Wümmeschule Bitterböses Bühnenstück

Der Theaterkurs der Wümmeschule wagte sich dieses Mal an das Stück "Arsen und Spitzenhäubchen" und überzeugte das Publikum mit seiner Version des bitterbösen Klassikers.
03.06.2018, 18:00
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Von Gisela Enders

Ottersberg. Es ist wahrlich ein Klassiker des schwarzen Humors. Schon in den Vierzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts zog die Story um die mordlustigen Schwestern Abby und Martha Brewster ihr Publikum in den Bann. Verfilmt mit den Weltstars Cary Grant, Peter Lorre und Priscilla Lane wurde der Streifen damals zum Welterfolg. Auch der Wahlpflichtkurs „Theater“ an der Ottersberger Wümmeschule hatte sich des Stückes "Arsen und Spitzenhäubchen" angenommen. Nach aufwendigen Proben stellten die Neuntklässler nun das Ergebnis ihrer Arbeit vor: Das Publikum dankte die Darbietung mit herzlichem Beifall.

Die beiden Tanten des Theaterkritikers Mortimer Brewster wirken auf den ersten Blick wie zwei nette ältere Damen. Der Eindruck täuscht jedoch, denn die Frauen haben mehr als nur eine Leiche im Keller. Ihre Opfer sind einsame Männer, die sie mit Wein um die Ecke bringen, den sie zuvor mit Gift versetzt haben. Im Laufe des Halloween-Abends taucht plötzlich Jonathan auf, Mortimers verbrecherischer Neffe. Im Gepäck hat der Mann eine Leiche und sorgt mit seinem nicht angekündigten Besuch für Chaos und allerlei Verwirrung.

Nils Thönnessen führte bei der Aufführung Regie und hatte darüber hinaus die Rolle des Jonathan besetzt. „Ein paar Lehrkräfte – unter ihnen Silke Kruhm als Dr. Harper – haben sich dazu entschlossen, tragende Rollen zu übernehmen." Damit wolle man die jungen Akteure unterstützen, sagte der Pädagoge, der Deutsch, Mathe, Sport und Wirtschaft unterrichtet und den Schauspielkurs leitet. „17 Schauspieler treten auf, und noch einmal so viele Schüler wirken im Off mit", erklärte er. Sie fungierten zum Beispiel als Beleuchter, Kulissenschieber oder Veranstaltungstechniker. Zwei Mädchen soufflierten, sollten Textpassagen mal nicht einfallen.

Lange bevor sich der Vorhang zur Premiere heben konnte, waren Renate Hippen und ihr Team mit der Herstellung des Bühnenbildes beschäftigt. „Seit sechs Jahren verfolgen wir dabei das gleiche Konzept“, verriet die Lehrerin und zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis, das die Mitglieder ihres Kunstkurses mit viel Fantasie auf die Beine gestellt hatten. Die Auswahl der Stücke, die jeweils kurz vor den Sommerferien zur Aufführung gelangen, liege dabei immer in der Verantwortung des Regisseurs. „Ich mag Klassiker“, sagte Nils Thönnessen, „auch den ,Besuch der alten Dame' haben wir schon auf die Bretter gebracht."

„Ich habe unheimlich viel Spaß bei den Proben gehabt“, sagte Jana Baier, die als Abby Brewster eine Hauptrolle übernommen hatte. Seit dem sechsten Schuljahr sei sie jedes Mal mit Begeisterung dabei und habe keinerlei Probleme beim Lernen längerer Textabschnitte. David Schmidt, der als Teddy Brewster auftrat, hatte den Arbeitsaufwand nach eigenen Angaben jedoch unterschätzt. „Zum Schluss habe ich ordentlich ranklotzen müssen; letztendlich saß der Text dann aber doch im angepeilten Zeitrahmen."

Als Technikchef des ehrgeizigen Projektes sah sich Cafer Attila. Die Lichttechnik falle in seinen Arbeitsbereich, erklärte der 16-Jährige und nannte als tatkräftige Unterstützer Julian Melling (Tontechnik) und Kai Teuteberg, der unter anderem für das punktgenaue Öffnen und Schließen des Vorhangs verantwortlich war. Die Begeisterung aller Beteiligten war spürbar, ein gelungener Theaterabend das Resultat.

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