Jugendpolitiktage Damit sich was ändert

Als einer von 450 Jugendlichen hat der Achimer Finn-Niklas Gerken an den Jugendpolitiktagen in Berlin teilgenommen. Dort konnte er seine Forderungen einbringen, welche Themen die Bundesregierung anpacken soll.
14.05.2019, 16:15
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Damit sich was ändert
Von Elina Hoepken

Gerade einmal fünf Tage ist es her, da saß Finn-Niklas Gerken noch in Berlin und hat gemeinsam mit Staatssekretären, Referatsleitern und sogar der Bundesfamilienministerin Franziska Giffey persönlich darüber diskutiert, welche Themen jungen Menschen in Deutschland auf den Nägeln brennen und welche konkreten Forderungen sie an die Bundesregierung haben. Als einer von insgesamt 450 Jugendlichen aus ganz Deutschland durfte der 19-jährige Achimer nämlich vom 10. bis zum 12. Mai an den diesjährigen Jugendpolitiktagen teilnehmen, die vom Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der Jugendpresse Deutschland gefördert werden.

Jetzt ist Gerken wieder zurück in Achim. Aber die Zeit in der Hauptstadt hat ihn geprägt. „Eine Information ist mir von dem Wochenende ganz besonders in Erinnerung geblieben“, sagt der 19-jährige Achimer. „30 Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind unter 30 Jahre alt. Allerdings machen sie nur rund ein Prozent der Mitglieder im Deutschen Bundestag aus.“ Vor diesem Hintergrund sei es natürlich schwierig, die politischen Interessen der Jugendlichen zu vertreten. Doch genau darum ging es an dem Wochenende.

Zufällig davon erfahren

„Ich habe von dem Angebot eigentlich mehr zufällig erfahren, aber es hat mich gleich interessiert“, erinnert sich Gerken. Er habe sich kurzerhand beworben und sei schließlich auch als Vertreter für die Region ausgewählt worden. Und so bekam er die Chance, gemeinsam mit über 400 anderen Jugendlichen zwischen 16 und 27 Jahren mit Experten der jeweiligen Themengebiete und Vertretern der jeweiligen Ressorts der Bundesregierung unter anderem über die Folgen des digitalen Wandels und den Klimaschutz zu diskutieren.

„Wir wollten aber ganz bewusst nicht nur über ,Fridays for Future' sprechen. Es gibt viel mehr Themen, die angepackt werden müssen“, sagt Gerken. Er selbst habe sich in einer Arbeitsgruppe beispielsweise intensiv mit dem deutschen Gesundheitswesen und dem Pflegenotstand auseinandergesetzt. „Unser Gesundheitssystem ist derzeit darauf angelegt, Gewinn zu erzielen“, sagt Gerken. Das müsse sich ändern. „,Weniger Kommerz, mehr Gesundheit' ist daher unsere Forderung.“ Insgesamt 20 Forderungen dieser Art aus verschiedenen Themenbereichen haben die Jugendlichen zusammengetragen. Diese sollen in die Entwicklung einer gemeinsamen Jugendstrategie der Bundesregierung einfließen.

Forderungen gestellt

„Unsere Aufgabe war es, extreme Forderungen auszustellen und aufzuzeigen, was aus unserer Sicht geändert werden muss“, sagt Gerken. Nun sei die Politik an der Reihe, zu überlegen, wie man die Themen angehen könne. „Wir selbst haben natürlich keine neuen Gesetzesentwürfe geschrieben – das ist schließlich auch nicht unsere Aufgabe – aber wir konnten zeigen, dass auch die Jugend politisch aktiv ist und mitreden will.“ Er selbst sei überrascht gewesen, wie viele junge Menschen tatsächlich interessiert an Politik seien und sich einbringen wollten.

Und nicht nur für sich, auch für seine Heimatstadt Achim hat Finn-Niklas Gerken Anregungen aus Berlin mitgenommen. „Ich habe zum Beispiel erfahren, dass es viele andere vergleichbare Städte in Deutschland gibt, die ein Jugendparlament haben“, sagt er. In Achim könne man als Jugendlicher derzeit jedoch kaum politisch mitbestimmen. „Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, dass ein solches Angebot ein guter Schritt wäre, um die Beteiligung der jungen Leute in Achim zu stärken.“

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