Die Hochzeitssaison beginnt: Im Landkreis Verden sind historische Gebäude besonders beliebt Doppeltes Ja zu alten Gemäuern

Landkreis Verden. Langes Kleid – manchmal auch Frack – dazu Eheringe und Familiensinn: Bei Hochzeiten besinnt man sich oft auf Traditionen. Auch das Gebäude dafür darf gerne ein bisschen älter sein.
23.03.2017, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Tina Hayessen

Landkreis Verden. Langes Kleid – manchmal auch Frack – dazu Eheringe und Familiensinn: Bei Hochzeiten besinnt man sich oft auf Traditionen. Auch das Gebäude dafür darf gerne ein bisschen älter sein. Es gibt mehrere Möglichkeiten im Landkreis Verden, vor historischer Kulisse Ja zu sagen. Und die sind besonders begehrt.

„Die Trauungen im Erbhof sind sehr, sehr beliebt“, weiß Thedinghausens Standesbeamter Jens Knipping. „Es verlagert sich immer mehr in diese Richtung“, berichtet er. Über 60 Prozent der Zeremonien würden inzwischen im Erbhof stattfinden. Tendenz steigend. Wobei auch die übrigen Optionen in Thedinghausen den Charme des Vergangenen haben. Da ist etwa das Trauzimmer im Rathaus – man heiratet also auf dem ehemaligen Gut Poggenburg. Die Blender Mühle führt immerhin ins 19. Jahrhundert, die Mühle Emtinghausen ebenso. Heiraten könne man auf jeden Fall noch in diesem Jahr in der Samtgemeinde, wobei es mit dem Erbhof eng werde: „Da gibt es ab Oktober noch freie Plätze oder man muss davor in eine der vereinzelten Lücken springen“, verrät der Standesbeamte. Wer lange vorplant, hat es also besser. Doch jahrelange Wartelisten gebe es nicht. „Am 11. September werden die Termine für 2018 bekannt gegeben“, gibt Knipping preis. Wer dann schnell zuschlägt, kann sich den Wunschtermin sichern. Übrigens: Die Hochzeitspaare haben gar nicht so selten eine weite Anfahrt hinter sich, wenn sie sich im Erbhof das ewige Beieinandersein schwören. „Sie kommen auch von weit weg – Bayern oder sogar aus dem Ausland“, berichtet Knipping. Doch ganz aus heiterem Himmel komme ein österreichisches Paar auch nicht darauf, in Thedinghausen zu heiraten. „Es gibt eigentlich immer eine Verbindung mit dem Ort. Man ist hier aufgewachsen oder im Umland.“

„Natürlich kann man wieder im Clüverhaus heiraten“, stellt Frank Beermann in Aussicht. Er ist Standesbeamter in Achim und bietet mit seinen Kollegen seit 2014 Hochzeiten in dem schönen Zweiständerhaus an, das in seiner jetzigen Statur 1824 wieder aufgebaut wurde. Ziemlich modern-schlicht ist dagegen das Rathaus Achim, in dem man sich auch trauen darf. Das Trauzimmer im Haus Hünenburg lädt wiederum in eine restaurierte Kaufmannsvilla, gebaut Anfang des 20. Jahrhunderts. Mit dem schicken Park nebenan und einer historischen Wallanlage sowie Blick auf die Weser punktet dieser Ort: „Das Haus Hünenburg wird gerne genommen. Im Sommer wird es immer eng, weil wir da nur zwei Termine am Samstag haben“, erklärt Beermann. Im Clüverhaus sei sonnabends überhaupt keine Trauung möglich, da hat das dortige Café Priorität. Was den Ort angehe, komme es natürlich stark auf die individuellen Bedürfnisse des Paares an. Hat man es eilig, ist meist das Rathaus die beste Wahl, denn da gibt es fast den ganzen Tag halbstündig Termine. Mit mehr Gästen und dem Wunsch nach einer Draußen-Hochzeit ist man im Haus Hünenburg besser aufgehoben. Ist ein Termin innerhalb der Woche in Ordnung? Dann bietet sich das Clüverhaus an. Auch was die Zeremonie angeht, hätten die Paare sehr unterschiedliche Wünsche. „Bei Bedarf teilen sie uns einfach mit, was sie gerne erwähnt haben wollen.“ Begehrt sind laut Beermann übrigens auch immer wieder die leicht zu merkenden Hochzeitsdaten: Am 7. und 17. Juli ist also etwas mehr los.

Langwedel ist auch für viele eine (Hochzeits-)Reise wert. Wochenend-Trauungen werden sowohl im Rathaus als auch im Schloss Etelsen, der Etelser Windmühle „Jan Wind“ sowie im Häuslingshaus Langwedel angeboten. Die in Frage kommenden Sonnabende für 2018 werden am 31. Oktober 2017 veröffentlicht. Besonders das Schloss gibt eine eindrucksvolle Kulisse für die Hochzeitsfotografen – Springbrunnen und Gartenanlage inklusive.

Auch das Team des Verdener Standesamtes freut sich über jede Eheschließung. In Verden haben die heiratswilligen Paare gleich die Auswahl zwischen dem historischen Rathaus, dem Domherrenhaus, dem Pferdemuseum, dem alten Schulhaus in Dauelsen und einem Schiff. Manchmal sind aber ganz andere Faktoren wichtig als die Schönheit der Kulisse: „Aus finanziellen Gründen entscheiden sich viele Paare für das Rathaus“, verrät der Verdener Standesbeamte.

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