Zu Weihnachten sollen Achimer Kinder beschenkt werden / Zettel hängen ab 19. November im Rathaus Die besten Wünsche

Achim. Der Mann in rot-weißer Kluft kommt durch den Schornstein, lässt die liebevoll am Nordpol verpackten Geschenke zurück im Wohnzimmer und verschwindet ungesehen: So, als anonymen Schenker mit Herz, kennen viele den Weihnachtsmann. Ähnlich dürfen sich diejenigen fühlen, die sich an der in Achim neuen Aktion Wunschbaum beteiligen.
02.11.2016, 00:00
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Von Tina Hayessen

Achim. Der Mann in rot-weißer Kluft kommt durch den Schornstein, lässt die liebevoll am Nordpol verpackten Geschenke zurück im Wohnzimmer und verschwindet ungesehen: So, als anonymen Schenker mit Herz, kennen viele den Weihnachtsmann. Ähnlich dürfen sich diejenigen fühlen, die sich an der in Achim neuen Aktion Wunschbaum beteiligen. Die Idee: Kinder aus Haushalten, in denen das Geld denkbar knapp ist, schreiben einen Wunschzettel mit insgesamt drei Dingen, die sie gerne zu Weihnachten hätten. Achimer, die ein wenig mehr Geld am Ende des Monats übrig haben, suchen sich einen dieser Wünsche aus – und erfüllen ihn.

„Wir wollen das Rad nicht neu erfinden“, spielt Liane Wiesner von der Achimer Bürgerstiftung darauf an, dass auch andere Städte die Wunschbaum-Idee bereits umgesetzt haben. Doch man habe in Zusammenarbeit mit der Freiwilligenagentur der Stadt und der Achimer Tafel ein eigenes kleines Konzept entwickelt, das am ehesten dem Weihnachtsgedanken der Beteiligten entspricht. „Wir wollen Achim noch näher zusammenbringen“, sagt Timo von den Berg von der Freiwilligenagentur. Etwa 20 Euro seien für ein Geschenk eingeplant, so soll die Aktion materiell überschaubar bleiben. In anderen Kommunen, weiß er, werde allein Geld eingesammelt und die Geschenke dann zentral organisiert eingekauft. Von den Berg und Wiesner wollen aber den etwas direkteren Kontakt.

„Was Sie in das Geschenk tun, bleibt Ihnen überlassen. Das kontrollieren wir nicht – und das ist gut“, betont Wiesner. Wer, weil sich ein Kind ein paar Fußballschuhe wünscht, lieber ein paar mehr Euro für bessere Qualität ausgeben möchte, solle das gerne tun. Gleichzeitig müsse jemand, der etwa keinen Lippenstift für eine Zwölfjährige kaufen möchte, das auch nicht tun. Entweder er nimmt einen der Alternativwünsche oder sucht sich schlicht einen anderen Empfänger aus. Und da gibt es so einige. Viele Wunschzettel sind bereits ausgefüllt: Darauf ist nur zu sehen, ob es sich um einen Jungen oder ein Mädchen handelt und wie alt das Kind ist. Achja: Und für die persönliche Note haben viele der Kinder noch eine kleine Botschaft in Bildform für die Schenker hinterlassen. Ein selbst gemaltes Einhorn etwa oder eine Winterlandschaft. „Den Teil können die Spender behalten“, erklärt Wiesner und hält einen der Zettel hoch.

Es sind mal eher bescheidene Wünsche – wie der nach einem warmem Pullover – und manchmal deutlich größere. So steht etwa „ein Fahrrad“ auf dem Wunschzettel eines Jungen, wobei er selbst einschränkt, es sei egal, was für eins, gerne nehme er „ein altes“. „Eine Garantie gibt es nicht“, hält Wiesner fest. Man habe versucht, den Kindern zu erklären, dass der Zettel eben ein Wunschzettel sei – keine Bestellliste. Bei der Achimer Tafel habe man die Papiere vor allem ausgeteilt, weil da exakt die Gruppe Menschen einkauft, deren Kinder man mit der Aktion erreichen möchte.

Ab dem 19. November, wenn terre des hommes seinen Weihnachtsmarkt abhält, sollen im Rathaus die Wunschzettel aufgehängt werden. Nicht an einem echten Baum, denn die Tanne kommt erst zum ersten Advent in das Foyer. Bis sie da ist, hängen die Wünsche an Karton-Bäumen an Stellwänden. Bis spätestens zum 8. Dezember sollte man als Schenker sein Päckchen gepackt und es bei Bürgerbüro, Bürgerstiftung oder Tafel abgegeben haben. Denn die Kinder sollen ja pünktlich zu Weihnachten ihren Wunsch erfüllt bekommen.

Eine große Übergabezeremonie werde es allerdings nicht geben, sagt Wiesner, denn das wirke vielleicht nach außen nett, doch für viele Familien sei es eben nicht angenehm, als bedürftig im Mittelpunkt zu stehen. Also ist es wie beim Weihnachtsmann: Wer da genau etwas Gutes tut, bleibt im Verborgenen. Doch man darf sich zu Hause beim Einpacken darüber freuen, was für ein fröhliches Gesicht der Beschenkte wohl machen wird.

„Wir wollen Achim noch näher zusammenbringen.“ Timo von den Berg
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