Volleyball

Die Appelle des Trainers

Zweitligist TV Baden liefert gegen den Erstligisten TSV Giesen Grizzlys bei der Fünfsatz-Niederlage eine starke Leistung ab.
30.08.2018, 18:03
Lesedauer: 3 Min
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Die Appelle des Trainers
Von Florian Cordes
Die Appelle des Trainers

Ole Seuberlich (links, beim Schlag) und der TV Baden lieferten dem Erstligisten TSV Giesen Grizzlys ein spannendes Volleyballspiel, das der Zweitligist nur knapp verlor.

Björn Hake

Schnell machte Fabio Bartolone noch einmal die Runde. Der Trainer des Volleyball-Zweitligisten TV Baden klatschte jeden seiner Spieler ab. In seinem Gesicht war der Siegeswille zu erkennen. Es waren nur noch wenige Augenblicke, bis im Testspiel gegen den Erstligisten TSV Giesen Grizzlys die Entscheidung anstand – der fünfte Satz. Zwar wurden Bartolones Hoffnungen auf einen Sieg nicht erfüllt – Giesen setzte sich mit 3:2 (28:30, 25:23, 25:21, 18:25, 15:11) durch –, das eigentliche Ziel des Tages hatten die Badener an diesem Mittwochabend während ihrer offiziellen Saisoneröffnung allerdings erreicht. Die Fans für das begeistern, was es ab Mitte September regelmäßig in der Lahofhalle zu sehen geben soll: spannenden Volleyball-Sport.

Fabio Bartolone war zudem mit dem Ziel in die Begegnung der beiden Aufsteiger gegangen, zumindest einen Satz zu gewinnen. Dass es am Ende fast sogar zum Matchgewinn gereicht hat, damit hätte auch der erfahrene Coach nicht gerechnet. Ihm blieb nichts anderes übrig, als sehr zufrieden mit seinem neuen Team zu sein, wenn es gegen einen Erstligisten so knapp verliert. „Wir haben toll gespielt, das Spiel ist für uns gut verlaufen“, lobte Fabio Bartolone seine Mannschaft. Doch der Trainer nahm die unerwartet knappe Niederlage auch als Grund, um vor aufkommender Euphorie zu warnen. „Wichtig ist jetzt, dass wir ruhig und auf dem Boden bleiben“, sagte der Italiener. „Wir müssen noch viel, viel arbeiten.“ Zudem sei die Situation bei einem Test nicht mit der bei einem Pflichtspiel zu vergleichen.

Einen Appell richtete Bartolone, der zur Zweitliga-Saison den jetzigen TVB-Manager Peter-Michael Sagajewski auf der Trainerbank ablöst, auch an die Zuschauer. „Wir hatten gegen Giesen eine tolle Kulisse. Genau solche Fans brauchen wir auch während der Saison. Ohne solch eine tolle Stimmung wird es schwierig für die Jungs“, meinte der Coach.

Dass die Stimmung in der Lahofhalle so gut war, lag zum großen Teil auch am Auftritt der Badener auf dem Feld. Der Zweitliga-Aufsteiger zeigte gegen Erstliga-Aufsteiger Giesen nämlich von Anfang an eine engagierte Leistung. Kaum ein Ball wurde hergeschenkt. Und so war das Minimalziel, zumindest einen Satz zu gewinnen, bereits nach dem ersten Durchgang eingetütet. In Abschnitt Nummer eins war jedoch eine wahre Schlacht um den Satzgewinn entbrannt. Erst als Artem Tscherwinski den 30. Punkt für die Gastgeber machte, war der Satz zugunsten des TVB beendet – 30:28. Im zweiten Satz spielte die Bartolone-Truppe ganz groß auf. Auf dem blauen Feld in der Lahofhalle, das von Peter-Michael Sagajewski schon liebevoll als Badener Pool bezeichnet worden war, erspielten sich die Gastgeber eine deutliche 16:6-Führung. Der zweite Satzgewinn war zum Greifen nahe. Es wurde quasi eine kleine Pool-Party gefeiert. Doch durch die technische Auszeit kam es zum Bruch im TVB-Spiel. Der Bundesligist fand nun besser in die Partie, drehte zunächst den Satz und gewann ihn schließlich (25:23). Den dritten Durchgang gestalteten die Gäste ein wenig dominanter und entschieden ihn mit 25:21 für sich.

Doch die Badener wollten noch das schaffen, was ihnen im zweiten Satz verwehrt blieb: Einen zweiten Abschnitt erfolgreich beenden. Und das sollte in Satz Nummer vier gelingen. Angeführt von Ole Sagajewski, der nach Spielende zu Badens wertvollstem Spieler gewählt wurde, setzten sich die Hausherren mit 25:18 durch. Der Tiebreak musste über Sieg und Niederlage entscheiden. Das bessere Ende hatte in diesem der Erstligist für sich (15:11).

Beim TVB gab es aber dennoch glückliche Gesichter. Besonders bei den Spielern, die allesamt sehr viel Einsatzzeiten bekamen. Es war ein Zeichen des Trainers, dass er alle seine Jungs in der 2. Bundesliga benötigt, damit das große Ziel Klassenerhalt erreicht wird.

Einer der neuen Spieler im Kader des TV Baden hat in dem Test gezeigt, dass er im Laufe der Saison zum einen Faktor werden könnte: Jannik Haats, der im Sommer von Bremen 1860 zum TVB wechselte. Sein erstes Heimspiel für Baden habe ihm sehr viel Spaß gemacht. „Und das Ergebnis ist für uns zufriedenstellend, auch wenn es eigentlich im Hintergrund steht“, sagte Haats. „Aber ich denke, wir können positiv und mit einer Portion Optimismus in die Saison gehen.“

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