Historischer Kalender

Blick in eine längst vergangene Zeit

Peter Dorsch hat einen historischen Kalender mit Bildern aus Thedinghausen zusammengestellt - mit einigen Überraschungen. Oder wer hätte gedacht, dass es in Thedinghausen mal eine Badeanstalt gab?
24.11.2017, 17:26
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Blick in eine längst vergangene Zeit
Von Onno Kutscher
Blick in eine längst vergangene Zeit

Peter Dorsch hat aus seiner großen Sammlung an alten Postkarten aus Thedinghausen wieder einen historischen Kalender erstellt.

Björn Hake

Er hat es wieder getan. Peter Dorsch aus Thedinghausen. Auch für 2018 hat er in Zusammenarbeit mit der Kalender-Manufaktur Verden einen Kalender mit historischen Aufnahmen aus Thedinghausen zusammengestellt – sein mittlerweile sechster. „Unter dem Motto ,Wer erinnert sich noch…? Verschwundene Gebäude in Thedinghausen' habe ich schöne und interessante Motive aus meiner umfangreichen Postkarten-Sammlung zusammengestellt“, sagt Dorsch über sein neues Werk.

Auffällig ist, dass sich unter den nicht mehr existierenden, aber ehemals ortsprägenden Gebäuden zahlreiche Gasthöfe und Hotels befanden. „Allein am Ortseingang zwischen Eyterbrücke und jetzigem Rathaus gab es Anfang des 20. Jahrhunderts vier gastronomische Betriebe. Hinzu kamen im Ortszentrum noch der Braunschweiger Hof, die Bahnhofsgaststätte und das Gasthaus Schröder“, erzählt Dorsch. Davon habe nur der Gasthof Niedersachsen überlebt. „Das zeigt, dass die Kommunikation und das gesellschaftliche Leben in der Zeit ohne Telefon, Fernseher und Internet überwiegend in den Kneipen stattgefunden haben muss.“ Der Heimatverein Thedinghausen hat zu diesem Thema eine umfangreiche Ausstellung anlässlich des letzten Thänhuser Marktes gezeigt. Sie ist derzeit in der Remise beim Erbhof zu sehen.

Folgende Gebäude sind in dem Kalender als Postkartenmotive oder Fotos aus den 1960er-Jahren unter anderem zu finden: Das erste Bild des Kalenders zeigt den Gasthof Brüns mit der alten Eyterbrücke. „In den 1960er-Jahren war es das Domizil von Kessel 50, dem Vorläufer des jetzigen Jugendzentrums“, verrät der Sammler. Gegenüber auf der anderen Eyterseite lag Trantel's Gasthof, eine ehemalige Zollstation, mit Hotel- und Saalbetrieb sowie einer Kegelbahn. „Überregionale Bekanntheit erlangte es in den 1970er-Jahren als Nachtclub ,Top Secret'. Später wurde es die erste Asylantenunterkunft im Ort. 1995 brannte es bis auf die Grundmauern nieder.“

Den wenigsten bekannt, weil bereits in den 1930er-Jahren abgerissen, dürfte das Hotel Meyerholz sein, vermutet Peter Dorsch. „Es lag im sogenannten ,Grimm's Park' zwischen Denkmal und jetzigem Rathaus. Es war ein recht imposantes Gebäude und unter anderem Station der Postkutsche nach Achim.“

Vielen in Erinnerung geblieben ist aber sicherlich der lange Zeit größte Arbeitgeber in Thedinghausen, die Roland-Werke F. Waldmann KG. „Nachdem das Werk in Hemelingen abgebrannt war, siedelte man 1939 nach Thedinghausen an den damaligen Ortsrand um. Aber auch hier hielten zahlreiche Brände die Feuerwehr und die Anwohner immer wieder in Atem. 1973 ging die Firma nach Achim. In einigen Hallen ist heute der Bauhof untergebracht. In unmittelbarer Nähe stand bis 1973 die Wülber's Mühle“, sagt Dorsch.

Auch eine Badeanstalt hat es laut Dorsch in Thedinghausen gegeben. Und zwar etwas abseits der Hauptstraße hinter dem Sportplatz an der Einmündung der Kleinen Eyter. „Wegen des regelmäßig auftretenden Hochwassers wurde der Holzbau auf Betonpfähle errichtet. Es gab ein Nichtschwimmerbecken, einen Sprungturm und einen Kiosk. So manches Thedinghäuser Kind hat hier das Schwimmen gelernt“, vermutet Peter Dorsch.

Wer wissen will, was sich sonst noch so in dem Werk von Peter Dorsch wiederfindet, der kann sich den Kalender ab sofort zum Preis von 18 Euro bei Buch & Medien Lange und "Tee und so" in Thedinghausen kaufen.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+