Lesung in Achim

Die Liebe zu historischen Themen

Petra Mattfeldt, die auch unter den Namen Caren Benedict und Ellin Carsta Bücher schreibt, hat nun in Achim ihre überaus erfolgreiche Hansen-Saga vorgestellt und darüber hinaus auch Privates preisgegeben.
06.09.2019, 15:14
Lesedauer: 3 Min
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Von Gisela Enders
Die Liebe zu historischen Themen

Die Langwedeler Autorin Petra Mattfeldt verzichte für ihre Lesung auf eine Gage zugunsten des Bücherei-Fördervereins.

Björn Hake

Genaue Zahlen habe sie nicht im Kopf, erklärte Petra Mattfeldt zu Beginn ihrer Lesung in der Achimer Stadtbibliothek. Mehr als 30 Romane seien es auf jeden Fall, geschrieben in verschiedenen Genres, für mehrere Verlage, mal unter ihrem eigenen Namen, mal auch als Caren Benedict oder Ellin Carsta. Den Donnerstagabend hatte die vielbeschäftigte Autorin der überaus erfolgreichen Hansen-Saga gewidmet. Das Interesse ihrer zahlreichen Zuhörer war der sympathischen Langwedelerin von Anfang an sicher.

Bevor sie in die ersten drei Bände der umfangreichen Geschichte eintauchte, ließ die 48-Jährige Blicke in ihr zeitweise trubeliges Privatleben zu. So sei es in den Anfangsjahren ihrer schriftstellerischen Tätigkeit nicht immer einfach gewesen, allen Anforderungen des Alltags gerecht zu werden. Dazu gehörte damals unter anderem ein großer Haushalt mit drei kleinen Kindern und die Mitarbeit in der Anwaltspraxis ihres Ehemannes. „Irgendwie haben wir gemeinsam alle gesteckten Ziele erreicht“, fasste Petra Mattfeldt die zurückliegende Zeit zusammen, „unser Familienleben ist eng, und jeder packt mit an“. Darüber hinaus sind inzwischen Mitarbeiter mit der Recherche zu Figuren und Zusammenhängen beschäftigt.

Haben bis vor Kurzem Kriminalromane das Schaffen der Autorin dominiert, sieht sie sich mittlerweile mehr und mehr historischen Themen verpflichtet. Den Grundstein für die Liebe dazu habe seinerzeit der Deutschunterricht an der Realschule gelegt. „Unser Lehrer war ein Geschichtenerzähler, der beste Pädagoge, den man sich vorstellen kann“, erinnerte sich Petra Mattfeldt. Auch ihr Gedankenaustausch mit Freundin Iny Lorentz, die sich als Verfasserin historischer Romane ebenfalls großer Beliebtheit erfreut, inspiriere sie immer wieder.

Nächsten Teile der Saga erscheinen

Bunte Lesezeichen markieren die Stellen, die das Publikum fesseln und zum Weiterlesen der mittlerweile drei erschienen Teile ermuntern sollen. Teil vier, längst fertiggestellt und dem Verlag übermittelt, erscheint im Oktober, zwei weitere Fortsetzungen der im ausgehenden 19. Jahrhundert spielenden Saga, werden wenig später folgen.

„Die Brüder Robert, Georg und Karl leiten nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters Peter gleichberechtigt ein Unternehmen, das sich mit dem Verkauf von Kaffee befasst“, begann Mattfeldt ihre Ausführungen. Wirtschaftliche Zwänge, verursacht durch geerbte Schulden und Absatzschwierigkeiten, bewogen die Brüder zu einem Neuanfang und zum Umstieg von Kaffee auf Kakao.

Nicht nur durch den Handel, sondern vor allem durch einen eigenen Anbau der schokoladigen Bohnen versprach man sich Erfolge, die mit dem Erwerb einer Plantage im afrikanischen Kamerun ihren Anfang nehmen sollten. Glaubwürdig wird sowohl der Kampf der Brüder mit der Familiengeschichte geschildert als auch die Kolonialisierung des Landes und das Leben der 15-jährigen Luise, die sich als Roberts Tochter dort mit völlig veränderten Lebensumständen konfrontiert sieht.

Spannende Schilderungen

Zwei weitere Handlungsstränge der Saga handeln von den beiden Brüdern, die zunächst in Hamburg gemeinsam darum kämpfen, dem Familienunternehmen neuen Atem einzuhauchen. Während sich Georg dem Kontor in der Hansestadt widmet, zieht es Karl wenig später nach Wien, wo er eigene Ideen zu verwirklichen sucht. Zunutze machen möchte er sich die Liebe der Wiener zu Schokolade in jeglicher Form; interessant zu lesen ist der Werdegang der Kakaobohne bis hin zum sahnigen Getränk, das sich auch im heutigen Wien noch großer Beliebtheit erfreut.

Mit hanseatischem Gleichmut stellen sich die Brüder ihren unterschiedlichen Aufgaben und haben dabei ihre Ziele fest vor Augen. So lange, bis das Leben der Familie einen Streich nach dem anderen spielt und die Protagonisten in ihren Grundfesten erschüttert. Die Schilderungen der einzelnen Sequenzen, die Petra Mattfeldt unter ihrem Pseudonym Ellin Carsta geschrieben hat, sind spannend und machen durchaus Appetit auf die nachfolgenden Bände.

Rüdiger Dürr, der Vorsitzende des Fördervereins der Achimer Stadtbibliothek, bedankte sich bei Petra Mattfeldt für das anregende Lesevergnügen. Er freue sich besonders darüber, dass sie keine Gage genommen habe und die Einnahmen des Abends somit dem Förderverein und letztlich der Einrichtung zugutekämen. Darüber hinaus hatte der Verlag etliche Exemplare der Saga zur kostenlosen Mitnahme gegen eine eventuelle Spende zur Verfügung gestellt.

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