Rund um die Uhr Pässe abholen

Ausweis-Terminal in Achim geht in Betrieb

Rund um die Uhr können die Achimer nun ihre beantragten Personalausweise und Reisepässe abholen, wenn sie das neue Terminal draußen am Bürgerbüro nutzen.
04.05.2021, 07:40
Lesedauer: 3 Min
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Ausweis-Terminal in Achim geht in Betrieb
Von Kai Purschke
Ausweis-Terminal in Achim geht in Betrieb

Bürgermeister Rainer Ditzfeld entnahm dem neuen Terminal zur Einweihung als Erster etwas, während (von links) Anja Gründel, Meike Söhl und Sandra Huß vom Bürgerbüro zusahen.

Björn Hake

Achim. Als erste Kommune im Landkreis Verden und als eine der ersten Städte in ganz Deutschland hat Achim nun ein Ausweis-Terminal, an dem Bürger rund um die Uhr ihre Personalausweise oder Reisepässe sowie die Dokumente für ihre Kinder abholen können. „Davon gibt es bisher nur 26 und lediglich zwei davon in der näheren Region, in Delmenhorst und Ganderkesee - die beiden Geräte sind aber noch nicht in Betrieb“, ist Achims Bürgermeister Rainer Ditzfeld sichtlich stolz, das neue Terminal für mehr Bürgerservice vorstellen zu können. Ab diesem Dienstag, 4. Mai, soll es in Achim offiziell in Betrieb sein - zu finden ist die Abholstation, die an die Paketstationen der Post erinnert, seitlich am Rathaus, vor dem barrierefrei erreichbaren Eingang zum Bürgerbüro.

Dort bieten sich den Achimern nun 40 Fächer, aus denen sie mit einem Zahlencode und ihrem Fingerabdruck ihre Ausweise erhalten können, wenn sie dies bei der Beantragung gewünscht und ihren Fingerabdruck im Bürgerbüro hinterlassen haben. „Ganz wichtig: Es ist kein Muss, das Terminal zu benutzen. Es ist eine zusätzliche Option für diejenigen, die dies möchten“, betonte Anja Gründel vom Bürgerbüro. Für die Nutzung des neuen Services muss der Bürger auch eine gültige E-Mail-Adresse angeben, an die er später den Zahlencode gesendet bekommt. Wer selbst keine E-Mail-Adresse besitzt, kann eine Vollmacht etwa für seine Kinder oder seine Enkelkinder ausstellen, sodass diese den Ausweis abholen können. Sie müssten dann aber bei der Beantragung dabei sein, damit sie ihren Fingerabdruck im Bürgerbüro lassen können.

Weiterer Servicebaustein

Rathauschef Ditzfeld glaubt, dass das Terminal neben den ohnehin schon besonderen Sonnabend-Öffnungszeiten, die andere Städte und Gemeinden nicht bieten, ein weiterer Servicebaustein werden könnte, der gut ankommt. Die Stadt hat ihn sich 25.000 Euro kosten lassen. „Ich hatte das mal als Werbung auf dem Tisch und fand das Gerät für unsere Achimer super, also habe ich Gelder dafür im neuen Haushalt beantragt“, erzählte Anja Gründel. Aufgrund der Corona-Situation hat die Stadtverwaltung dann aber die Anschaffung beschleunigt, da die Abholstation hilft, persönliche Kontakte zu vermeiden und nicht mehr alle Menschen mit einem Termin das Rathaus betreten müssten.

Terminal für den Personalausweis am Achimer Rathaus  wird vorgestellt

Wer das Terminal nutzen möchte, bekommt per E-Mail einen Zahlencode zugeschickt. Zusätzlich wird ein Fingerabdruck für die Abholung benötigt, den Bürger bei der Beantragung ihres Ausweises hinterlassen können.

Foto: Björn Hake

Nach Ostern wurde das Gerät aufgestellt und dank des hauseigenen IT-Bereichs konnte es schnell programmiert werden. „Da ist unser Vorteil, dass wir nicht auf einen externen Dienstleister warten müssen“, erklärte Ditzfeld. Marc Budelmann vom IT-Service der Stadt schilderte, dass unter anderem die automatische E-Mail-Benachrichtigung im System hinterlegt werden musste. Und Meike Söhl sowie Sandra Huß aus dem Bürgerbüro haben sich nun seit der Aufstellung mit dem Gerät vertraut gemacht, das sie händisch mit den Dokumenten befüllen. „Dabei gilt das Vier-Augen-Prinzip“, erklärten sie, sodass sie nur zu zweit Ausweise in die Fächer legen dürfen. Wer angibt, dass er eingeschränkt mobil sei - etwa Rollstuhlfahrer - könne direkt eines der unteren Fächer zugewiesen bekommen.

Eine Woche Zeit fürs Abholen

Sieben Tage lang bleiben die Dokumente nach der Benachrichtigung an ihren Empfänger in den Fächern, danach werden sie zurück ins Bürgerbüro gelegt. So lange wollte Bürgermeister Ditzfeld dann doch nicht warten, um das erste Fach offiziell zu öffnen und den Inhalt herauszuholen. Daher gab er am Montagmittag beim Präsentationstermin die Zahlencodekombination am Bildschirm ein und legte seinen Finger in eine kleine Öffnung auf den Scanner. Nach einer kurzen Berechnung sprang ein Türchen auf und es erklang ein Signalton. „Wichtig ist, die Tür nach der Entnahme auch wieder zu schließen“, erklärten die Frauen aus dem Bürgerbüro.

Den an sich selbst adressierten Umschlag gab der Bürgermeister schließlich an Anja Gründel weiter, die ihn stellvertretend fürs Bürgerbüroteam öffnete und einen Gutschein einer Bäckerei herauszog, der dem Team ein Frühstück ermöglicht. „Ihr macht hier einen super Job, gerade in diesen Krisenzeiten - dies soll ein Dankeschön sein“, erklärte der Verwaltungschef.

Info

Zur Sache

Beantragte Ausweise in Achim

Die Corona-Pandemie mit ihren Reiseeinschränkungen hat sich deutlich in der Statistik des Achimer Bürgerbüros niedergeschlagen. Wurden im Jahr 2019 noch rund 1500 Reisepässe ausgestellt, waren es 2020 nur noch um die 700. Auch die Zahl der Kinderreisepässe und Verlängerungen ging zurück: von rund 550 auf etwa 400. Nach Angaben des Bürgerbüros wurden im Jahr 2019 im Schnitt 300 Personalausweise pro Monat ausgegeben, im Jahr danach waren es monatlich rund 260.

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