns kommt durchaus mal jemand, der nicht so richtig Deutsch spricht“, sagt Doris Heemann von der Apotheke Paulsberg am Markt. Doch damit, dass der Kunde sein Leiden nicht erklären kann, habe man weniger große Probleme. Mit Händen und Füßen werde kommuniziert, das geübte Personal wisse meist schnell, worum es geht. Zumal „viele mit Verwandten kommen, davon können dann einige besser Deutsch sprechen“.

Doch Schwierigkeiten gebe es an anderer Stelle. „Wenn man schon merkt, dass man etwas erklärt, aber der Kunde das gar nicht richtig aufnimmt“, sagt Heemann, wachse die Befürchtung, dass wichtige Anweisungen zu einem Medikament unter den Tisch fallen. Das kann im Zweifel natürlich ein großes Risiko bedeuten. Dann zieht Heemann einen DIN-A-4-Zettel hinter der Verkaufstheke hervor. „Wir haben das“, hält sie fest.

Auf dem Papier ist in gleich sieben Sprachen so ziemlich alles festgehalten, was man in der Apotheke zu hören bekommt: Wann man das Medikament nimmt, ob zu Mahlzeiten oder auf nüchternen Magen, ob das Spray auf die Haut gehört oder lieber in den Mund – alles steht auf Deutsch, Arabisch, Farsi, Albanisch, Türkisch, Französisch und Englisch auf dem Zettel, der mit nach Hause genommen werden kann. So bleibt die Information auch nach dem Apothekenbesuch.

Gehört hat man auch in der Sonnenapotheke von dem Piktogramm-Buch Ukapo, doch man habe sich dagegen entschieden es zu kaufen, lässt eine Mitarbeiterin wissen. Man käme auch so mit Kunden zurecht, die nur wenig Deutsch sprechen. Ähnlich sieht es in der Alten Apotheke aus. „Wir haben das wirklich sehr selten hier, dass jemand Probleme mit der Sprache hat – und wenn, dann ist fast immer jemand dabei, der immerhin Englisch kann“, versichert die Mitarbeiterin.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+