Dräxlmaier-Standort schließt

Das Ende naht

Zum Ende des Jahres schließt der Automobilzulieferer Dräxlmaier seinen Achimer Standort. Obwohl das schon seit zwei Jahren bekannt ist, ist noch kein Nachfolger für die Fläche in Sicht.
09.10.2017, 17:39
Lesedauer: 2 Min
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Das Ende naht
Von Elina Hoepken
Das Ende naht

Zum 31. Dezember 2017 schließt Dräxlmaier in Achim endgültig seine Tore. Die Produktion wurde in den vergangenen Monaten allerdings schon Schritt für Schritt reduziert.

Björn Hake

Achim. Bekannt ist es schon seit Jahren, dass der Automobilzulieferer Dräxlmaier seinen Standort in Achim aufgibt. Bereits 2015 hatte der Konzern seinen Mitarbeitern das Aus verkündet (wir berichteten). Nun rückt der Zeitpunkt allerdings immer näher. Zum 31. Dezember dieses Jahres schließt Dräxlmaier in der Weserstadt seine Tore. Die Produktion läuft noch bis Mitte Dezember. Doch ein neuer Eigentümer für die Fläche im Gewerbepark Uesen ist noch nicht in Sicht. Zwar habe es nach Angaben des Ersten Stadtrates, Bernd Kettenburg, schon Interessenten für das Areal gegeben, letztlich hätten die Gespräche aber noch zu keinem Abschluss geführt. „Wir sind dabei, die Immobilie zu vermarkten“, sagt Tobias Nickel, Unternehmenssprecher von Dräxlmaier. „Zum zweiten Quartal 2018 würde sie dann für einen Nachfolger zur Verfügung stehen.“ Dabei sei sowohl ein Verkauf als auch eine Vermietung der Fläche vorstellbar.

Aktuell nutze Dräxlmaier ohnehin nur noch einen Teil des Standortes. „Wir bauen die Produktion natürlich stufenweise ab“, sagt Nickel. Einige Produktionslinien wurden bereits eingestellt, weshalb es schon jetzt freie und ungenutzte Hallen gebe. Ein parallel laufender Betrieb mit einem möglichen Nachfolger sei bisher – anders als zunächst geplant – in der Übergangsphase allerdings nicht möglich gewesen. „Das hätte auch wieder einen baulichen Aufwand bedeutet“, gibt Nickel zu bedenken. Für dieses Konzept habe es keinen passenden Interessenten gegeben. Auch wenn die Nachfrage nach dem Standort durchaus gut war. „Wir haben mit einigen Interessenten gesprochen, aber letztlich müssen natürlich auch alle Rahmenbedingungen stimmen“, sagt Nickel. Und das sei bisher eben nicht der Fall gewesen.

„Wir haben natürlich auch als Stadt Achim ein großes Interesse daran, dass die Fläche auch nach dem Auszug von Dräxlmaier nicht zu einer leerstehenden Industriebrache wird“, sagt Kettenburg. „Uns bleibt nun jedoch wohl nichts anderes übrig, als zu warten, bis Dräxlmaier tatsächlich den Standort geschlossen hat.“

Die Stadt sei in diesem Prozess ohnehin nur Mittler, gibt Kettenburg zu bedenken, da Dräxlmaier selbst Eigentümer der Fläche ist. Das Problem, einen Nachfolger zu finden, liegt nach Angaben des Ersten Stadtrates vermutlich auch in der Konstruktion des Standortes. „Dieser ist auf Produktion ausgerichtet und lässt sich nicht ohne weiteres für die Logistik umbauen“, sagt er. Aus diesem Grund hatte sich auch Dräxlmaier entschieden, lieber ein neues Logistikzentrum in Hemelingen zu bauen als den Achimer Produktions- in einen Logistikstandort umzuwandeln. Der Dräxlmaier-Standort in Hemelingen ist mittlerweile bereits seit November vergangenen Jahres in Betrieb.

Aktuell sind im Achimer Werk nach Angaben des Betriebsratsvorsitzenden Jan Güler noch 41 Mitarbeiter beschäftigt. Zu Beginn des Jahres seien es noch rund 80 gewesen. Doch mit der Reduzierung der Produktionslinien wurde auch die Zahl der Mitarbeiter Schritt für Schritt abgebaut. „18 von ihnen werden an den Standort in Hemelingen wechseln. Der Rest geht auf eigenen Wunsch in die Transfergesellschaft“, sagt der Betriebsratsvorsitzende. Auch er selbst werde nicht nach Bremen wechseln. Trotz des nun nahenden Endes sei die Stimmung unter den Beschäftigten durchaus gut. „Wir hatten ja genug Zeit, uns auf diesen Moment vorzubereiten“, sagt Güler.

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