Digitalisierung an Achimer Schulen

Viele offene Fragen

Die Digitalisierung an den Achimer Schule geht schon seit einiger Zeit nur schleppend voran. Jetzt fordern sowohl die SPD- als auch die CDU-Fraktion von der Verwaltung konkrete Aussagen zum Stand der Dinge.
25.05.2020, 15:08
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Von Elina Hoepken
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Am Gymnasium am Markt gibt es schon Smartboards. Einige städtische Schule müssen allerdings noch mit deutlich analogeren Unterrichtsmaterialien arbeiten. (Archivbild)

Björn Hake

Es gibt einige Themen in den politischen Ausschüssen der Stadt Achim, die immer wieder hochkochen. Eines davon ist bereits seit mehreren Jahren der mangelnde Fortschritt der Digitalisierung an den städtischen Schulen. So hatten beispielsweise im September vergangenen Jahres die Schulleiterinnen und Schulleiter der Achimer Schulen in einer Ausschusssitzung wieder einmal moniert, dass die Digitalisierung in den Einrichtungen nach wie vor noch stark zu wünschen übrig lässt. "Insbesondere im Gebäude der Liesel-Anspacher-Schule müssen wir derzeit noch arbeiten wie in den 80er-Jahren – mit Kreidetafeln und Overheadprojektor“, hatte beispielsweise die Schulleiterin der IGS, Kerstin Albes-Bielenberg, kritisiert.

Und auch die Achimer SPD-Fraktion ist offenbar alles andere als zufrieden mit dem bisherigen Stand der Dinge. "Immer wieder wurde die Verbesserung teils mit konkreten Daten und Maßnahmen zugesagt,
jedoch gar nicht oder nur rudimentär umgesetzt. So ist an einigen der Schulen noch nicht mal ein leistungsfähiges Leitungsnetz vorhanden, von Endgeräten oder digitalen Tafeln mal ganz abgesehen", schreibt die Fraktion in einer Anfrage an die Achimer Verwaltung zum Stand der Digitalisierung an den Achimer Schulen. "Es wäre nicht nur wünschenswert, sondern erforderlich gewesen, dass diese Maßnahmen bereits in den letzten Jahren abgeschlossen worden wären." In den Schulen, an denen der Schulserver IServ bereits laufe, sei eine Beschulung deutlich besser organisierbar als an den Schulen ohne entsprechende Voraussetzung. "Dies bedeutet innerstädtisch eine massive Ungleichbehandlung der Schüler und Belastung der Lehrkräfte", kritisiert die SPD.

Zeitnahe Antworten gefordert

Um sich einen besseren Überblick über den aktuellen Stand der Digitalisierung verschaffen zu können, fordert die Fraktion in ihrer Anfrage nun von der Verwaltung, zeitnah Antworten auf einige konkrete Fragen. So will sie unter anderem wissen, ob seitens der Verwaltung eine detaillierte Bestandsaufnahme an den einzelnen Schulen erfolgt ist und wie die Schulen derzeit und auch in Zukunft beim Betrieb der EDV unterstützt werden.

Da bereits im August vergangenen Jahres klar war, dass die Stadt Achim über den Digitalpakt des Bundes rund 950 000 Euro für die digitale Ausstattung ihrer Schulen zur Verfügung gestellt bekommt, interessiert sich die SPD auch dafür, wann diese Mittel eingeworben werden oder ob dies bereits geschehen ist. Gleiches gelte auch für die Förderkulisse der Bundesregierung zur Unterstützung bei Endgeräten (150 Euro pro Schüler) und die Förderung der Breitbandanschlüsse im Landkreis Verden.

Die Verwaltung hatte im Sommer vergangenen Jahres darauf hingewiesen, dass zunächst die Schulen entsprechende Medienkonzepte erstellen müssen, die dann als Grundlage für die weiteren Planungen der Stadt dienen sollten. Auch zum Stand dieses Prozesses wünscht sich die SPD genauere Informationen. Und zwar schon bald. „Wir fordern die Verwaltung auf, im kommenden Schulausschuss am 8. Juni zum Stand der Dinge zu berichten und konkrete Lösungsansätze, auch unter Berücksichtigung möglicher Förderungen darzulegen“, schreibt die Fraktion in ihrer Anfrage.

Erfahrungsbericht der Coronazeit

Doch nicht nur die Achimer SPD-Fraktion interessiert sich aktuell für das Thema Digitalisierung an den Schulen. Auch die CDU wendet sich dazu mit einer Anfrage an die Verwaltung – mit einem besonderen Blick auf die aktuelle Corona-Lage. „Es geht darum zu erfahren, wie die Grundschulen, die Hauptschule, die Realschule und die IGS digital ausgerüstet sind, um das ,home schooling' und Kontakt mit den Schülern per Internet zufriedenstellend durchführen zu können“, schreibt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Rüdiger Dürr an den Bürgermeister Rainer Ditzfeld. „Waren ausreichend Laptops, Tablets vorhanden, um auch Kindern aus ,benachteiligten Familien' die Chance zu geben, den Kontakt mit der Schule und den Lehrkräften bezüglich Unterricht, Lernstoffvermittelung und Hausaufgabenstellung sowie Kontrolle zu gewährleisten?“

Die Fraktion interessiert sich demnach für einen Erfahrungsbericht der vergangenen Wochen, bei dem auch mögliche Mängel aufgezeigt werden und wünscht sich außerdem – ähnlich wie die SPD –, dass die Fragen in der kommenden Schulausschusssitzung thematisiert werden.

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