Ausstellung über das "Stottern" im Oytener Rathaus läuft noch bis zum 18. Februar "Das Herz auf der Zunge"

Oyten. Über 800000 Menschen sind in Deutschland vom Stottern betroffen, informiert eine Ausstellung, die derzeit im Oytener Rathaus für Aufmerksamkeit sorgt. Noch bis zum 18. Februar besteht die Möglichkeit, sich von Montag bis Donnerstag von 9 bis 16 Uhr sowie freitags von 9 bis 12 Uhr mit dem sonst eher tabuisierten Thema zu befassen.
04.02.2011, 05:00
Lesedauer: 1 Min
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Von julia Kösling

Oyten. Über 800000 Menschen sind in Deutschland vom Stottern betroffen, informiert eine Ausstellung, die derzeit im Oytener Rathaus für Aufmerksamkeit sorgt. Noch bis zum 18. Februar besteht die Möglichkeit, sich von Montag bis Donnerstag von 9 bis 16 Uhr sowie freitags von 9 bis 12 Uhr mit dem sonst eher tabuisierten Thema zu befassen.

"Stottern ist keine Krankheit", sagt Sigrid Schlottmann, die in Oyten eine Sprachheilpraxis betreibt und die Ausstellung federführend in die Gemeinde holte. Sie wünscht sich mehr Aufklärung und Offenheit für dieses Thema und spricht damit die Anliegen Betroffener aus: "Ich hätte mir gewünscht, dass meine Eltern offener und gelassener mit dem Thema umgegangen wären, mehr darüber Bescheid wissen, um mich mehr zu stärken", schildert die 60-jährige Kerstin Neuthe in einem der 16 Erfahrungsberichte der Ausstellung. Aus unterschiedlichen Lebensphasen erzählen Betroffene ihren Umgang mit diesem Schicksal.

"Als Kind war es eine Katastrophe", so Erwin Geier. In der Schule wurde der heute 63-Jährige gehänselt, und erst nach einer Therapie im Alter von 25 Jahren besserte sich das Stottern. Auch Abiturientin Julia Brüser hatte oft Angst vor mündlichen Prüfungen in der Schule und fühlte sich nach einer erfolgreichen Therapie "wie befreit". Eine Therapie sei sinnvoll, um sich auch in einer Gruppe zu öffnen und selbstbewusster zu werden, bestätigt auch Sigrid Schlottmann. In Deutschland werden Selbsthilfegruppen zahlreich unterstützt, so dass viele Fälle erfolgreich therapiert werden können, berichtet die Fachfrau, die in ihrer Praxis ebenfalls mit Stotterern arbeitet. "Stotterer sind normale Menschen", meint ein Besucher der Ausstellung, der sich hier erstmalig über das Thema informierte. Sie würden Rücksicht und Geduld brauchen. Früher seien Stotterer gleich auf die Sonderschule verwiesen worden.

Das habe sich glücklicherweise geändert. "Das Verständnis für sie sei gewachsen. Dazu tragen auch solche Ausstellungen bei", sagt Sigrid Schlottmann.

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