Kinderbuchautor

Der Drachenbezwinger

Mit der Geschichte eines kleinen roten Drachen namens Kokosnuss ist der Kinderbuchautor Ingo Siegner berühmt geworden. Den Schülern der IGS erzählte er jetzt von seinem Leben als Schriftsteller.
21.11.2018, 17:07
Lesedauer: 2 Min
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Der Drachenbezwinger
Von Elina Hoepken

Ein schlichter Stuhl, ein Tisch, ein Mikro, ein Flipchart: Mehr braucht Ingo Siegner nicht, um rund Hundert Kinder in seinen Bann zu ziehen. Und selbst Stuhl und Tisch sind für den Kinderbuchautoren und Erfinder des kleinen Drachen Kokosnuss eigentlich überflüssig, denn die meiste Aufmerksamkeit schenken ihm die Schüler der Achimer IGS, wenn er zeichnet. Dann, wenn er Strich für Strich auf dem großen Blatt Papier seine Figuren zum Leben erweckt.

Ingo Siegner ist an diesem Mittwochvormittag zu Besuch im Forum der IGS. Offiziell zu einer „Lesung“. Zum Lesen kommt der 53-Jährige aber eigentlich nur kurz. Zu viele Fragen haben die Kinder und zu spannend scheint es für sie, von ihm zu erfahren, wie er seine Geschichten entwickelt, woher er seine Ideen nimmt und wie man eigentlich Kinderbuchautor wird. Und es zeigt sich, Siegners Lebensweg war zumindest beruflich alles andere als gradlinig. „Als ich aus der Schule kam, wusste ich überhaupt nicht, was ich mit meinem Leben anfangen soll“, gab er vor den Schülern zu. Zunächst habe er dann bei der Sparkasse gearbeitet, studierte ein paar Jahre, arbeitete dann im Reisebüro.

Drachengeschichte zum Geburtstag

Der kleine Drache Kokosnuss kam erst viel später in sein Leben. 35 Jahre sei er gewesen, als ein Nachbarsjunge ihn gefragt habe, ob er ihm nicht eine Drachengeschichte zum Geburtstag schenken könne. „Nach der Arbeit im Reisebüro habe ich mich dann immer wieder an meinen Schreibtisch gesetzt und so langsam die Geschichte des kleinen Drachen entwickelt“, erzählte Siegner. Diese Geschichte, die er dann auch selber illustrierte, habe er schließlich ein paar Mal ausgedruckt und an den Nachbarsjungen und einige Freunde verschenkt. Einige Zeit später kam dann der Anruf eines Verlegers und damit das Angebot, die Geschichte zu veröffentlichen.

Mittlerweile hat Ingo Siegner, der in Hannover lebt, bereits 35 Bücher über Kokosnuss geschrieben, ist auf Lesungen in Italien, Spanien und Griechenland unterwegs und sitzt aktuell auch schon wieder an einem neuen Drachenabenteuer. Sein erstes Buch verkaufte sich damals etwa 10 000 Mal, das dritte Buch schon 50 000 Mal. Mittlerweile könne er gut von der Schriftstellerei leben. „Und das alles ist eigentlich nur aus einem Zufall heraus entstanden“, sagte Siegner. Ungefähr drei Monate braucht er für ein neues Buch, wie er den IGS-Schülern berichtete. „Neben dem Sammeln der Ideen sind es etwa drei Wochen für das Schreiben und mindestens sechs Wochen für das Zeichnen.“ Erste Skizzen und Ideen sammelt er stets in einem kleinen Zeichenblock. „Das Grundprinzip der Geschichte ist eigentlich immer ähnlich: Die Helden treffen auf einen schier unbesiegbaren Gegner, den sie dann meist durch eine spezielle Idee oder einen Trick doch überlisten können.“

Nächster Gegner ein Gladiator

Das klinge für Außenstehende sehr einfach, aber die Arbeit sei durchaus anstrengend. „Denn wenn ich keine Idee habe, wie man den Gegner bezwingt, kann Kokosnuss schließlich auch keine haben.“ Bisher konnte seine Romanfigur sich aber noch aus allen Situationen befreien und das wird vermutlich auch zukünftig so sein. Als nächster Gegner soll ihm der Gladiator „Muskelus Doppelplus“ gegenüberstehen, wie Siegner den Fünftklässlern schon verriet. Das neue Buch „Der kleine Drache Kokosnuss bei den Römern“ soll im Frühjahr 2019 erscheinen. Wie dieser Gegner genau aussehen wird, das weiß der Autor aktuell noch nicht. Einen kleinen Vorgeschmack gab er den Schülern aber trotzdem schon auf seinem Flipchart. Und auch dafür bekam er, wie eigentlich für all seine Zeichnungen, von den Schülern wieder donnernden Applaus.

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