Solidarische Imkerei

Der gemeinsame Weg zum Honig

Wer Honig mag und sich auch für die Imkerei interessiert, der sollte mal in Wulmstorf vorbeischauen. Hier kann man Teil eines solidarischen Modells werden.
15.02.2018, 16:52
Lesedauer: 2 Min
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Der gemeinsame Weg zum Honig
Von Onno Kutscher
Der gemeinsame Weg zum Honig

Die Bienen von Stefan Homann warten in Holzkästen darauf, dass es wärmer wird. Momentan bilden sie eine Wintertraube, um die Königin vor der Kälte zu schützen.

Karsten Klama

Thedinghausen-Wulmstorf. Im Winter, wenn die Außentemperaturen sinken, dann rücken sie ganz eng zusammen. Gemeinsam haben sie ein Ziel: die Königin beschützen. Dabei sind Bienen durchaus erfindungsreich. Um es für die Königin in der kalten Jahreszeit so angenehm wie möglich zu machen, bilden sie gemeinsam eine Traube, stellen ihre Flugmuskulatur auf Leerlauf und heizen das Innere der Traube dabei auf bis zu 25 bis 30 Grad Celsius. So können sie sicher sein, dass sie die Königin gesund und munter durch den Winter bringen und den Fortbestand des Volkes sichern.

Genau so machen es auch die Bienen des Hobby-Imkers Stefan Homann aus Wulmstorf. Aufgereiht stehen die sogenannten Beuten, in denen die Bienen leben, in seinem Garten. „Reingucken darf man jetzt nicht, das würde nur stören“, sagt er und begutachtet den Holzkasten fachmännisch. Stefan Homann ist aber nicht einfach nur Hobby-Imker. Er ist noch einen Schritt weiter gegangen – zur solidarischen Imkerei.

Partnerschaft auf Zeit

„Genau wie die solidarische Landwirtschaft ist die solidarische Imkerei eine feste Partnerschaft auf Zeit zwischen dem Konsumenten und dem Imker“, beschreibt er das Konzept. Und weiter: „Teilnehmer bekommen bis zu 25 Kilogramm Rohhonig direkt aus der Schleuder und können sich sicher sein, dass der Honig regional erzeugt wurde. Außerdem kann bei der Ernte auch mitgearbeitet werden, muss aber nicht.“ Geerntet wird der Honig im Juni.

Wer Teil dieser solidarischen Imkerei sein möchte, der kann sich bei Stefan Homann auf seiner Imkerei „Alter Pfarrhof“ in Wulmstorf ein Bienenvolk mieten. Einmalig kostet das 250 Euro. „Es ist für die Menschen geeignet, die regionalen Honig für einen fairen Preis haben wollen.“

Seit gut fünf Jahren widmet sich der Wulmstorfer nun schon der Imkerei. „Grundmotivation war, dass ich ein Hobby gesucht habe, das komplex ist“, verrät er. „Das habe ich nun gefunden, denn die Imkerei ist jedes Jahr anders.“ Die Umsetzung der solidarischen Imkerei ist für ihn indes neu. „Es ist das erste Mal. Es wird sich zeigen, wie es läuft.“

Insgesamt zehn Völker nennt Homann sein Eigen. Momentan, also in der kälteren Jahreszeit, sind es pro Volk etwa 5000 Bienen. „Im Sommer sieht es dann schon anders aus, dann können es bis zu 50 000 sein“, sagt der Imker. Klingt für den Laien vielleicht viel Bienen, „in der Gemarkung Wulmstorf kann man aber von einer chronischen Unterversorgung bei der Bestäubungsleistung ausgehen“. Diesem Mangel solle mit der solidarischen Imkerei positiv begegnet werden.

Kein Vorwissen benötigt

Das Konzept der solidarischen Imkerei, erklärt Homann, sei auch für den Anfänger bestens geeignet. „Man braucht dafür kein Vorwissen.“ Ein Volk zu mieten sei vielmehr eine gute Gelegenheit, sich mit dem Hobby zu beschäftigen. „Man kann das ganz stressfrei ausprobieren.“ Als Teil dieses solidarischen Netzwerks nähere man sich sich den Bienen an, ohne gleich für die ganze Arbeit verantwortlich zu sein. Denn die bleibt letztlich beim Imker. „Ungefähr im Juni wird geerntet und geschleudert, dabei kann natürlich geholfen werden. Auch ist es möglich, nach Terminvereinbarung, sein persönliches Bienenvolk zu besuchen“, sagt Homann.

Noch ist für die Bienen an die Honigproduktion aber nicht zu denken. Alle Kraft gilt der Königin, denn die muss heil durch den Winter gebracht werden.

Weitere Informationen zur solidarischen Imkerei erteilt Stefan Homann per E-Mail an StefanHomann@gmx. com .

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