Ehrenamtliches Engagement

Zusammenhalt und Kreativität

In den vergangenen Monaten haben sich viele ehrenamtliche Helfer bei den Freiwilligenagenturen in Achim und Verden registriert. Besonders die Einkaufshilfen sind während der Corona-Krise beliebt.
01.07.2020, 16:38
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Von Antonia Blome
Zusammenhalt und Kreativität

Insbesondere Einkaufshilfen für ältere Menschen oder Personen, die der Risikogruppe angehören, waren in den vergangenen Monaten beliebt.

Roland Weihrauch/dpa

Wie wichtig Solidarität in der Corona-Krise ist, hat sich in den vergangenen Monaten gezeigt. Insbesondere die Freiwilligenarbeit hat immer mehr an Bedeutung gewonnen, denn durch Einkaufshilfen oder Telefongespräche trugen ehrenamtliche Helfer in dieser schwierigen Zeit dazu bei, Bedürftige während der Pandemie zu unterstützen. Dass dieses Engagement der Bevölkerung in diesem Jahr einen Aufschwung erlebt hat, bestätigen auch die Sprecher der Freiwilligenagenturen in Verden und Achim.

Für verschiedene Angebote der Freiwilligenagentur Achim, die gemeinsam mit dem Arbeitskreis initiiert worden seien, hätten sich in letzter Zeit etwa 70 bis 80 Helfer gemeldet. „Die kurzfristige Hilfsbereitschaft ist während der Corona-Krise auf jeden Fall sehr viel größer geworden“, schildert Svenja Meyer von der Achimer Einrichtung die Situation. Bei der Verdener Freiwilligenagentur Zeitspende haben sich laut Mitarbeiter Fred Pielsch etwa 50 ehrenamtliche Helfer registriert. „Viele Freiwilligenangebote, darunter zum Beispiel die Besuchsdienste in Seniorenheimen oder die Lesementoren, waren in den vergangenen Monaten nicht mehr möglich“, bedauert er.

Gute Rückmeldungen

Es hätten sich außerdem nur wenige hilfsbedürftige Menschen und dafür mehr ehrenamtliche Helfer bei der Freiwilligenagentur registriert. Angebote wie Telefonate oder mit Haustieren Gassi gehen seien beispielsweise gar nicht in Anspruch genommen worden. Sieben Haushalte konnten jedoch durch Einkaufshilfen unterstützt werden. „Wir haben gute Rückmeldungen erhalten und die Menschen waren sehr dankbar für die Hilfe“, erzählt Pielsch stolz.

In der Corona-Krise konnten außerdem beide Agenturen eine neue Zielgruppe für die Freiwilligenarbeit gewinnen. Normalerweise seien viele der Ehrenamtlichen in Achim über 50 Jahre alt, zu Corona-Zeiten hätten sich aber auch viele jüngere Menschen bei der Freiwilligenagentur registriert. „Wir haben viele Helfer in ihren Zwanzigern oder Dreißigern dazugewonnen, aber es sind auch Menschen über 60 Jahre dabei, die sich fit genug fühlen“, sagt Meyer.

Große Hilfsbereitschaft

Insgesamt habe die jüngere Generation während der vergangenen Monate eine ungewöhnlich große Hilfsbereitschaft an den Tag gelegt. Das sei teilweise auch auf die Online-Datenbank der Freiwilligenagentur zurückzuführen, die es seit eineinhalb Jahren gibt und die vor allem von jungen Menschen genutzt werde. Dort können Benutzer nach Angeboten für freiwillige Helfer suchen und sich informieren.

Bei der Verdener Freiwilligenagentur hätten sich derweil auch einige Menschen für ein langfristiges Engagement in Altersheimen oder Schulen beworben. „Diese Interessenten mussten wir erst einmal vertrösten, bis derartige Hilfe wieder möglich ist“, lässt Pielsch wissen. Projekte, die das Team der Verdener Einrichtung für dieses Jahr geplant hatte, sind nun vorerst auf Eis gelegt. In diesem Jahr sei beispielsweise eine Informationsveranstaltung zum Thema Nachbarschaftshilfe angedacht gewesen.

Zusammenhalt und Kreativität

Das Team der Achimer Freiwilligenagentur zeigt sich begeistert vom Engagement in der Bevölkerung. In der Vergangenheit habe die Einrichtung häufig dafür geworben, dass Vereine sich für den guten Zweck vernetzen und kooperieren sollen. Das sei während der Corona-Krise vermehrt geschehen und der Turnverein Baden habe beispielsweise eine Einkaufshilfe angeboten. „Diesen Zusammenhalt und auch die große Kreativität, die viele in letzter Zeit gezeigt haben, sollten wir unbedingt beibehalten“, appelliert Meyer.

Mit der Verlosung des Sommerferientickets an 14- bis 19-jährige Achimer werde während der Corona-Pandemie derweil auch ein Augenmerk auf Jugendliche gelegt. „Wir versuchen gerade herauszufinden, wie unsere Angebote künftig wieder losgehen können, aber natürlich passiert alles erst einmal mit angezogener Handbremse.“ Das Team der Freiwilligenagentur sei nun froh darüber, dass das Achimer Repair-Café bereits wieder öffnen konnte.

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