Durchfahrt in der Marsch

„Die Situation hat sich entspannt“

Seit knapp zwei Jahren gilt für die Angler eine Sonderregelung für die Durchfahrt der Achimer und Bierdener Marsch. Zuvor hatte es immer Streitigkeiten deswegen gegeben. Doch die Kompromisslösung funktioniert.
11.10.2020, 15:15
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„Die Situation hat sich entspannt“
Von Elina Hoepken
„Die Situation hat sich entspannt“

So sah es im Sommer 2018 an der Bierdener Marsch aus. Zum Ende des Jahres hatten alle Beteiligten dann aber doch einen Kompromiss zum Befahren der Marsch gefunden.

Björn Hake

Im Sommer vor zwei Jahren sorgte ein Schreiben von Bürgermeister Rainer Ditzfeld bei den Achimer Anglern für Kopfschütteln und viel Ärger. Darin bekamen sie nämlich mitgeteilt, dass sie die Achimer und Bierdener Marsch zukünftig nicht mehr mit dem Auto befahren dürfen. Eine erneute Prüfung der damaligen Vorgaben für das Gebiet hatte nämlich ergeben, dass die bis dahin geltende Ausnahmegenehmigung in Form einer Parkpalette nicht rechtens war (wir berichteten). Auf dieses Schreiben folgten viele Wochen dicke Luft und Diskussionen aber letztlich eben auch ein Kompromiss. Gemeinsam mit Vertretern der Stadt, der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises und des Realverbandes Wasser- und Bodenverband als Eigentümer der Flächen in der Achimer und Bierdener Marsch hatten sich die Angler Ende 2018 auf eine neue Regelung geeinigt. Diese sollte aber zunächst zwei Jahre lang – also bis Ende 2020 – getestet werden.

Nach der neuen Regelung wurden extra Parkflächen ausgewiesen, auf denen die Angler ihre Fahrzeuge abstellen können. Die Marsch durften sie also weiterhin befahren und auch ihre Parkpaletten behielten ihre Gültigkeit – allerdings waren diese eben an strengere Vorgaben gekoppelt. Parken ist demnach beispielsweise nicht mehr in Kurven, an engen Stellen oder in Einfahrten erlaubt, um die Wege für die Landwirte mit ihren großen Landmaschinen nicht zu versperren. Und mittlerweile zeichnet sich ab, dass aus der Übergangslösung doch eine dauerhafte Regelung werden könnte. Denn bisher scheinen alle Beteiligten zufrieden damit.

„Sehr entspannte Situation“

„Die Situation vor Ort hat sich sehr entspannt“, bestätigt Uwe Roll, Vorsitzender des Achimer Anglervereins auf Nachfrage und ist darüber selbst sehr erleichtert. Die Kommunikation mit den Landwirten und auch den Jägern laufe sehr gut und mittlerweile seien alle sehr zufrieden. „Bisher waren es wirklich nur Einzelfälle, in denen die Fischereiaufsicht aktiv werden musste“, berichtet Roll von den Erfahrungen der vergangenen Monate. Insbesondere in der Anfangszeit sei die Fischereiaufsicht aber ohnehin oft vor Ort präsent gewesen, um zu kontrollieren, ob die neuen Regelungen auch eingehalten werden. Mittlerweile würden sie aber nur noch selten gerufen. „Wenn wir allerdings einen Anruf kriegen, dann ist die Fischereiaufsicht auch immer sehr schnell vor Ort und wir kümmern uns.“

Diesen positiven Eindruck bekräftigt auch Silke Brünn vom Fachdienst Wasser, Abfall und Naturschutz des Landkreises. „Unseres Wissens nach hat es in der Marsch keine weiteren Streitigkeiten mehr gegeben – zumindest keine größeren, die den Weg bis zu uns gefunden haben“, sagt sie. Wenn das Gebiet zuletzt illegal befahren wurde, waren es meist nicht die Angler. „Daher hat die Kompromisslösung offenbar gut geklappt“, freut sie sich. Aus diesem Grund wolle man die jetzige Regelung auch über die zunächst geplante zweijährige Probezeit weiter beibehalten.

Treffen wird terminiert

„Wir wollen uns auf jeden Fall irgendwann noch einmal mit allen Beteiligten zusammensetzen, um ein Fazit zu ziehen und über die Erfahrungen zu sprechen“, kündigt Brünn an. Da man aber unter den aktuellen Corona-Bedingungen die Anzahl der persönlichen Treffen in größerer Runde so gering wie möglich halten wolle, müsse das noch ein wenig warten. „Es wird voraussichtlich bis zum nächsten Jahr dauern, bis ein solches Treffen stattfinden kann“, sagt Brünn. „Aber mittlerweile ist ja scheinbar bei dem Thema auch ein bisschen Ruhe eingekehrt.“ Es spreche also nichts dagegen, auch im neuen Jahr weiter zu machen wie bisher.

Auch aus Sicht von Uwe Roll steht einer Fortführung der Kompromisslösung nichts im Wege. Einen Wunsch hätte er allerdings doch noch: „Es wäre schön, wenn man die Zahl unserer Parkplätze noch etwas erhöhen könnte“, sagt er. Aktuell gebe es an vier bis fünf Stellen jeweils Platz für zwei bis drei Autos. „Wir haben aber manchmal auch ein Gemeinschaftsangeln und dann kann es schon einmal eng werden. Wenn wir noch den ein oder anderen Parkplatz dazubekommen könnten, würde uns das sehr helfen.“

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