Integrationsbeauftragte

Die Ruhe nach dem Sturm

Seit Anfang des Jahres ist Andrea Wessel die neue Integrationsbeauftragte in Achim. Mit ihrer Arbeit will sie den Flüchtlingen helfen, in Achim Fuß zu fassen.
07.02.2018, 16:19
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Die Ruhe nach dem Sturm
Von Elina Hoepken
Die Ruhe nach dem Sturm

Andrea Wessel ist seit Anfang Januar als Integrationsbeauftragte in Achim tätig.

Björn Hake

Achim. Sie ist die Neue in der Achimer Flüchtlingsarbeit, aber eine Unbekannte ist Andrea Wessel in diesem Bereich dennoch nicht. Bereits 2014 war sie, damals noch für die Caritas, für die Flüchtlingsarbeit im Nordkreis zuständig. Seit Januar ist sie nun die neue Integrationsbeauftragte der Weserstadt und folgt damit auf Axel Eggers, der zum Ende des vergangenen Jahres den Posten, wie berichtet, aufgab. Für die Stadt ist die 47-Jährige nach Angaben von Bürgermeister Rainer Ditzfeld ein echter Glücksgriff. „Es ist natürlich toll, jemanden zu haben, der sich in dem Metier auskennt und nicht komplett neu eingearbeitet werden muss.“

Und Andrea Wessel ist in der Flüchtlingsarbeit schon seit Längerem zu Hause, hat die Entwicklung von Anfang an mit begleitet. „Als ich 2014 mit der Arbeit angefangen habe, wusste eigentlich noch keiner, wie sich die Situation entwickeln würde“, erinnert sie sich. „Ein großer Teil der Arbeit bezog sich damals auf die Erstversorgung der Flüchtlinge. Darüber hinaus galt es, die Ehrenamtlichen zu unterstützen, die helfen wollten.“ Heute, knapp vier Jahre später, sieht die Situation ganz anders aus. „Zu Beginn der Flüchtlingswelle ging es hauptsächlich darum, Strukturen aufzubauen, um die Ankommenden bestmöglich zu versorgen“, sagt Dirk Ysker vom Bürgerzentrum. „Diese Strukturen haben sich mittlerweile gebildet und nun geht es darum, die Zuwanderung so zu gestalten, dass die Flüchtlinge schnell am Leben teilhaben können – etwa mit einer eigenen Wohnung oder einem Job.“ Aus diesem Grund habe man sich auch entschlossen, die Stelle nicht mehr als Flüchtlingskoordinator, sondern als Integrationsmanager neu auszuschreiben.

Für Andrea Wessel kam der neue Job nach eigenen Angaben genau zum richtigen Zeitpunkt. „Ich war bis vor Kurzem noch in der Notversorgung der Landesaufnahmestelle in Bremen tätig“, erzählt sie. Nachdem diese geschlossen wurde, wollte sie sich einer neuen Aufgabe widmen. „Ich möchte die Flüchtlinge nicht mehr beim Ankommen, sondern beim Weitermachen in ihrer neuen Heimat unterstützen.“ Und diese Chance hat sie nun in Achim. Etwa 500 Flüchtlinge leben nach Angaben von Dirk Ysker aktuell hier.

„Ich bin beeindruckt, wie sich die Situation in Achim in den vergangenen Jahren entwickelt hat“, sagt Andrea Wessel. Verglichen mit den Anfängen, habe sich eine Menge getan. Nun sei es die Aufgabe, das bisher Erreichte noch auszubauen und zu schauen, wo es möglicherweise noch Lücken gibt. „Die Arbeit wird sicherlich nicht einfacher, aber vermutlich weniger stressig, weil die große Flüchtlingswelle erst einmal vorbei ist.“ Nach wie vor sei sie aber auch auf die Unterstützung von Ehrenamtlichen angewiesen. „Sie werden jetzt vielleicht sogar mehr gebraucht denn je, weil es darum geht, dabei zu helfen, dass die Menschen in Achim Fuß fassen.“

Die Stelle von Andrea Wessel ist zunächst auf zwei Jahre befristet. Die Politik hatte sich damals mehrheitlich gegen eine Entfristung ausgesprochen. „Letztlich ist es jedoch eine Arbeit, die auf Langfristigkeit ausgelegt ist“, sagt Ysker.

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