Kreisfrauenrat stellt Mentoring-Programm vor Die Kommunalpolitik sucht Frauen

Verden. 2011 ist Kommunalwahl und die Suche nach geeigneten Kandidaten hat jetzt schon begonnen. Geht es nach dem Kreisfrauenrat, sollen vor allem mehr Frauen in die Kommunalparlamente einziehen.
21.02.2010, 17:00
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Die Kommunalpolitik sucht Frauen
Von Uwe Dammann

Verden. 2011 ist Kommunalwahl und die Suche nach geeigneten Kandidaten hat jetzt schon begonnen. Geht es nach dem Kreisfrauenrat, sollen vor allem mehr Frauen in die Kommunalparlamente einziehen. 'Frauen sind in den Gemeinderäten und im Kreistag deutlich unterrepräsentiert', sagt die Vorsitzende des Kreisfrauenrates, Karin Labinsky-Meyer.

Das sollte sich möglichst ändern, meint der Kreisfrauenrat und fordert Frauen aus den Gemeinden im Kreis Verden auf, sich politisch vor Ort zu engagieren. Das Gremium tagte jetzt im Ottersberger Rathaus und hatte neben dem Vorstandsbericht dieses eine zentrale Thema: 'Politik sucht Frauen'. Als Referentin war Almut von Woedtke aus Hannover eingeladen, die interessante Zahlen mitgebracht hatte.

Demnach liegt der Frauenanteil in den Kommunalparlamenten deutlich unter dem Durchschnitt anderer Parlamente. Während im Europarlament 35 Prozent weibliche Abgeordnete sitzen, ist der Anteil des weiblichen Geschlechts im Bundestag bei 32 Prozent. In Städten und Gemeinden liegt er in den Räten dagegen bei geringen 20,9 Prozent. Warum ausgerechnet hier, wo es um Schulbelange, Kindergartenprobleme oder Straßensanierung geht, der Frauenanteil so gering ist, darauf wusste die Referentin allerdings auch keine Antwort.

Fakt ist: Damit die Kommunalparlamente weibliche Verstärkung erhalten, sollen mehr Frauen zur politischen Mitarbeit motiviert werden. Almut von Woedtke warb für das aktuelle Programm zur Förderung von Frauen in der Kommunalpolitik, das von der niedersächsischen Ministerin Mechthild Ross-Luttmann aufgelegt wurde. Demnach sollen sich Männer und Frauen, die bereits über Erfahrung in der Kommunalpolitik verfügen, sich als Mentor oder Mentorin zur Verfügung stellen, um Frauen den Einstieg in kommunale Ämter zu erleichtern.

Weiterbildungsangebote in Hannover oder an anderen Standorten in Niedersachsen sollen das Mentoring begleiten. Hier gibt es Verbesserungsvorschläge für Rhetorik, Öffentlichkeitsarbeit oder eine Einführung in das Haushaltsrecht. Gleichzeitig geht es darum, dass die politischen Neulinge, den Ratsmitgliedern beim politischen Alltagsgeschäft über die Schulter schauen können und sie zu Sitzungen begleiten oder Gespräche zu kommunalpolitischen Themenfeldern führen. 'Frauen

informieren sich vorab über die politische Arbeit, Männer gehen einfach so daran und trauen sich zu, auch ohne Vorkenntnisse in die Kommunalpolitik einzusteigen', wies Andrea Michallik (Langwedel) aus dem Kreisfrauenrat auf die geschlechtsspezifisch unterschiedliche Herangehensweise an die Kommunalpolik hin. Und Cornelia Wolf-Becker (Fischerhude) glaubt, dass das Mentoring helfen könne, 'die Schaumschlägerei des politischen Alltagsgeschäftes' zu durchschauen.

Anja König (Verden) warb dafür, dass sich bereits die Schulen stärker mit der Kommunalpolitik befassen sollten. 'Warum kommen die Lehrer mit ihren Schulklassen nicht einmal in eine Ausschussitzung, um zu sehen, wie das hier abläuft', fragte König. Dass sich Kommunalpolitik lohnt und Spaß machen kann, darauf wies Bärbel Richter aus Achim hin. 'Das ist spannend, stärkt das Selbstbewusstsein und es hilft, die Zusammenhänge vor Ort besser zu durchschauen', warb Richter für die politische Arbeit in den Kommunen.

Wer sich für das Mentoring-Programm interessiert - entweder als Mentor oder als Mentee (geförderte Person) - sollte sich bis zum 5. März bei der Vernetzungsstelle in Hannover oder bei den Gleichstellungsbeauftragten der Kommunen bewerben. Weitere Informationen gibt es unter www. politik-sucht-frauen.de oder direkt bei Almut von Woedtke, Telefon 0511/33650623.

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