Achimer Schüler lernen Filmdreh

Drehen wie die Profis

Die Grundlagen des Filmemachens erlernen Schüler des Cato-Bontjes-van-Beek-Gymansiums in Achim, die mit ihren Beiträgen beim Kurzfilmwettbewerb „Ganz schön anders - No Limits“ mitmachen wollen.
08.11.2019, 15:51
Lesedauer: 2 Min
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Von Lukas Warnecke
Drehen wie die Profis

Filmprofi Maria Taebling (links) gibt den Schülern des Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasiums hilfreiche Tips für den Schnitt eines Films.

Björn Hake

Vier Mädchen sitzen vor mehreren Blättern mit Liedzeilen darauf. Eines fängt an, auf seiner Gitarre ein paar Akkorde zu spielen. „Hier am Anfang könnten wir noch etwas ändern“, meint eine Teamkollegin und widmet sich einem Storyboard, das direkt daneben liegt. Beide gehören zu einer von fünf Gruppen von Schülern des Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasiums, die dieses Jahr am Kurzfilmwettbewerb „Ganz schön anders – No Limits“ in Niedersachsen teilnehmen.

Lehrerin Silke Beimesche ist im Rahmen des Kunstunterrichtes zusammen mit ihrer Klasse der 9d auf den Wettbewerb aufmerksam geworden. Bereits vor zwei Jahren konnte sie mit einer Teilnahme Erfolge erzielen, wobei es zwei der eingereichten Filme sogar für kurze Zeit in die Hannoveraner Kinos schafften. Die Schüler hoffen auch dieses Mal auf einen ähnlichen Erfolg.

Nun war aber erst einmal Zeit, die Grundlagen des Filmemachens zu erlernen. Statt Unterricht gab es für die Schüler Workshops, in denen sie von Profis an die Filmsprache herangeführt wurden. Zu diesem Zweck reisten die Medienpädagogin Britta Kanabaja und die Künstlerin Maria Taebling nach Achim. Beide zeigten den Schülern schließlich die wichtigsten Kniffe in Sachen Kamera und Schnitt. In kleinen Testszenen sollten die Gruppen schließlich das Gelernte direkt anwenden. Maria Taebling und Britta Kanabaja standen ihnen dabei jederzeit mit Rat und Tat zur Seite. „Meistens lautet der Tipp, näher ran zu gehen“, erzählt Britta Kanabja über die Arbeit mit den Schülern. Am folgenden Tag ging es für die Schüler um die Feinheiten des Drehbuches.

Auch wenn das Motto des Wettbewerbes „No Limits“ lautet, stammen die Filmideen alle aus dem direkten sozialen Leben der angehenden Filmemacher. „Es sind tolle Ideen“, lobt Silke Beimesche ihre Schüler. Gehaltsgrenzen beim Fußball, die Metoo-Debatte, Ängste, Mobbing und Alkohol sind die fünf gewählten Oberthemen der Kurzfilme. Um diese Ideen alle auch in Gänze umzusetzen, bekommen die Schüler genügend Zeit: Bis März nächsten Jahres müssen die Filme fertig sein. Dabei gilt es, sich dann gegen 133 weitere Teilnehmer durchzusetzen.

Trotz genügend Zeit sind die Gruppen jedoch bereits mit vollem kreativen Einsatz dabei, ihre Ideen umzusetzen. So wie die Gruppe von Lauren, Leonie, Diana und Arta. Die Mädchen drehen ein Musikvideo. Dafür haben sie extra den Song „A cage of my own desire” geschrieben. Zusätzlich soll ihr fertiger Film am Ende kleine Animationsabschnitte enthalten. „Wir wollten uns einfach richtig Mühe machen“, erzählt das Quartett. Auch die anderen Gruppen wären bereits motiviert, ihre Idee so gut wie möglich umzusetzen, erzählt Silke Beimesche. „Das bringt die Klasse viel näher“, sagte sie über die gemeinsame kreative Leistung.

Dass die Schüler hinter ihren Projekten stehen, war ebenfalls an der Ausrüstung zu erkennen. Einige brachten ihre eigenen Kameras mit oder griffen auf ihre Handys und Tablets zurück, um zu filmen. Ähnlich soll es sich beim Schnitt gestalten, für den viele ihre eigenen Laptops mitbringen müssen. Gedreht werden darf während der nächsten paar Kunststunden – es steht jedoch bereits fest, dass die Schüler viel Freizeit für Drehtage werden opfern müssen.

Auch, wenn es hier und da noch an der Teamarbeit hapern würde, sind die Teilnehmer glücklich über die ersten Ergebnisse. „Ich bin sehr zufrieden“, sagt Silke Beimesche über die Leistung ihrer Schüler. Die meisten Jugendlichen hingegen sind aufgeregt wegen des Projektes. Einige zeigen sich besorgt über aufwendige Zeitpläne oder schwierige technische Prozesse – schließlich möchten sie am liebsten mit ihren Beiträgen einen der zehn besten Kurzfilme einreichen.

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