Holtebüttel Rockt Ein Dorf im Zeichen des Rock

Etwas weichere Klänge, aber immer noch mächtig Dampf auf dem Kessel. Die Liste mit den Bands für das Holtebüttel-rockt-Festival in Langwedel steht.
17.04.2018, 16:36
Lesedauer: 3 Min
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Von Alexandra Penth

Langwedel-Holtebüttel. In der Ortschaft Holtebüttel geht es für gewöhnlich eher beschaulich zu. An zwei Tagen im Jahr ist jedoch definitiv Schluss mit der Ruhe. Immer am zweiten Juniwochenende regiert in dem verschlafenen Teil Langwedels ganz klar der Rock.

Die Spannung steigt bei den eingefleischten Fans des "Holtebüttel rockt" inzwischen mit jedem Tag, der verstreicht. Freitag und Sonnabend, 8. und 9. Juni, herrscht wieder Ausnahmezustand in Holtebüttel, wenn eingängige Gitarrenriffs und kehliger Gesang durch den Ort schallen und sich die Pferdeweide Am Broockkamp 2 in ein Festivalgelände verwandelt. Sechs Bands aus dem breiten Rock-Spektrum haben sich für das Spektakel angekündigt.

Am Freitag gibt es Musik von Iron Priest auf die Ohren. Wie allein der Bandname verrät, gehören sowohl Iron Maiden als auch Judas Priest zum Repertoire der Metalband. Kompromisslos und mit Vollgas werden sie die Festivalbühne in Holtebüttel rocken. Zweistimmige Gitarrenduelle, bollernde Basswände und donnernde Drums erinnern dabei an die Originale. Anhänger des Rocks der 1970er-Jahre als auch der modernen Heavy-Metal-Ära werden laut Bandbeschreibung bedient. Mit Ausnahme von Iron Priest haben am Festival-Freitag traditionsgemäß die Nachwuchsmusiker die Bühne für sich. Einer der fünf Teilnehmer des Bandcontestes bekommt die Chance, den Sonnabend zu eröffnen.

"Wir haben noch einmal eine ganze Schippe mit Montreal als Headliner drauf gelegt", ist Tobias Durka vom Verein Holtebüttel rockt mit dem Programm sehr zufrieden. Die Hamburger Punk-Rock-Band ist mit ihren Liedern in deutscher Sprache bereits durch 18 Länder getourt. Die Musiker haben nebenbei aber auch fleißig neue Stücke geschrieben. Ihr aktuelles und fünftes Album Sonic Ballroom erschien bei der eigenen Plattenfirma „Amigo Records“.

Auf der Festivalbühne steht am Sonnabend auch die Alternative-Band Breathe Atlantis, deren Klang von progressiven Harmonien, tanzbaren Rhythmen und elektronischen Elementen bestimmt ist. Für ihr 2006 erschienenes Album "Futurestories" holten sie sich Unterstützung vom US-Produzenten Dan Korneff, der unter anderem bereits mit international erfolgreichen Bands wie Paramore und Papa Roach gearbeitet hat. Seit ihrem Debut-Album "Shorelines" aus dem Jahr 2014 haben die fünf Musiker um Breathe Atlantis, die in Essen zusammenfanden, ihren eigenen Sound geformt. Gesanglich verbinden sie vom R’n’B inspirierte Gesangspassagen mit rauem Cleangesang.

"Brutal lauter Sound irgendwo zwischen Punk und Metal sowie jede Menge Blödsinn" – das erwartet die Festivalbesucher beim Auftritt von Elfmorgen. So jedenfalls fasst es die Band selbst zusammen. Das Frankfurter Trio beackert seit rund 20 Jahren das Feld zwischen Punkrock und – immer mit einem Augenzwinkern – Fußballhymnen mit deutschen Texten. Es legt aber auch mal einen Reggae-Rhythmus unter seine Kurztexte.

Satten Hardrock liefert hingegen die Band Blackdraft – ohne dabei ein Abklatsch der altehrwürdigen Musikgrößen sein zu wollen. Aus den Klängen der Gitarre sind deutlich die Einflüsse von Iron Maiden herauszuhören, aufgelockert werden sie aber mit modernen Riffs mit düsterer Tiefe, wie es die fünf Rocker ausdrücken. Facettereichtum verleiht nicht zuletzt Sängerin Julia der Band. Ihre Stimme erklingt mal zart, dann aber wieder hart und brutal zu den Instrumenten.

"Von „Kirchencore“ bis "Skapunkswingmetal" waren wir eigentlich schon alles, was man einer Standardbesetzung mit Gebläse so andichten kann", sagen Mad Monks über sich. Die Gruppe, die bereits im vergangenen Jahr das Holtebüttel-Festival rockte, stand bereits mit Seeed und den Beatsteaks auf einer Bühne. Bei "Holtebüttel rockt" werden Mad Monks zwar im Alleingang ihr Konzert bestreiten, gute Laune ist aber garantiert.

"Wir sind etwas ruhiger geworden als die Jahre zuvor", sagt Durka über die Zusammenstellung der Bands. Seit dem ersten Holtebüttel rockt 2010 klettern die Besucherzahlen stetig in die Höhe. "Wir sind beim Ticketverkauf schon jetzt auf dem Stand von Juni 2017", ist Durka überzeugt davon, dem Ziel von 1000 Festivalgästen wieder ein Stück näher zu kommen. Mehr Besucher als sonst werden ihre Zelte auf der 200 Meter vom Festivalgelände entfernten Wiese aufschlagen. "Die Hälfte von dem, was wir an Campingplätzen veranschlagt hatten, ist schon weg." 2017 waren es etwa 20 Camper. "Da sind wir schon jetzt deutlich drüber."

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