Ringen

Der Kampf im Ring

Zwei Ringer des TSV Achim schnappen sich bei der Landesmeisterschaft im Freistil den Titel.
04.03.2020, 16:24
Lesedauer: 2 Min
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Der Kampf im Ring
Von Patrick Hilmes

Zwei Jubiläen, ein Turnier, zwei Landesmeistertitel und Probleme durch das Corona-Virus. Bei der Landeseinzelmeisterschaft im Ringen, die in diesem Jahr vom TSV Achim veranstaltet wurde, war reichlich was los. Was ganz Deutschland und die Welt derzeit beschäftigt, beschäftigte nun auch die Ringer-Abteilung des TSV Achim. „Das Deutsche Rote Kreuz hatte uns abgesagt, da bei ihnen ein Corona-Verdachtsfall vorlag. Zum Glück haben wir in der Elternschaft unserer Sportler einen Arzt, der sich bereit erklärt hatte, beim Turnier zu übernehmen“, erzählte René Sokoll, Trainer des TSV Achim. Somit konnte der Fokus auf das Sportliche gerichtet werden.

Der TSV Achim feiert in diesem Jahr sein Jubiläum zum 160. Geburtstag und zudem wurde vor 60 Jahren die Abteilung Ringen im TSV gegründet. Zwei Gründe zum Feiern und es sollten noch zwei weitere folgen: Mit Lucenzo Calandruccio und Jamie Renning schnappten sich zwei Achimer Athleten in ihren jeweiligen Alters- und Gewichtsklassen Landesmeistertitel im Freistil.

Lucenzo Calandruccio trat in der D-Jugend bis 34 Kilogramm an und hatte zwei Kämpfe zu bestreiten. Seine Gegner hörten auf die Namen David Babizki und Mark Rusetskyi und traten beide für den VfL Oldenburg an. Lucenzo ging in beiden Kämpfen sehr konzentriert zu Werke, wartete seine Chance ab und brachte seine Gegner jeweils mit einem Kopfhüftzug zu Boden. Dadurch entschied er beide Kämpfe für sich und der Lohn war sein erster Meistertitel.

Jamie Renning kannte dieses Gefühl schon, trat er doch als Titelverteidiger in der C-Jugend bis 25 Kilogramm an. Renning stellte sich jedoch nur eine Gegnerin, der Titel wurde dann durch Hin- und Rückkampf ausgerungen. Renning zeigte sich zielstrebiger als seine Kontrahentin vom TV Meppen und brachte sie schnell zu Boden und fuhr somit zwei Schultersiege ein, die die Titelverteidigung bedeuteten.

Ein weiterer Achimer Athlet war Maximilian Schaab. Für ihn war die Meisterschaft ein erster Gradmesser in der neuen Klasse (B-Jugend bis 38 Kilogramm). In seinem ersten Kampf ließ Schaab nichts anbrennen, brachte seine Gegner vom ASV Wilhelmshaven schnell zu Boden und errung den Sieg mittels Nackenhebel. Im zweiten Kampf gegen Andreas Geis vom ASV Wilhelmshaven tat sich der Achimer allerdings schwerer. Zunächst war das Duell ein ausgeglichenes, dann aber konterte der Wilhelmshavener Schaab aus und ergatterte den Sieg. „Maximilian fehlte etwas der Biss, das letzte Stückchen Aggressivität. Ansonsten kämpfte er super“, bilanzierte René Sokoll.

In der C-Jugend bis 32 Kilogramm traten sechs Athleten an, eine davon war die Achimerin Nina Cordes. Ihre ersten drei Kämpfe bestritt Cordes allesamt erfolgreich und setzte sich souverän durch starke Techniken durch. Die beiden weiteren Begegnungen verliefen jedoch negativ. Die Gegner vom RV Hannover und Artland Sports seien doch zu stark und ein wenig zielstrebiger in ihren Aktionen gewesen. „Sie hat aber das Potenzial auch bei einer Deutschen Meisterschaft weit zu kommen“, attestierte ihr René Sokoll großes Leistungsvermögen. In Achim musste sich Nina Cordes jedoch somit mit Rang drei begnügen.

Die vier waren nicht die einzigen Achimer Teilnehmer, so wurden Leo Wurzer, Elias Schaab und Dalija Akyol in ihren Klassen am Ende auf Platz drei geführt, Meena Zessin und Mansur Assubayev schnappten sich in ihren Klassen jeweils Rang zwei. Insgesamt waren 100 Ringer aus neun Vereinen zu Gast. Ein organisatorischer Aufwand, der nur durch freiwillige Helfer möglich war. Und die wollte René Sokoll nochmals explizit loben: „Eigenlob stinkt das zwar, aber wir haben derzeit eine unheimlich gute Elternschaft. Wir hatten noch nie so viel Hilfsbereitschaft. Das ist wirklich etwas Besonderes.“

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