Handball-Oberliga

Die SG Achim/Baden zerlegt den TuS Rotenburg

Das Derby zwischen der SG Achim/Baden und dem TuS Rotenburg hätte kaum einseitiger verlaufen können. Bereits in der Anfangsphase bahnte sich ein Kantersieg der Achimer an.
16.02.2020, 13:16
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Die SG Achim/Baden zerlegt den TuS Rotenburg
Von Florian Cordes

Auf Bilanzen gebe er nicht viel. Mit dieser Einstellung war Tobias Naumann am Sonnabend ins Heimspiel gegen den TuS Rotenburg gegangen. Ob sich an der Denkweise des Trainers der SG Achim/Baden etwas entscheidendes verändert hat, bleibt offen. Allerdings war in dem Derby zu erkennen, dass Bilanzen durchaus eine Tendenz ausgeben können. Denn die Rotenburger haben in dieser Saison der Handball-Oberliga vor ihrem Gastspiel in Achim auswärts nicht einen einzigen Punkt geholt. Und so blieb es: Die SG zerlegte den TuS bei ihrem 30:16 (16:4)-Sieg vor allem im ersten Durchgang in seine Einzelteile.

Die Gastgeber sprangen durch den Heimsieg in der Tabelle auf Rang neun. Während sich bei den Achimern der positive Trend der vergangenen Wochen fortsetzte, dürften bei den Gästen die Sorgen größer werden. Ein positiver Impuls nach dem Trainerwechsel – erstmals saß beim TuS Jörg Leyens als Coach auf der Bank – blieb in Achim aus. Leyens erlebte in seinem Premierenspiel ein wahres Debakel. Vor der Partie war der ehemalige Coach der Drittliga-Handballerinnen des TV Oyten noch positiv gestimmt. Zumal sein neues Team in der Vorwoche gegen den Titelaspiranten ATSV Habenhausen nur mit 18:20 verloren hatte.

Rotenburg spielt wie ein Absteiger

Nun musste Leyens aber recht schnell erkennen, dass sein erstes Spiel mit dem TuS zu einem Reinfall werden sollte. Nach 17 gespielten Minuten führte die Naumann-Sieben mit 9:0. Erst danach erzielten die Gäste ihr erstes Tor: Michel Misere überwand SG-Keeper Arne von Seelen per Siebenmeter. Da die Achimer in der Folge den Gegner weiter fest im Griff hatten, war die Begegnung beim Seitenwechsel entschieden. Es blieb nur noch eine Frage: Wie hoch fällt der Sieg der SG Achim/Baden aus? Und es gab eine weitere Erkenntnis: Die Rotenburger dürften es in dieser Form äußerst schwer haben, den Klassenerhalt in der Oberliga zu schaffen. Zumal der TuS in seinen noch neun zu absolvierenden Spielen sechsmal auswärts antreten muss.

Genauso wie die Bilanz des Gegners spielte ebenso der schwache Auftritt in der Gymnasiumhalle in Naumanns Gedanken keine Rolle. Die Frage, ob er von der Rotenburger Leistung überrascht gewesen sei, ließ der Coach der SG unbeantwortet. Viel mehr hob er das hervor, was seine Mannschaft den mehr als 400 Zuschauern geboten hatte. Und das brachte Tobias Naumann schon fast ins Schwärmen: „Ich bin begeistert. Vor allem, weil die Mannschaft die Niederlage in Cloppenburg so gut weggesteckt hat.“ Das 21:33 aus der Vorwoche beim Tabellenführer sei durchaus ein Dämpfer im Abstiegskampf gewesen. „Aber gegen Rotenburg haben die Jungs gezeigt, was sie bewegen können. Unser Heimsieg gegen Habenhausen war keine Eintagsfliege.“

Entscheidend sei gewesen, dass seine Sieben von Anfang an „bissig“ gespielt habe. „Meine Mannschaft wollte dieses Spiel unbedingt gewinnen. Und ich bin froh, dass sie die Leistung über die gesamte Spielzeit durchgezogen hat.“

Gegner zu Beginn überrannt

Zwar war der Unterschied zwischen den beiden Teams – rein an der Anzahl der Tore gemessen – nach dem Seitenwechsel nicht mehr außerordentlich groß. Die Achimer mussten ihren Vorsprung nach der sehr starken ersten Halbzeit aber auch nur noch verwalten. Sie bauten sie bis zum Schlusspfiff sogar noch leicht aus. Zwei Treffer erzielte in Halbzeit zwei Tobias Freese. Der Rückraumspieler lief nach seinem überstandenen Kreuzbandriss erstmals in dieser Saison während eines Heimspiels im SG-Trikot auf.

In der entscheidenden Anfangsphase saß Freese noch auf der Bank und wartete auf seinen Einsatz. „Und in dieser haben wir einfach sehr guten Handball gespielt“, sagte SG-Rechtsaußen Jannis Jacobsen. Auch er stellte – wie sein Trainer – die eigene Stärke in den Vordergrund, nicht die Schwäche des Gegners. „Wir haben Rotenburg zu Beginn überrannt. Wir haben aggressiv gedeckt und sind zu vielen einfachen Toren gekommen.“

Jacobsen freute sich wie das gesamte Team über einen gelungen Abend. Doch so schön dieser für die Achimer auch war – im Abstiegskampf bleibt es eng: Der Vorsprung auf den ersten Abstiegsrang beträgt für die SG weiterhin drei Punkte.

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