Konzertreihe

Der Klassik immer treu geblieben

Der Achimer Schubertchor feiert sein 70-jähriges Bestehen. Anlässlich dieses Geburtstages wird es im Laufe des Jahres vier Konzerte geben. Eines davon ist natürlich auch dem Namensgeber des Chores gewidmet.
13.01.2019, 13:42
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Der Klassik immer treu geblieben
Von Elina Hoepken
Der Klassik immer treu geblieben

Raimund Limpinsel (vorne) leitet den Achimer Schubertchor seit 2012. Mindestens einmal im Jahr haben die Sängerinnen und Sänger immer einen Auftritt.

Michael Hornung

Wenn sich die gut 60 Sängerinnen und Sänger des Achimer Schubertchores einmal in der Woche zum Proben treffen, dann wartet meist eine gehörige Portion Arbeit auf sie – Stimmbildung und gymnastische Übungen inklusive. „Die klassischen Stücke müssen nicht einfach nur gesungen, sondern erarbeitet werden“, sagt Manfred Raba, Vorsitzender des Vereins „Schubertchor Achim“. Seit zwölf Jahren nimmt er selbst diese Arbeit Woche für Woche immer wieder gerne auf und ist in dem Chor bei Weitem nicht das langjährigste Mitglied. „Viele von uns sind schon 40 oder sogar 50 Jahre mit dabei“, sagt Raba.

Der Chor selbst feiert in diesem Jahr sogar bereits sein 70-jähriges Bestehen. Gegründet wurde er 1949 von einer Gruppe heimatvertriebener Achimer Neubürger. 64 Mitglieder hatte der Chor schon damals in seiner Gründungszeit als er noch den Namen „Schubertchor der Achimer Heimatvertriebenen“ trug. Seitdem ist viel Zeit vergangen, der Fokus der Sängerinnen und Sänger habe sich in all der Zeit jedoch nicht verändert. „Wir waren schon immer ein Klassik-Chor und haben unser Repertoire dementsprechend auch über all die Jahre auf klassische Musik ausgerichtet“, sagt der Vereinsvorsitzende.

Chor hat auch soziale Komponente

Für ihn persönlich sei gerade das auch das Besondere, was den Chor ausmache. „Musikalisch ist es sehr reizvoll. Es macht viel Arbeit, die klassischen Stücke gemeinsam zu erarbeiten“, erklärt Manfred Raba. Doch es ist sicherlich nicht nur die Musik, die viele Mitglieder schon so lange an den Chor binden. „Der Schubertchor hat in jedem Fall auch eine große soziale Komponente“, weiß Raba. Dadurch, dass ein Großteil der Mitglieder um die 70 Jahre alt sei, seien eben auch viele schon Witwe oder Witwer. „Man geht daher auch zu den Proben, um sich mit den anderen Mitgliedern zu treffen.“ Ein gemeinsames Zusammensein nach der „musikalischen Arbeit“ im Kasch gehört daher jede Woche immer mit dazu. „Unabhängig von den Proben und unseren Auftritten machen wir als Gruppe auch so viele Aktivitäten zusammen“, sagt Manfred Raba.

Seit 2012 wird der Schubertchor mittlerweile von Raimund Limpinsel geleitet. Er folgte auf Detlef Wülbers, der insgesamt 47 Jahre lang Chorleiter des Klassik-Chores in Achim war. „Jeder Leiter hatte bisher seinen ganz persönlichen Stil und hat diesen auch in die Chorarbeit eingebracht“, sagt Raba. Der klassischen Musik sind sie jedoch natürlich alle treu geblieben. Auch, wenn das die Suche nach Nachwuchssängern nicht gerade einfacher macht. „Wenn wir ein Gospelchor wären, hätten wir sicherlich innerhalb von wenigen Wochen viele neue Mitglieder“, prognostiziert Raba. „Aber klassische Musik ist gerade für junge Leute meist nicht besonders reizvoll.“ Dennoch habe man es im vergangenen Jahr geschafft, zwei neue Mitglieder hinzu zu gewinnen. „Und ich hoffe, dass auch in den kommenden Jahren immer wieder welche hinzukommen.“

Jubiläumsfest im Hotel Bootshaus

Das gesamte vergangene Jahr haben die Mitglieder des Schubertchors genutzt, um für ihre Auftritte im Geburtstagsjahr 2019 zu proben. Anlässlich des 70-jährigen Bestehens soll es in diesem Jahr nämlich insgesamt gleich vier Konzerte geben. Darüber hinaus treffen sich die Chormitglieder im Oktober zu einem Jubiläumsfest im Hotel „Bootshaus Achim“. Dort wollen dann alle gemeinsam auf die erfolgreiche und manchmal auch amüsante Geschichte des Chores zurückblicken. Denn das gemeinsame Beisammensein ist es eben auch, was den Schubertchor all die Jahre geprägt hat.

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Zur Sache

Eine Soiree zum Auftakt

Die Konzertreihe beginnt am Sonntag, 10. Februar, um 18 Uhr in der Aula des Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasiums mit einer Soiree unter dem Titeln „Ein Abend mit Franz Schubert“, die ausgewählten Werken des Namensgebers des Chores gewidmet ist. Es erklingen an diesem Abend sowohl Kompositionen für Klavier als auch Chorsätze und Soli des Komponisten und von ihm bearbeitete Volkslieder. Solisten des Konzerts werden die Achimer Pianistin Heidi Schubert-Hornung sein, die auch den Chor am Flügel begleitet, und der Leiter des Schubertchores Raimund Limpinsel als Bassbariton, der auch die musikalische Gesamtleitung innehat. Nach dem Konzert lädt der Schubertchor noch zu einem Sektempfang in die Eingangshalle der Schulaula ein. Eine kleine Ausstellung zeigt dort auch Fotos aus der Geschichte des Chores.

Dem Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart sind indes zwei Konzerte gewidmet – im März in der St.-Laurentius-Kirche in Achim und im Juni im Kulturzentrum Martinskirche in Hoya. Das Programm wird ausgewählte geistliche Werke des Komponisten für Chor, Orchester und Solisten enthalten. Als Orchester konnte dazu wieder die Sinfonietta Aller-Weser verpflichtet werden. Beendet wird das Jubiläumsjahr dann im Dezember mit einem Weihnachtssingen in der St.-Matthias-Kirche in Achim, wo es nach Angaben des Chores „Weihnachtliches zum Zuhören und auch zum Mitsingen“ geben wird.

Der Eintritt zur Soiree im Februar beträgt im Vorverkauf zehn, an der Abendkasse zwölf Euro (ermäßigt sieben und neun Euro, für Kinder bis 14 Jahre fünf Euro). Karten sind erhältlich in den bekannten Vorverkaufsstellen, den Buchhandlungen Hoffmann und Bücherwurm in Achim, Lange Buch & Medien in Thedinghausen, Papier-Meyer und TZ-Shop in Oyten. Restkarten sind an der Abendkasse erhältlich.

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