Handball-Oberliga

Das Comeback rückt näher

Tobias Freese ist auf dem besten Wege, schon bald für die SG Achim/Baden aufzulaufen. Gegen die HSG Schwanewede/Neuenkirchen saß der Rückraumspieler schon auf der Bank.
16.01.2020, 06:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Das Comeback rückt näher
Von Florian Cordes
Das Comeback rückt näher

Zuletzt trug Tobias Freese das Trikot der SG Achim/Baden in der Saison 2014/2015. Nach seiner Rückkehr aus Cloppenburg wurde bei dem Handballer ein Kreuzbandriss diagnostiziert. Jetzt neigt sich seine monatelange Ausfallzeit dem Ende entgegen.

Björn Hake

Achim. Vor dem Anpfiff wird sich aufgewärmt. Das ist in jedem Spiel eine goldene Regel. Und die ist zwingend vonnöten, will ein Sportler nicht das Risiko einer Verletzung eingehen. Im Grunde ist das Aufwärmen jedoch unspektakulär. Doch mitunter kann es auch überraschende Momente parat halten. Solch einen Augenblick hat es beim jüngsten Auswärtsspiel der SG Achim/Baden gegen die HSG Schwanewede/Neuenkirchen gegeben. Denn während sich die beiden Handball-Oberligisten auf die Begegnung vorbereiteten – Achim gewann später mit 32:31 –, war aufseiten der Gäste ein Mann dabei, dessen Rückkehr bei der SG sehnsüchtig erwartet wird: Tobias Freese.

Was der Rückraumspieler während der Aufwärmphase zeigte, sah bereits vielversprechend aus. Freese war dabei, als die Achimer von den Positionen aus ihre Torhüter prüften und lief auch den einen oder anderen Gegenstoß. Während des Spiels nahm Freese als Offizieller auf der SG-Bank Platz. Für seine Mitspieler und seinen Trainer Tobias Naumann dürfte es eine Wohltat gewesen sein, Tobias Freese zuvor auf dem Feld in der „Heidehölle“ gesehen zu haben. Denn das gesamte Team wartet seit Langem auf das Comeback des Handballers. Freese hatte sich vor der laufenden Saison für eine Rückkehr zur SG Achim/Baden entschieden. Den Klub von der Weser hatte er nach dem Drittliga-Abstieg im Jahr 2015 in Richtung TV Cloppenburg verlassen. Dort avancierte er nicht nur zum Leistungsträger, sondern auch zum Kapitän.

Ein Zeichen an die Mitspieler

Bis heute hat er seit seiner Rückkehr nach Achim jedoch noch kein Spiel für die SG absolviert. Der Grund: Im Frühling 2019 zog er sich einen Kreuzbandriss zu. Es folgten eine Operation und viele Monate, in denen er sein Comeback vorbereitete. Die Szenerie vor der Partie in Schwanewede ist nun ein deutliches Signal gewesen: Bis zu seiner endgültigen Rückkehr müssen sich die SG und ihre Anhänger nicht mehr lange gedulden.

„Im Training fühlt sich alles schon sehr gut an“, sagt Freese im Gespräch mit unserer Zeitung. „Für ein Spiel bin ich aber noch nicht bei 100 Prozent.“ Vor allem sei es eine mentale Sache, die ihn aktuell vom Comeback zurückhalte, erklärt Freese. „Ich würde sagen, dass es zurzeit noch 80 Prozent Kopfsache ist. Die nötige Sicherheit muss ich mir im Training erarbeiten und auf Wettkampfniveau kommen.“ Es müsse vielleicht einmal richtig während einer Einheit krachen, damit er endgültige Gewissheit habe, ob das genesene Kreuzband wieder hält, umschreibt Freese seine Gefühlslage.

Die Entscheidung, sich in Schwanewede mit seinen Teamkollegen aufzuwärmen, habe er allerdings ganz bewusst getroffen: „Ich wollte damit auch ein Zeichen geben, dass es bis zur Rückkehr nicht mehr lange dauert.“ Ob es bereits am 25. Januar im Heimspiel gegen den ATSV Habenhausen so weit sein könnte, wollte Freese lieber unkommentiert lassen. „Aber die Aufregung steigt allmählich schon“, versichert er. Ein Einsatz gegen Schwanewede sei hingegen auf keinen Fall eine Option gewesen. „Und der war dann ja auch gar nicht nötig“, sagt Freese schmunzelnd.

Der Abstiegskampf ist entbrannt

Von der Bank aus beobachtete er den knappen 32:31-Sieg seines Teams. Der Erfolg in der „Heidehölle“ krönte den aktuellen Lauf der SG Achim/Baden. Aus den sechs vergangenen Spielen holten die Achimer neun Punkte. In den Partien davor manövrierten sich Naumann und Co. aber in den Abstiegskampf. Ohne Freese verlor die SG die ersten acht Spiele. Allerdings war er nicht der einzige Leistungsträger, der fehlte. Kreisläufer Fabian Balke arbeitet derzeit ebenfalls an seinem Comeback, nachdem er sich die Achillessehne gerissen hatte. Immer wieder pausieren musste auch Steffen Fastenau. In Schwanewede nahm er aufgrund der Nachwehen eines Nasenbeinbruchs die Zuschauerrolle ein.

Doch auch ohne Freese haben die Achimer die Wende geschafft. Der Abstiegskampf in der Oberliga Nordsee ist vollends entbrannt. „Vielleicht waren die ersten acht Spiele auch so etwas wie eine Findungsphase. Jetzt, das muss man einfach sagen, machen die Jungs ihre Sache richtig gut. Sie konzentrieren sich voll auf ihre Stärken“, sagt Freese. Obwohl die SG ohne ihn ihre Serie hingelegt hat, ist er froh, dass er sein Team bald aktiv im Abstiegskampf unterstützen kann – wenn weiterhin alles nach Plan läuft.

Glücklich über die Entwicklung in der Tabelle ist naturgemäß Trainer Tobias Naumann. Ebenso glücklich ist er über die Fortschritte von Tobias Freese. Druck will der Coach seinem Hoffnungsträger allerdings nicht machen. „Tobi steht sicherlich kurz vor der Rückkehr. So ein bisschen fühlt es sich an, als wenn der Vorhang sich bald öffnet“, erklärt Naumann schmunzelnd. „Aber wir werden ganz sicher kein Risiko eingehen. Denn schließlich wollen wir alle länger etwas von ihm haben, wenn er wieder fit ist.“

Tobias Naumann macht mit seiner Aussage deutlich: Es hängt jetzt viel davon ab, dass Tobias Freese auch mental bei 100 Prozent ankommt, damit der Moment kommen kann, auf den die SG Achim/Baden und ihre Anhänger seit Monaten warten.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+