Schüler des Gymnasiums am Markt sammeln Erfahrungen als Praktikanten in Betrieben und Einrichtungen

Ein Abstecher in den Arbeitsalltag

Achim. Wilken schreibt. Alina zeigt Wohnungen.„Die Steigerung der Ausbildungsfähigkeit und Berufswahlkompetenz der Schülerinnen und Schüler steht im Fokus“, schreibt das Kultusministerium über den pädagogischen Auftrag hinsichtlich der beruflichen Orientierung. Aus den Berufsbiografien der Jugendlichen wird deutlich, dass viele junge Leute im Übergang von der Schule in den Beruf Schwierigkeiten haben und Unterstützung brauchen.
01.04.2017, 00:00
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Von Wilken Grube und Lieselotte Scheewe
Ein Abstecher in den Arbeitsalltag

Der Zehntklässler Wilken Grube übt sich im Schreiben während seines Praktikums beim ACHIMER KURIER.

Björn Hake

Achim. Wilken schreibt. Alina zeigt Wohnungen. Alexander programmiert. Malte kümmert sich um Grundschulkinder. Zwei Wochen lang machen Achimer Schüler derzeit ihre ersten Praktika in Einrichtungen und Betrieben. Das zweiwöchige Schulpraktikum in den zehnten Klassen der Gymnasien soll den Schülern die berufliche Orientierung erleichtern.

„Die Steigerung der Ausbildungsfähigkeit und Berufswahlkompetenz der Schülerinnen und Schüler steht im Fokus“, schreibt das Kultusministerium über den pädagogischen Auftrag hinsichtlich der beruflichen Orientierung. Aus den Berufsbiografien der Jugendlichen wird deutlich, dass viele junge Leute im Übergang von der Schule in den Beruf Schwierigkeiten haben und Unterstützung brauchen.

Noch nicht ganz an dieser Nahtstelle angekommen, ist der 15-jährige Wilken Grube. Bis zu seinem Abitur sind es noch zwei Jahre. Orientieren muss und möchte er sich aber schon einmal. Der Thedinghauser macht derzeit ein Praktikum in der Redaktion des ACHIMER KURIER. „Ich wollte eigentlich von Anfang an zur Zeitung, und dann hat es hier geklappt“, sagt der Zehntklässler. Auch der Bereich Software-Entwicklung hatte ihn interessiert. „Ich wollte am liebsten in eine Redaktion, weil ich gerne schreibe und gerne Zeitung lese und ich finde es sehr spannend“, sagt er.

Zu seinen Aufgaben gehört es, Pressemitteilungen in Meldungen oder Artikel umzuschreiben. Zwei Mal ist er auch schon mit zu Presseterminen gefahren: ein Mal ins Amtsgericht, ein Mal zu einem Richtfest. „Die Ereignisse waren spannend. Mir ist aber noch schwer gefallen, alles Wichtige mitzubekommen und gleichzeitig mitzuschreiben und zuzuhören“, sagt der 15-Jährige. Jeden Text des Praktikanten geht der Redaktionsleiter mit ihm durch und erklärt ihm die wichtigsten Dinge beim „Zeitungsschreiben“.

Gelernt hat Wilken Grube bisher, dass es wichtig ist, klar und so, wie er erzählen würde, zu schreiben: „Das ist anders als im Deutschunterricht. Da haben wir immer einen Text und arbeiten damit. Jetzt sollte ich ja selbst aus den Ereignissen einen Text machen.“ Sein Praktikum, das laut Kultusministerium seine „Berufswahlkompetenz“ stärken soll, hat sich Wilken auch so vorgestellt. In seinem Berufswunsch hat das Praktikum ihn bestärkt. „Ich könnte mir gut vorstellen, später einmal bei der Zeitung zu arbeiten“, sagt der Zehntklässler. Bei dem Thema Berufsorientierung im Gymnasium legt das Kultusministerium den Schwerpunkt auf das Schülerbetriebspraktikum und Betriebserkundungen. Wilken Grube empfindet das Praktikum in der 10. Klasse als sinnvoll. „Es ist gut, um in die Berufe reinzuschauen und zu lernen, wie es außerhalb der Schule abläuft“, sagt er. Um noch mehr mitzubekommen, wünscht er sich aber ein etwas längeres Praktikum.

Noch bis zum 7. April läuft das Schülerpraktikum des Gymnasiums am Markt und bis jetzt gefällt es den meisten Schülern. „Ich könnte mir das durchaus als späteren Job vorstellen“, sagt Malte, 16, der sein Praktikum an der Ilse-Lichtenstein-Rother-Grundschule in Riede absolviert. Er ist rundum zufrieden mit der Stelle: „Es macht Spaß, genau wie ich es mir vorgestellt habe.“ Auch der 16-jährige Alexander, der sein Praktikum bei der Software-Firma Encoway in Bremen macht, ist zufrieden: „Es ist sehr interessant und informativ.“ Während des Praktikums fällt sämtlicher Unterricht des Jahrgangs aus. Für alle Schüler ist es Pflicht, sich einen Platz zu suchen. Wer in der Woche vor Praktikumsbeginn noch keinen Platz hat, bekommt ein Praktikum zugeteilt.

Doch nicht nur für die Schüler ist das Praktikum spannend, auch für die betreuenden Lehrkräfte ergibt sich eine willkommene Abwechslung. „Das ist faszinierend, da kann man mal überall in die Betriebe reinschauen“, sagt Saskia Entelmann, Lehrerin für Biologie und Geschichte.

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