Schuhmaschinenfabrik Desma

Großes Bekenntnis zum Standort Achim

Auf ihrem Grundstück in Achim hat die Schuhmaschinenfabrik Desma nun ihr neues, modernes Firmengebäude offiziell eingeweiht - allerdings ohne Gästeschar und großen Bahnhof.
29.06.2020, 16:32
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Großes Bekenntnis zum Standort Achim
Von Kai Purschke
Großes Bekenntnis zum Standort Achim

Die Einweihung des imposanten Neubaus fand wegen der Corona-Pandemie nur im kleinen Stil statt (von links): Bürgermeister Rainer Ditzfeld, die beiden Desma-Geschäftsführer Christian Decker und Klaus Freese und Landrat Peter Bohlmann.

Björn Hake

Wohl dem, der genug Platz hat. Das gilt für den Desma-Neubau und das Tochterunternehmen der Salzgitter AG in Achim gleich in zweierlei Hinsicht. Erstens war der freie Platz für den imposanten und nun fertigen 18-Millionen-Euro-Neubau auf der Betriebsfläche vorhanden, zweitens hat der weltweit agierende und nach eigenen Angaben führende Hersteller von Schuhmaschinen nun genügend Platz für die Mitarbeiter, die Lagerung, Fertigung und den Abtransport seiner Maschinen. Dafür ist an der Desmastraße ein dunkel verklinkerter Firmensitz entstanden, dessen Hauptgebäude anderthalb mal so groß wie ein Fußballfeld ist.

Planmäßig, was den Zeitpunkt der Fertigstellung als auch die angepeilten Kosten betrifft, konnte der Neubau nun eingeweiht werden. „Das ist beides zu einhundert Prozent aufgegangen“, erzählte Christian Decker, der zusammen mit Klaus Freese in der Geschäftsführung des Unternehmens agiert, am Montag den wenigen Gästen. Was hingegen nicht so richtig aufging, war das Vorhaben, die Einweihung des neuen Desma-Gebäudes in diesem Jahr mit der alle zwei Jahre stattfindenden Hausmesse zu verknüpfen. „Wir haben schweren Herzens die Entscheidung getroffen, sie wegen der Corona-Pandemie abzusagen“, erklärte Decker. Deswegen, „weil es auch nicht in die Zeit passt“, gab es am Montag lediglich eine Einweihung im kleinen Stil: Landrat Peter Bohlmann und Achims Bürgermeister Rainer Ditzfeld waren zu Gast. So richtig gefeiert werden soll dann eben nächstes Jahr, obwohl die Hausmesse dann untypisch in ein ungerades Jahr fällt. Aber: Desma feiert 2021 ihren 75. Geburtstag.

Ungewöhnliche Anblicke

Spätestens dann dürfte es auch eine Sause für die 240 Desma-Mitarbeiter geben, für die nun in den nächsten Wochen der Umzug ansteht. Bis auf zwei Abteilungen, die am jetzigen Standort in nur 200 Metern Entfernung bleiben, ziehen sie in den nächsten Wochen in den modernen Neubau. Der bietet rund 4500 Quadratmeter Bürofläche, die energetisch auf dem neuesten Stand ist und per Leitungen im Fußboden sogar kühler temperiert werden kann. Unisex-Toiletten mit einzelnen geschlossenen Räumen pro WC und kleine Räume für Konferenzen im Stehen sind ein ebenso ungewöhnlicher Anblick wie die fünf Meter hohe Decke im Erdgeschoss. „Das wollten wir so“, begründete Decker die Aufgabe, die auch Generalunternehmer Goldbeck als sportlich angesehen habe.

Rundgang am neuen Firmensitz von Desma in Achim

Das neue Schmalgang-Hochregallager bietet Desma etwa 30 Prozent mehr Kapazitäten als das jetzige Lager. Der Stapler, mit dem Teile gelagert und entnommen werden, lässt sich von Menschenhand steuern, kann aber auch eigenständig agieren.

Foto: Björn Hake

Klaus Freese machte keinen Hehl daraus, dass Desma sehr zufrieden sei, mit dem, was da entstanden ist, seitdem erst im Juni vergangenen Jahres der symbolische Spatenstich erfolgt war. „Wir haben im Vorfeld mehrere Optionen durchgespielt, auch eine Sanierung des Altbestandes war ein Thema, letztlich aber doch zu teuer“, erzählte er. Zumal der Neubau die Chance bot, nahezu optimale Verhältnisse und kurze Wege zu schaffen. So ist das Gebäude mit den zwei großen Hallen (insgesamt 12 000 Quadratmeter Hallenfläche) so aufgebaut, dass von der Anlieferung der Teile über ihre Lagerung und die Fertigung bis zum Abtransport, diese keinen Weg zweimal nehmen müssen. Und an spätere Expansion hat die Desma Schuhmaschinen GmbH ebenfalls gedacht: Die Fabrik und ihre Technik sind erweiterbar, zusätzliche Lkw-Ports bereits vorbereitet.

Begeisterte Verwaltungschefs

Dass Desma mit dem vom Mutterkonzern bewilligten Bau ein Standortbekenntnis abgegeben hat, freut insbesondere Bohlmann und Ditzfeld. Auch die Tatsachen, dass Desma ihre jetzigen Gebäude und Hallen fremdvermietet und dort bereits so etwas wie ein Technologiepark entstanden ist, wo sich innovative Firmen und Start-Ups niederlassen können und mit ihrer Außenstelle die Leibniz-Hochschule Achim zum Studienstandort gemacht hat (wir berichteten), begeistern die beiden Verwaltungschefs. „Solch ein Statement ist keine Selbstverständlichkeit“, betonte der Landrat.

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