Realschule Achim „Die Schule braucht ein Gesicht“

Marlies Behnke wird zum neuen Schuljahr Leiterin der Realschule in Achim. Und das, obwohl es die Schule in fünf Jahren nicht mehr geben wird. Denn in diesem Jahr startet die Integrierte Gesamtschule.
01.08.2017, 17:27
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„Die Schule braucht ein Gesicht“
Von Elina Hoepken

Achim. Wenn Marlies Behnke – wie in den vergangenen Tagen oft geschehen – nach dem Grund gefragt wird, warum sie sich als Schulleiterin an der Realschule Achim beworben hat, zitiert sie gerne Martin Luther: „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen“. Der Weltuntergang steht in Achim glücklicherweise nicht bevor, aber die Tage der Realschule sind dennoch bald gezählt. Mit Beginn des neuen Schuljahres startet in Achim die Integrierte Gesamtschule (IGS), in fünf Jahren ist dann Schluss mit der Realschule. „Ich möchte hier vor Ort bis zum Schluss die qualitative Arbeit für die Schüler fortführen“, sagt die neue Leiterin. Schließlich habe man eine Verantwortung gegenüber den jetzigen Schülern. Und das sind immerhin rund 620, hinzu kommen noch 55 Lehrer. „Bei dieser Größe kann man nicht einfach sagen, dass man es bis zum Ende so laufen lässt. Die Schule braucht ein Gesicht.“

Und dieses Gesicht ist für die nächsten Jahre Marlies Behnke. Ersten Kontakt zur Achimer Schule hatte die Lehrerin für Französisch, Politik und evangelische Religion bereits zu Beginn ihrer Berufslaufbahn, als sie als Vertretungslehrerin an verschiedenen Schulen im Landkreis Verden und Nienburg tätig war. Zwischen 1989 und 1991 führte sie ihr Weg dann auch an die Hautschule und Realschule in Achim. Von 2000 bis 2004 arbeitete sie als Konrektorin an der Orientierungsstufe in Achim-Baden und im Anschluss in der selben Funktion bis heute an der Realschule Achim.

„Ich kenne die Kollegen, die Schule und die spezielle Situation vor Ort“, sagt die 58-Jährige. „Das macht vieles natürlich leichter.“ In den folgenden Jahren komme es darauf an, kompromiss- und kooperationsbereit mit der neuen IGS und der Hauptschule zusammenzuarbeiten. „Es darf definitiv keine Zwei- beziehungsweise Dreiklassengesellschaft entstehen“, sagt Behnke. Ihr Ziel sei es, den Übergang so zu gestalten, dass alle Beteiligten zufrieden damit sind.

Dabei will sie wichtige Säulen der Realschule nicht außer Acht lassen. „Wir sind eine Schule gegen Rassismus. Dieses Ziel weiter zu verfolgen und diese Werte an unsere Schüler weitezugeben, ist heutzutage wichtiger denn je“, ist Behnke überzeugt. Zudem werde sie den Fokus auch auf themenorientierten und damit fächerübergreifenden Unterricht legen. „Wir wollen in diesem Bereich in den kommenden Jahren auf jeden Fall noch einiges ausprobieren.“ Stillstand werde es mit ihr bis zum Ende nicht geben. „Wir haben nach wie vor ein gutes und engagiertes Team hier vor Ort.“ Mit dem Ende der Realschule in Achim endet auch die berufliche Lehrer-Laufbahn von Marlies Behnke. An Abschied will sie aber jetzt noch nicht denken. Dafür hat sie noch zu viel vor.

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