Vernissage im Haus Hünenburg

Die Beziehung zwischen Mensch und Natur

Die Erforschung der Beziehung zwischen Mensch und Natur hat sich Werner Henkel mit seiner Kunst zum Ziel gemacht. Seit Sonntag ist eine Auswahl seiner Werke im Haus Hünenburg zu sehen.
05.08.2018, 19:47
Lesedauer: 2 Min
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Von Lukas Warnecke
Die Beziehung zwischen Mensch und Natur

Werner Henkel aus Bremen stellt einige seiner Kunstwerke noch bis zum 16. September in Achim aus.

Michael Braunschädel

Viele Besucher sind am Sonntagvormittag ins Haus Hünenburg geströmt, um die Werke des Bremer Künstlers Werner Henkel zu bewundern. Mit einer Vernissage wurde seine Ausstellung „Bild, schön“ eröffnet, die bis zum 16. September dort zu sehen ist. Bei einem Getränk konnten sich die Gäste dabei mit Vertretern des Kunstvereins Achim, des Hauses Hünenburg aber auch mit dem Künstler selbst austauschen. Die Kunstwissenschaftlerin Marion Bertram beschrieb die Arbeit des Künstlers in einer kurzen Rede. Besonders die Begriffe „Natur“, „Beziehung“ und „Mensch“ fielen häufig, wenn sie die Werke von Henkel beschrieb.

Das Ziel des Künstlers sei es nämlich, die Beziehung zwischen Mensch und Natur zu erforschen. Wie wir zur Natur stehen und wie sie zu uns steht, gehört dabei zu seinen großen Fragen. Zu diesem Zweck benutze er weitestgehend Naturstoffe als Materialien. Schmetterlingsflügel, vertrocknete Blätter und Äste finden Verwendung in seiner Arbeit. Dabei ist das Repertoire Henkels weit gefächert. Von großen Installationen bis hin zu einfachen Zeichnungen gehört vieles dazu.

Die Ausstellung im Haus Hünenburg fokussiert sich auf figürliche Werke. Es gibt Aktzeichnungen, die mit Blättern beklebt wurden. Aus seltsam verformten Blättern wurden alltägliche Formen herausgeschnitten. Auch abstrakte Arbeiten sind ausgestellt, bei denen jeder selbst entscheiden kann, was er sieht. Am Ende ihrer Rede erklärt Marion Bertram die Bedeutung des Titels „Bild, schön“. "Ganz bewusst entschied sich Henkel für die Trennung dieser beiden Begriffe." Denn auch der Titel stehe für die große Frage, wie wir zu den Werken Henkels und somit zur Natur stehen. Nach Bertram stehen "unsere Auseinandersetzungen mit den Kunstwerken auch für unsere Beziehung zur Natur".

„Es geht einfach auch darum, die Schönheit der Natur zu feiern“, sagte der Künstler selbst. Seine Inspirationen kommen ihm häufig sehr spontan. Je nachdem, was er in der Natur finde, habe er entweder gleich eine Idee oder brauche lange, um ein Konzept zu entwickeln. Von den ausgestellten Werken seien ihm jene mit den Schmetterlingsflügeln am schwersten gefallen. „Die Schmetterlingsflügel sind dafür einfach so schön", betont er.

Seine künstlerische Karriere hatte Henkel, der an diesem Tag im Haus Hünenburg viele Komplimente für seine Werke erhielt, Anfang der 1980er-Jahre begonnen, wie er selbst berichtete. Das Interesse für Kunst und Natur habe er schon seit seiner Schulzeit gehabt. Nach einem Atomunfall in Stade errichtete er seine erste Installation. Diese richtete sich damals gegen Radioaktivität und Atomkraft. Dabei habe er zum ersten Mal Natur und Kunst zusammengeführt.

Den Aspekt des Naturschutzes habe der Künstler nie verloren und beschäftige sich auch weiterhin mit Atomkraft und Ozon. Das zeigt sich auch in seiner Fortbewegungsart: Henkel war nämlich von Bremen bis nach Achim zur Vernissage mit dem Fahrrad gefahren.

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